Lyrisches von Helmut Maier

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Mondschatten

Wie wenn jemand ein Stück abgebissen hätte
so sah es am Himmel aus
allerdings nur mit besonderer Brille
die nicht jedermann noch besorgen konnte:

vielleicht sah’s wie der Mond aus und er war’s wohl auch
der ein Sück von der Sonne abgebissen hätte
und der Schatten wurde immer größer
und auch die Familie
die es mit einer selbstgebauten Lochkamera
vergeblich versuchte etwas zu sehen
von dem Ereignis das es war
konnte schließlich von Hanna eine Brille bekommen
und war auch ganz erstaunt

und ich sah: die Sonne wurde immer kleiner
der Schatten immer größer
Schließlich war nur noch oben
ein goldener Rand der Sonne übrig

und kurz nach dem Zeitpunkt der uns vom Internet
angegeben war für den Höchststand
der partiellen Sonnenfinsternis
sah ich plötzlich durch die Brille nichts mehr
von der Sonne denn die begann eben unterzugehen
hinter dem Wald und blickte uns ohne Brille
nur noch zaghaft zwischen den Bäumen an
und dann war sie auch schon unten
und weg

Helden?

Ist Trump ein Held?
Er will die Schiffe hinter der Meerenge von Hormus
ins „Freie“ hinausführen –
mit eigenem (?) Risiko.

Aber wer hat Iran dazu bewogen
die Meerenge von Hormus
zu sperren. Das war Trump
(verbunden mit Israel – wie kam es denn dazu?)

So ist auch dieser Krieg:
jeweils ein eigenes Risiko.
So ist der Krieg:
mit Risiken für die Soldaten,
ja, nur der Soldaten
und der Besatzung in diesem Fall
der Schiffe, die dort
in der Falle sitzen,
und sonst von Zivilisten,
die das größte Risiko tragen.
Tausende werden es immer.
Auf beiden Seiten.
Ja, so ist der Krieg.

Einmal k e i n Gedicht

Ich habe gerade den Roman Beduinenmilch von Nirit Sommerfeld fertiggelesen. Ich muss sagen: So bewegt wie bei diesem Buch war ich selten, möglicherweise noch nie vorher.
Eine siebzehnjährige junge Frau reist nach Israel. Sie steht kurz vor ihrem 18. Geburtstag. Sie ist, da ihre Eltern Israelis und Deutsche sind, auch mit einem israelischen und deutschen Pass ausgestattet.
Sie entscheidet sich schon ohne Wissen ihrer Eltern dafür, in Israel Soldatin zu werden.
Doch ihre grausigen Erfahrungen in Israel, die der Leserin oder dem Leser die ganze schlimme Geschichte Israels deutlich macht, bringen sie während ihres Aufenthaltes immer mehr zu dem Entschluss, eben nicht Soldatin zu werden, obwohl sie gerade durch ihre schönen und auch aufregenden Erfahrungen in Israel dieses Land immer mehr als ihre eigentliche Heimat empfindet – was sie ihren Eltern lange nicht mitzuteilen in der Lage ist.
Doch am Schluss kommt alles ganz anders, als sie es zunächst empfunden hat, und sie trifft eine andere Entscheidung als sie es selbst erwartet hatte.

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