Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

Seite 34 von 301

Genug ist immer genug

Die Autorin Hilke Bruckmann ”“ sie arbeitet als Soziologin an der Jakobs University in Bremen ”“ hat in der Frankfurter Rundschau vom 21.1.2021 in der „Gastwirtschaft“ den Artikel „Aller Abgang ist schwer“ (Untertitel: „Wir brauchen eine Kultur des guten Verlierens“) veröffentlicht. Darin schreibt sie u.a.

„ Deshalb brauchen wir eine neue Kultur des guten Verlierens, des selbstbewussten Scheiterns und rechtzeitigen Aufhörens. Zweifellos ist Scheitern unangenehm und alternative Fakten können den Betroffenen den klaren Ver- und Anstand vernebeln. Gleichzeitig ist der Preis, den Gesellschaften für die verschleppten Abgänge in Politik und Wirtschaft zahlen, zu hoch. Deshalb kann man es nicht dem einzelnen überlassen, zu entscheiden, wann es soweit ist.“

Ist das – vorausgesetzt, dass wir gute Möglichkeiten dafür finden – nicht eine großartige Idee für den Beginn des Zeitalters des Wassermanns?

Ein paar bolivianische Worte

Wir sind Iyambae, sind freie Menschen ”“ überall auf der Erde.
Und wir sind auch Jiwasa. Wir sind du und ich, beide gleichberechtigt.
Pachakuti (Veränderung) ist notwendig in dieser neuen Zeit.

Was ist da ein Christentum mit Dogmen, die töten?
Was ist da ein Islam, der Tötung propagiert?
Was ist da Kolonialismus, der unterwerfen will, was frei ist?

Wir brauchen Pachakuti ”“ alle Menschen auf der weiten Welt.
Wir brauchen wenigstens ein Gefühl für Jiwasa.
Denn wir sind Iyambae. Überall auf der Welt.

Das ist mit bolivianischen Worten
das Wesen des neuen Zeitalters des Wassermanns,
das seit 2020 auch bei uns angekommen ist.

Ein gutes 2021

Ich hoffe, ihr seid alle gut ins neue Jahr 2021 gekommen. Ich wünsche Euch ein genau so gutes Jahr, wie es der 21. Dezember 2020 versprochen hat: Das erste ganze Jahr 2021, das unter dem Zeichen des Wassermanns steht, ein Jahr, das für ein Zusammenleben aller Menschen in Gemeinwohl steht.

Friedensbotschaften

Ich bin ja oben.
Blicke ins Tal hinab.
Blicke hinüber
auf die andere Seite,
dorthin, wohin man
mit dem Fahrrad eine gewaltige,
ebene Strecke
fahren müsste.
Ich sehe den Sonnenschein dort.
Hier ist die Sonne
durch schwarze Wolken verdeckt.
Sie lassen aber blaue Flecken
wie Inseln blank liegen
am Himmel.
Aber ohne Sonnenschein
auf der Erde.

Der Wechsel zwischen
Sonnenschein dort,
blauen Flecken hier,
Nebelresten unten im Tal.
Das alles macht ein Bild,
eines, das wunderliche Zeichen setzt,
hin und wieder und
Botschaften sendet hinaus:
Friedensbotschaften.
Gemeinsam sie zu erfahren

im Bild!

Die Quelle

Ich war einmal,
klingt fast wie ein Märchen,
ich war einmal im Land,
in dem tatsächlich die Buchen,
in dem die Eichen,
in dem noch andre Bäume
in Mengen stehen,

ich war einmal im Land,
wo Regen selten fällt,
wo kahle Wände hoch aufragen,
im Land, wo wir einst wanderten,
an diesem Tag wohl stundenlang.

Wir wanderten durch Wälder,
wo die Eichen häufiger sind
als hier bei uns, wo sie
jahrhundertalte hohe Stämme
so hoch gar in die Himmel heben,
als hörten sie nie auf.

Nein, dort sind sie bescheiden,
stürmen nicht so in die Höhe,
doch undurchdringlicher
sind alte Wege schnell bewachsen,
sind verwoben in Unendlichkeit
des Wesens.

Dort wanderten wir einst,
nur ein Ziel stets im Sinn:
die Quelle, wo aus dem Fels heraus,
aus einer Höhlung,
geformt wie die zwei Hände,
die aneinandergelegt,
mit Daumen ganz nach innen
unten gedrückt, so dass sie
den Boden eines Rinnsals bedeuten,
das heilende Wasser herausfloss.

Und schließlich standen wir dort,
standen staunend, sahen
aus der Mandorla,
über ein paar steinerne Stufen,
das Wasser in einer Rinne
herfließen zu uns,
wo wir es fassen konnten

und trinken.

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 Maier-Lyrik

Theme von Anders NorénHoch ↑