Lyrisches von Helmut Maier

Schlagwort: Neue Maier-Lyrik (Seite 147 von 165)

Stille

Wie die Stille
zwischen den Worten
perlt in unser Leben!
Es ist der Wille,
ist an allen Orten,
der die Freude uns will geben.

Kommentargedicht, angeregt durch “Perlen der Stille” auf Ahora.

Hindukusch-Freunde

Und am Hindukusch
verderben die Freunde der Afghanen,
die Verteidiger westlicher Freiheit,
60 Prozent des afghanischen Bruttosozialprodukts
und nennen sich Freunde
der afghanischen Bauern,
deren Ernte sie zerstören,
nennen sich Freunde unserer Sicherheit,
die der Rache der afghanischen Bauern
ganz sicher sind.

Kommentargedicht zu Paul Spingers Antikriegstag

Signale

Die Farben der Wörter kosten,
ihren marmornen Glanz
einsaugen und ihn deuten
in weiteren Wörtern,
das Licht der Urzeit
verbreitenden.
Welche Wärme
aus ihren Strukturen
lebensbejahend dringt!
Blank zeigen sie sich,
voll kindlicher Unschuld.
Zeigen hinaus in die Zukunft,
unbeirrbar.

Dichtung

Gekelterte Erfahrung
Berauscht das Hören
Durch Worte.
Das Denken ist
Nüchternheit
Nach der Ekstase.
Die Worte werden
Zu versteinerten Muscheln,
Zu Versteinerungen des Erlebens,
Sortiert in Enzyklopädien
Oder aufgereiht als Perlen
In Colliers der Verzauberung,
In Gedichten.

Als Diktum aber
Werden Worte zu Müll,
Wenn sie abgenutzt sind.

angeregt durch den Beitrag „Allein?“ in Ahora

Die Mitte suchst du

Die Mitte suchst du
Vergebens
Auf dem Pfeilweg
Labyrinthisch
In die Irrungen geführt
Des Zielstrebigen
Umwege Scheuenden
In der Geduld
Des Beharrenden
Findest du sie
Und nimmst sie
Hinaus
In das Verlies
Deiner Traditionen
Diese sollst du
Hinterfragen
Und ihre Wirrungen
Nachzeichnen
In deinen Gedichten
Die von dem sicheren Weg
Der Schlange
Zeugnis ablegen

Machtpolitik

Verloren im Verlies
Der Macht
Die Mächtigen
Die Muskeln
Verdrängen
Den Raum
Des Wegs
Für die Retter
Die das Lösegeld
Der Versöhnung
Aufbringen könnten

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