Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Mitte Februar

Mitten am hellen Nachmittag:
grad mir gegenüber die Sonne;
sie blendet mich und der blaue Himmel lacht.

*ein Achtundzwanziger**
**siehe dazu: https://www.maierlyrik.de/blog/der-dreizeiler-mit-dem-namen-achtundzwanziger/

Ein Februargedicht von 2007 (19.2. hier auf dem Blog)

Leben

Es ist in mir
und außer mir:
lebendes Leben
und gelebtes,
wiedergebärendes
und wiedergeborenes,
abgeklärte Erfahrung
und jauchzendes Suchen.

Die Rose blüht
und verwelkt
und das Gänseblümchen,
versteckt im Strubbelgras.

Die Hagebutte
leuchtet und glänzt ja mehr noch
im Regenschauer.

Ein Gedicht wächst
in den Ganglien
und lässt sich dann hören.

Abendblau

Das Abendblau am Himmel,
welch ein Triumph der Bläue!
So traumverloren innig,
den Eingang markierend
in das Paradies der Ruhe,
des Friedens, Einigseins
mit allem Guten, der endlich
als gültig bestätigten und
hoffnungstrunkenen
und treuen Zuversicht:
Das Leben lebt
und lässt sich nicht verdrängen.
Es zeigt sich ja
in jeder Faser meines Seins,
das nichts mehr fürchtet,
was dem Wunder einer Erfüllung
entgegenstehen könnte.

Das Wunder ist
das echte Wesen
der Wahrheit unsres Lebens
und leuchtet blau.

Pressefreiheit

Wo bleibt eure Unterwerfungsgeste
gegenüber der herrschenden Presse?
Tritt sie nicht auf
im Namen der Pressefreiheit?

Doch warum sind Printmedien
in immer weniger Händen?
Sind Pressekonzerne nicht gleichzusetzen
mit Oligarchen?

Sind Oligarchen geschützt
durch unser Grundgesetz?
Sind Printmedien sonst
(also ohne Pressekonzerne)
nicht mehr überlebensfähig?

„Wer liest denn noch Zeitung?“,
höre ich sagen.
„Immer noch so viele,“ meine ich,
„dass sie Zünglein sind an der Waage,
wenn relevante Entscheidungen
anstehen im Staat und durch sie
Mehrheiten im Volk fürs eine
oder das andere entstehen:
fürs Vernünftige (das durch
sachliche Information gefördert werden kann)
oder für die Erfüllung der Wünsche
der Mächtigen in der Gesellschaft,
weil sie das Sagen immer mehr haben.“

Demokratie hängt auch ab
von wirklich freier Presse,
die nicht den Oligarchen gehört.

Etymologie*

Goldgeäst des Vergehens.
Graugeäst der Erfahrung darunter.
Vielleicht bleibt die
im Wort
als Kristallstruktur
der Kommunikations-Tools
im Speicher der Völker.

*Einleitungsgedicht auf meiner alten Website Maier-Lyrik

Auf der Flucht

Auf der Flucht
vor dem Steckenbleiben
in ungesicherten Verhältnissen.
Auf der Flucht
vor denen, die
unaufhörlich
stürzen die Menschen
in Bedrängnis.

Auf der Flucht
vor der tödlichen Drohung.
Auf der Flucht
aus dem finsteren Loch,
umgeben von kaltem Gemäuer
der Intoleranz,
die uns gefangen hält.
Auf der Flucht.

Fliehen
als einzige Option,
dem Unmenschlichen
Widerstand endlich
zu leisten.

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