Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Gefahr der Lächerlichkeit

Solange wir lachen
über uns selbst,
lachen wir nicht
über die,
die lange nichts mehr
haben zu lachen.

Doch das
Oktoberfestlachen
lässt uns stehn
auf der Kippe.

Kommentargedicht zum Kommentar von Michael zum Gedicht „Thema: ja, wer sind wir denn?“ von Karl auf „versalia.

BLOGPAUSE

Ich nehme mir ein paar Tage Großelternzeit (eigentlich schon seit gestern*) Ich bitte um etwas Geduld.

*Deshalb habe ich die Inauguration Obamas nicht live miterlebt. Wer das Gedicht von Elizabeth Alexander gehört hat, kann der oder die darüber berichten?

Lebensformen

Ein Löwe ist eine Katze.
Ein Frosch ist keine Katze.
Ein Mensch ist keine Katze.
Eine Katze ist eine Katze.
Ein Wohnzimmer gehört zu einem Haus.
Ein Schlafzimmer gehört zu einem Haus.
Ein Weizenfeld gehört nicht zu einem Haus.
Eine Wüste gehört nicht zu einem Haus.
Ein Garten gehört zu einem Haus.
Ein Löwe lebt nicht in Haus und Garten.
Ein Frosch lebt in Haus und Garten.
Eine Katze lebt in Haus und Garten.
Ein Mensch lebt in Haus und Garten.
Ein Löwe ist ein Lebewesen.
Ein Frosch ist ein Lebewesen.
Eine Katze ist ein Lebewesen.
Eine Fliege ist ein Lebewesen.
Ein Mensch ist ein Lebewesen.
Eine Katze lebt nicht nur in Haus und Garten.
Eine Fliege lebt nicht nur in Haus und Garten.
Ein Frosch lebt nicht nur in Haus und Garten.
Ein Mensch lebt nicht nur in Haus und Garten.

Ein Löwe lebt gar nicht in Haus und Garten.

Spezifisch Gazakrieg?

In welchem Krieg
sind die Opferzahlen
nicht
„unerträglich“ hoch,
wie sie der
UN-Generalsekretär
einschätzt?

Und wann kann man
bei einem Krieg
nicht
eine „gefährliche Eskalation“
konstatieren,
wie es der deutsche
Außenminister tut?

Kostenfaktor Kommunikation.

Ich tippe wund mir die Finger
und lande im computersprachen-
gelenkten Anweisungs-Dickicht:
Tippen Sie bitte die Eins.
Die Vier. Die Drei. Die Eins.
Jetzt die Zwei. Menschen als Partner
sind wohl zu teuer, um mir
die Gestrüpp-Dornen-Kratzer
zu ersparen. Versuchen Sie es später
noch einmal. Was mich das wieder
kostet an Ärger, dass E-Mail-Verschicker
als Spamverdächtige abgewimmelt werden.
Im Kontaktformular soll ich selbst wohl
herausfinden, wo´s bei mir brennt
ganz genau. Wozu soll eine Feuerwehr gar
bezahlt werden noch?

Elizabeth Alexander meint:

«Ein Gedicht kann uns eine Atempause geben, einen anderen Blick auf die Welt. Und das ist manchmal sehr nützlich, um Probleme anzugehen.»

Ich finde, das ist ein wichtiges Kriterium für Lyrik!

(Und wer ist Elizabeth Alexander? Das erfährt man hier: Netzeitung)

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