Während andernorts die Äpfel rar waren und die Ernte überreich auf unseren Fluren, lohnte das Pflücken sich überall dieses Jahr ganz besonders und die Bäume halten Weihnachtskugeln nun nicht mehr vor für das Fest auf den Wiesen.
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Verdeckt vor dem Blick
die Berge der Alb.
Verdeckt und verborgen
die Wälder, die gelben.
Die Bäume erstehen erst
und ihr Doppelgold
von Laub und glänzendem Licht
aus den Nebeln,
den Neuerern.
Und ich sehe.
Mein Enkeltöchterchen Cleo (seit kurzem 4 Jahre alt) aus Magdeburg ist auf einem der seltenen Besuche bei uns in Aichwald. Im Wohnzimmer hat sie ein Schneckenhäuschen in der Hand und ich höre sie vor sich hin deklamieren:
„Schnecke, Schnecke, komm heraus
aus Deinem Schneckenhaus!“
Sie betont die Trochäen deutlich ”“ in der zweiten Zeile mit ”šaus”˜ als Auftakt.
„Das reimt sich“, sagt sie mehr zu sich selber. Dann rennt sie zur Tür und ruft zu ihrer Mutter (unserer Tochter) zwei Stockwerke im Reihenhaus höher:
„Mammi, Mammi, ich habe ein Gedicht gereimt!“ und sie wiederholt ihr ”šGedicht”˜.
Das Leben lehrt sich durch uns das Leben.
Militärisches Denken ist ein Fehler;
und dieser Fehler ist System.
Das System, Hilflosigkeit
durch Allmachtsglaube zu begegnen.
In grauen Schleiern
lagern sich die Schichten
meiner morgenfrischen Fragen.
Sonnendurchtränkt
bezaubern sie schon
mein Ahnen.
Noch pflück ich
das geheime Wort
nicht von der Erwartungswiese.
Rot steht nachher
und golden
der Sonnenball der Verheißung
dort im Dunst.
Aussicht
Die Platanen,
deren Muskelspiel
ich misstraute
in meinen jungen Tagen,
das Gelb ihres Laubs
leuchtet so lieb
in der Sonne
des Herbstes.
Aussichten
Der Mercedes-Stern
(auf dem Turm des Hauptbahnhofes),
so schnell ging er unter,
als ich von der
Aussichtsplattform
oben im Kunstmuseum
am Schlossplatz
mit dem AUFzug
nach unten fuhr.
April im Oktober
Die Hagelkörnchen
meines fast verflogenen
Ärgers
über mein Abtauchen ins Business
hinter dem Königsbau:
da tanzen sie noch kurz
im Regenschauer
(schaurig scheint er zu sein
eine Weile)
auf dem Kopfsteinpflaster
vor dem Cafe
des Kunstgebäudes
am Schlossplatz.
Und schon scheint wieder
die Sonne.
Und das Blau des Himmels
wölbt sich mit dem Bogen
der Arkade,
in deren Schutz ich sitze.
Plötzlich dehnt es sich
über die grünen Anlagen
zwischen Schloss und Theater.
Kunst
Neben dem früheren Haupteingang
des Kunstgebäudes am Schlossplatz
auf die Travertinmauer gesprayt:
eine sehr schöne
goldgelbe Banane.
Hoffentlich bleibt sie.
(Am ehesten,
wenn sie allein bleibt)
Verhungert. Der Fall Sascha K. aus Speyer. Dem Fallmanager überlassen. Keine aufsuchende Fürsorge. Eigenverantwortung erwartet. Eigenverantwortung vorausgesetzt. Sonst Verhungern nicht ausgeschlossen. Auch das ist Hartz 4. Verhungert ist Sascha K. Gehört bei SWR2 Leben Montag, 15.10.2007 | 10.05 Uhr Verhungert Der Fall Sacha K. aus Speyer Von Christine Werner Und in wenige Wörter zusammengefasst. Originalmanuskript hier erhältlich:
Ein Ereignis
während des Lichterfestes
im Elbauenpark
in Magdeburg
mit Schwedenfeuern, Laternen
und Fackeln
stellte das ganze Event
in den Schatten:
der in geschmolzenem Gold
zerfließende, spektakulär
die Silhouette des
Jahrtausendturms umzüngelnde,
aber klar konturierende
Abendhimmel.
Die Farbe der Blätter
noch auf den Bäumen
gleicht sich immer mehr an
an die der fruchtbaren Erde.
Der Wandel
manifestiert sich.
Gleich noch eine zweite Fassung:
Wandel
Die Farbe der Blätter
noch auf den Bäumen
gleicht sich immer mehr an
an die der fruchtbaren Erde.
Der Wandel
offenbart sich.