Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Aussichten

Die Schneefelder des Ruhens
verschwimmen in den
neblichten Wolken,
in denen unbekannte
Zukunften wabern.

Wenn ich weitergehe,
weitet die Sicht sich
und die Berge erscheinen
an hinterfragenden Horizonten.

Doch am Schreibtisch meines Verharrens
träumen Visionen
nur im Verborgnen
und warten aufs Wandern.

Aus dem Kommentargedicht von Petros:

Wir brauchen Hoffnung,
Hoffnungsträger,
Hoffende,
die den Rucksack voll haben
mit Visionen
und Träumen
(fast hinter den Horizonten des Träumbaren)

Wir brauchen
die Hüter der Hoffnung,
Schreiber,
die sich der Hoffnungsworte bedienen,
die in einem toten Zweig
neues Leben finden.

Wir brauchen Gedichte,
die Jenseitiges ins Diesseits stellen,
die Opposition sind
der Schwachheit der Klage,
die von nebelichten Wolken
berichten –
den Sonnen in ihnen.

Weißglänzendes

Weißes Geäder,
sonnenbeschienen,
rotbraunes Zweigegespinst
umwirkt
diesen Glanz
vor himmelblauem Tableau:
hoch ragt es auf
in die sichere Hoffnung
aufs Grünen,
nicht nur der Birke,
zu seiner Zeit.

Lehren aus der Etymologie für den Friedenswillen

Verzeihung versagen dem Schuldiger:
zweifache Verneinung von Dichten.
Sagen, was ist, zeigen,
wie sich´s verhält
– ein Verdikt ist ein Verdikt:
vere dictum: wahr gedichtet,
nicht: erdichtet, erfunden.
Vere!
Und doch nicht verdammen.
Die Hölle in den Bereich
der Fabel verweisen,
wenn die als lehrhafte Dichtung
nicht wirkt, sondern
aussondert und abschiebt
mindestens, eher
vernichtet.

Alles verstehen
heißt alles verzeihen.
Warum soll das nicht wahr sein?
Manchmal hilft”˜s schon,
die Wunde verbinden.

Etymologische Verwandtschaften zu ”šzeihen”˜ sind dick gedruckt;
inhaltliche Entsprechungen dazu zusätzlich gesperrt gedruckt.

Immer ist Abschied

Immer ist Abschied
eine Option,
wie man so nachlässig sagt,
aber wünschen kann man
ihn selten
und unerwünscht
erwischt er uns
heftig und droht
niederzuschlagen
optionslos.

Kommentargedicht zu Elsa Riegers „wenn gestorben ist.“

Kommentargedicht von Hermann Josef Schmitz“ dazu:

das geäst
unterschiedlichster bewegungen
verzweigter fügungen
brennender sehnsüchte
leiser verirrungen
und
schmerzender zärtlichkeiten
eingehüllt
in geformtes holz
der tag
ein schneeblatt
unbeschrieben in der lichtarmen stunde
tränengrau die erinnerung

(c) Hermann Josef Schmitz

Apologie des Frostes

Frostbeulen fürchte auch ich.
Und erfrieren darf keines.
Nicht ein einziger Mensch.

Aber den fruchtbaren Frost,
der keinen tötet,
willkommen heißen
will ich ihn doch:

Samen macht er bereit
zum Keimen.

Ach, der Frühling
gibt Recht erst
der Hoffnung.

Können wir sie
nicht denken
davor?

Reprint von „Apologie“ vom 14.11.2007, auch (und nur im letzten Teil des Textes) aus Anlass der gegenwärtigen Situation; damals nur von Petros kommentiert.

Liebe Freundinnen und Freunde

Während Diplomaten in Kairo argumentieren geht das Blutvergiessen in Gaza weiter– Die Opferzahl ist bereits auf über 700 angestiegen, mehr als die Hälfte davon Zivilisten, und darunter über 100 Kinder. Israelische Panzer, Flugzeuge und Artillerie bombardierten dicht besiedelte Gebiete und trafen dabei auch mehrere UN-Schulen. Tausende wurden verletzt und 1,5 Millionen Menschen stecken in dieser gefängnisgleichen Enklave fest – die Grenzen sind abgeriegelt. Die Hamas kämpft weiter und setzt die Raketenangriffe fort.

Unsere Bemühungen können wirklich einen Unterschied machen – Israels Aussenministerin gesteht ein, dass intensiver internationaler Druck eine Waffenruhe herbeiführen könnte. Aus diesem Grund übermittelten wir unsere Petition an Entscheidungsträger der UNO, der EU und der arabischen Liga und publizieren unsere Botschaft in einflussreichen Zeitungen wie der Washington Post. Unerhörterweise blockiert Präsident Bush noch immer eine seriöse internationale Resolution und versucht eine verdrehte Alternative, die Israels erdrückende Isolierung des Gazastreifen legitimieren würde, zu erlangen.

Genug ist genug! Die Tötung von Zivilisten muss aufhören und wir dürfen nicht zulassen, dass Bush& Co eine fair verhandelte Waffenruhe verhindern. Über 300,000 Bürger unterzeichneten unsere Petition. Mit Ihrer Hilfe gelangen wir auf eine halbe Million. Unser Aufruf wird in einer schlagkräftigen Anzeige in der Washington Post veröffentlicht – Folgen Sie dem unten stehenden Link, um die Anzeige zu sehen, die Petition zu unterzeichnen und die Kampagne bei Freunden und Bekannten weiterzuerzählen:

https://www.avaaz.org/de/gaza_time_for_peace

Viele europäische und arabische Staaten machen setzen sich für einen sofortigen Waffenstillstand ein. Doch Bushs „Waffenruhe“ zirkuliert hinter den Kulissen und schliesst die Hamas von einem Deal aus und lässt Israel freie Hand. Dieser Plan hätte katastrophale Folgen und würde nur die Gewalt und den Hass weiter anfeuern. Bushs Absichten stossen auf relativ wenig Kritik in den USA, vor allem weil die Stimmen für Frieden bis jetzt relativ leise waren. Auch für Barack Obama wird es schwierig werden Amerikas Vorgehensweise zu ändern, falls die Stimmen für Frieden nicht lauter werden. Doch es gibt diese Stimmen, und zwar in der progressiven jüdischen Gemeinschaft, deren Ruf für einen fairen Deal, der die Sicherheit der Zivilbevölkerung beider Seiten sicherstellt, durch unsere Anzeigen gestärkt wird.

Damit ein Waffenstillstand von Dauer sein kann, muss er die Zivilbevölkerung schützen und alle Angriffe, sowohl israelisches Bombardement und Bodenoffensive, als auch auf Israel, beenden. Internationale Beaufsichtigung wird dringend benötigt, damit die Grenzen geöffnet und Nahrungsmittel-, Treibstoff-, Medizin- und Warenlieferungen wieder möglich werden. Nur so kann eine Eindämmung des unter der Blockade zunehmenden Waffenschmuggels, sowie auch der Waffenstillstand auf beiden Seiten, garantiert werden.

Berichten zufolge könnte Israel einem solchen Abkommen zustimmen und auch die Hamas lässt Kompromissbereitschaft erkennen. Sie und Israel sollten herausgefordert werden, um zu sehen ob beide ihr Wort halten. Es gibt für beide Seiten keine militärische Lösung. Es ist höchste Zeit, dass sich die Weltmächte für eine faire Lösung einsetzen, die den Zivilisten auf beiden Seiten Frieden und Sicherheit ermöglicht. Unterzeichnen Sie jetzt unsere Petition und senden Sie diese Botschaft an alle die Sie kennen weiter – Wir publizieren sie in der Washington Post und anderen Zeitungen und übergeben sie an das Obama-Team, den UNO-Sicherheitsrat und an Europäische Regierungschefs:

https://www.avaaz.org/de/gaza_time_for_peace

Mit Hoffnung und Entschlossenheit

Paul, Pascal, Graziela, Ricken, Luis, Paula, Brett, Ben, Iain, Alice, Veronique, Milena und das gesamte Avaaz Team

Bekenntnis

Dessen bin ich
mir sicher:
einen Gott,
der dir befiehlt,
deinen Bruder,
deine Schwester
zu töten,

einen solchen Gott,
eine solche Göttin
gibt
es
nicht.

Dagegen ist
die Frage,
ob es
eine Göttin,
einen Gott
überhaupt
gibt,

zweitrangig.

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