(Nach dem zwischengeschobenen Amselgedicht jetzt nochmal die britische Serie fortgesetzt:)
Gut zu regieren
ist wohl auch die Kunst richtig
zu reagieren.
Lyrisches von Helmut Maier
(Nach dem zwischengeschobenen Amselgedicht jetzt nochmal die britische Serie fortgesetzt:)
Gut zu regieren
ist wohl auch die Kunst richtig
zu reagieren.
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Die Amsel in Nachbars Garten:
Auf dem hochsommerlichen Rasen
greift sie die vom Baum gefall’ne Pflaume an.
*ein Achtundzwanziger
Der Barde schläft.
Vor Troja liegen schwarze Schiffe.
Das Heidekraut verblüht,
noch ehe rettend
jenes Lied erklingt,
auf das die Menschheit wartet.
Der Barde schläft.
An Stränden schlafen Badegäste
im warmen Sand.
Sie werden nicht geweckt
von dem signalhaft
harschen Ton.
Der lässt sich immer noch
trotz der Gefahr nicht hören.
Der Barde schläft.
Und seine Sprache stirbt
und seine Kunst.
Noch liegen in den Läden
alte Bücher, die
von dem allem künden.
Doch neue Meister lassen sich
nicht finden, die
das Alte würden
wiederbeleben.
Der Barde schläft.
Nicht nur vor Troja
liegen schwarze Schiffe.
Und die Besatzung kommt
im Auftrag jener Herren,
die mit Gewinnen alles
verstopfen, was das Gute,
worauf die Menschen warten,
aussenden würde hin
in eine Welt des Teilens,
nicht des Raffens.
Dem Sonnenuntergang voraus
schwillt er so hoffnungheischend heran:
Der Silberstreifen unter dem Horizont.
*ein Achtundzwanziger
Der Stein, die Muschel, die Scherbe:
rundgeschliffen liegen sie da rum.
Befragt über ihr Woher bleiben sie stumm.
*ein Achtundzwanziger ( https://www.maierlyrik.de/blog/der-dreizeiler-mit-dem-namen-achtundzwanziger/ )
Ich schloss die Augen,
drehte mein Gesicht
der Sonne zu
nach dem Verschwinden
der dunklen Schleier,
genoss die gewachsene Wärme
und warf allen Ärger
über die Nebelnässe
der politischen Notwendigkeiten
hinter mich in die Büsche.
Da sollen die Raben
ihn fressen.
Stachel,
ihn neu zu erzeugen,
gibt es dann noch
zur Genüge.
Fels im Meer; manchmal in Ruhe,
dann wieder umringt wilde Gischt ihn.
Beim aufkommenden Wind springt Brandung ihn an.
Und immer noch steht er da drin.
Unverändert wie schon seit sehr langer Zeit.
*ein Janka (siehe https://www.maierlyrik.de/blog/der-janka/)
Wo mit wilden Orchideen
und thymianduftgeschwängert damals
die Wünsche wucherten wiederzukehren,
stell ich mich heuer wieder ein;
allein der weiche Sonnenschein fehlt mir.
Ich wand’re entlang den Klippen,
treffe auch Hahnenfuß, Trollblume,
Gänseblümchen, Wiesenschaumkraut und Hornklee.
Ich habe den Wunsch mir erfüllt.
Genugtuung tragen die Wellen hinaus.
Lese ich von barmherziger Leute Verhalten,
die etwas übrig haben für mich?
Oder sind das geschäftstüchtige Leute,
die auf sich aufmerksam machen wollen,
bzw. auf ihr Angebot?
Ich lese am Straßenrand:
„Hot meal left“.
Reise ins Vereinigte Königreich.
Unlauter wäre es gewiss
zu behaupten, ich hätte es gesehen:
Avalon!
Nun ja,
wenigstens d i e Avalon war’s.
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