Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

Seite 269 von 301

Theater des Absurden

Mein Text „Meditation des Absurden“ wurde angeregt durch das Theater des Absurden:
https://www.pohlw.de/literatur/theater/absurd.htm:

In der Esslinger Landesbühne wird und wurde Ionescos Stück „Die Unterrichtsstunde“ gegeben. Am Samstag habe ich die Premiere erlebt. Was ich heute allerdings darüber in der Esslinger Zeitung gelesen habe, hat mich enttäuscht, weil von dem, was im oberen Link zu erfahren ist, wenig oder gar nichts deutlich wurde. Schade!

Meditation des Absurden

Dass Normales nicht normal ist,
ist absurd.
Dass Schönes hässlich ist,
ist absurd.
Dass Sprachen nicht Sprachen sind,
ist absurd.
Dass Klänge Missklänge sind,
ist absurd.

Dass Kinder nicht
Kinder sein dürfen,
dass kranke Menschen
zur Arbeit gehen müssen,
dass Menschen in Not
keine Hilfe bekommen,
das alles
ist doch absurd.

Dass Unnormales normal ist,
ist gewiss auch absurd.
Dass Menschen bestraft werden,
wenn sie nicht morden wollen,
ist doch absurd.
Dass Menschen Feinde sind,
weil es die öffentliche Meinung
ihnen sagt,
ist absurd.

Guantanamo
ist absurd.
Dass Kriege
Friedensmissionen heißen,
ist absurd.
Kriege sind
immer absurd.

Dass man Menschen
nicht warnen darf
vor Gefahren,
weil sie ja volljährig sind
und selber wissen können,
was sie tun,
das ist absurd.
Vor allem,
wenn sie sie dennoch
heraufbeschwören.

Dass Visionen
von einer besseren,
nicht absurden Welt
krank genannt werden
können:
das ist absurd.

Ist´s nicht absurd,
wenn man zum Schluss kommt,
dass unsere Welt
nicht absurd ist?

Anerkennung

Das Leben schrieb mir ein Gedicht.
Ob ich´s genügend schätze?
Ich las es oft genug wohl nicht,
sitz‘ oft nur da und schwätze.

So voller Wohlklang ist es doch.
Ich will´s nicht immer hören.
Dass ich nur auf den Missklang poch”˜,
das wird sich nicht gehören.

Doch schreib ich mir den lieben Text
Nun in mein Tagbuch treulich.
Und sollt ich klagen, dann zunächst
hol ich mir´s her und freu mich.

Tschechisch-Unterricht auf dem Maier-Lyrik-Blog ;-) Teil 4

„Die Blätter fallen, fallen wie von weit …“ Das ist doch …. Richtig: (hier klicken)

Ob dieser Dichter Tschechisch konnte? Das fragte ich mich und fand hier eine Antwort.

Der November jedenfalls heißt auf Tschechisch: listopad, was so viel heißt wie ‚Blätterfall(-Monat)‘:

‚list‘ heißt: das Blatt;   ‚pad‘ heißt: der Fall                  –                  Alles klar?

Hope for the World

Was für ein Drama
Es wurde Obama
Ein Am´rikanischer Traum
Hat in mir nun auch Raum


(Barack Obama am 5.11.08 in Chicago: "Wenn es da draußen immer noch jemanden gibt, der daran zweifelt, dass in Amerika alles möglich ist, wenn es jemanden gibt, der glaubt, der Traum unserer Gründerväter sei nicht mehr lebendig, der an der Kraft der Demokratie zweifelt - dann ist diese Nacht unsere Antwort darauf.")

Vor-Urteil

Ein riesiger Stecken nur,
in den Himmel ragend:
im Sommer ein Baum.
Ein paar struppige Reiser daran.
Hoffnungslos
scheint es.
Ich weiß:
Sie werden grünen
und spotten
über die kurze Lebenszeit

der Menschen.

Kommentargedicht von Paul Spinger :

Ach nein, oh nein,
Sie spotten nicht.
Was soll schon sein?
Novemberlicht
Verbirgt nur,
Aber spottet nicht.

Man möchte meinen, ´s wär ein Traum,
Denn alle Kraft steckt tief im Baum.

Modebewusstsein

Heute einmal
Bin ich modebewusst:
Graustufen:
Meine Socken: anthrazit.
Meine Hose: dunkleres Grau.
Mein Pullover: helleres Grau.
Mein Bart: schon fast weiß.
Nur der Hemdkragen
Mit seinem Rot
Fällt aus dem Rahmen.
Kontrapunkt.
Punkt.

Elsas lyrischer Kommentar:

ein bisschen eitel

im angesicht des nun schon
weißen bartgestrüpps ~ so schnell ~
wege erfinden in grau schwarz
ein hauch von rot

ich lächle

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 Maier-Lyrik

Theme von Anders NorénHoch ↑