Lyrisches von Helmut Maier

Schlagwort: Neue Maier-Lyrik (Seite 129 von 165)

Wie geschmiert

Einen Zusammenhang
zwischen einer Millionenspende
von einer Hotelkette
an die FDP
und der Entlastung der Hoteliers
durch das Wachstums-
Beschleunigungs-
Gesetz
gibt es ……..
(hier ist das Original
der Notiz
leider
ver-schmiert
und
unleserlich)

Vergleiche den Limerick von Petros „Von Guido, den Steuern und Spenden“: https://blogpoesie.com/?p=3111

und auch den Beitrag „Hildegard Hamm-Brücher zur Klientelpolitik der FDP. Wird Deutschland bekommen, was es verdient hat?“ bei Gedankenpflug.

Gesteuerter Zufall

Stochastische Zusammenschau

Zufallsgesteuerte Eingebung.
Heilige Schriften.
Sie zerfallen im Zufall
des Negierens.
Aber ihre Herrschaft überdauert
die vernünftigen Analysen
und erfreut die Ästhetik
der nicht mehr Gebundenen.
Doch Sinn muss erst mal
neu gegeben werden
zur Legitimation.

Eine Anklage an Heilige Schriften

Heilige Schriften.
Oh zufallsgesteuerte Dinge ihr!
Eure Eingebung: intelligentes Theater.
In die Kühltruhe für immer!
Legitimiert – du mußt sie rufen!
Welch spöttisches Glück ansonsten.
Heilige Schriften ihr!
Tiefgekühlt lange Zeit.
Heilige Schriften zwischen Sinnen und Staunen.
Heilige Schriften ja so federleicht
fliegend dahin.
Oder eingeharkt
in Unkrautäcker der Willkür.

Besinnung

Wir gehen jetzt schon auf Lichtmess zu;
unter dem Schnee liegt die Landschaft in Ruh.
Und auch wir sollen uns besinnen:
Was sollen wir Sinnvolles jetzt beginnen?

Wenn jetzt nicht das Herz zum Herzen gern spricht,
kommt Freude und Frohsinn nimmer ans Licht.

Bleigießen, Däumeln & Co

2010 – das Jahr
endlich
neuer Zielsuche,

erst mal
im Jemen?

Curt hat folgenden Limerick als Kommentargedicht dazu geschrieben:

Der Eine hat Kugeln gegossen.
Der Nächste hat sie dann verschossen.
Doch der ohne Hoffen,
der wurde getroffen
Die Rechnung bleibt so ewig offen.

Petros hat folgendes Kommentargedicht dazu beigetragen (hier in der von Petros inzwischen veränderten Fassung):

Zum Beispiel USA

Die Welt sie stets belachten,
Im Glauben Recht zu pachten.
Mit Freiheit sich umnachten,
Sie Brände viel entfachten.
.
Vietnam”¦ und Bomben krachten.
Irak”¦ Massaker brachten.
Afghanistan”¦
Nach Talibanen schmachten.
Jemen”¦ “Jetzt”, sie dachten.
HH”¦ nach Leben trachten.
.
Sie schlagen ihre Schlachten,
Den Frieden zu entmachten.

Neujahrsnacht (zum Auswählen)

I.

Schatten im Mondschein.
Klare Baumgeästgrafik,
Auf Vollmondlicht-Grund.

II.

Der Vollmond
malt Baumgeästgrafik
auf den Weg
durch die Neujahrsnacht.
Bläue am Abendhimmel
nach Mitternacht noch.
Und die Schritte gelingen,
traumdurchwirkt,
in der Wirklichkeit.

Als finge
Neues nun an.

Zeitenwende

In einer Vorschau der tazzwei auf Seite 13 der taz vom Montag, dem 28. Dezember 2009 heißt es:
In der Nacht zum Freitag beginnt ein neues Jahrzehnt.“

T u t  es das?

Schon beim Beginn des dritten Millenniums unserer Zeitrechnung war der Streit groß, ob dies am 1.1.2000 oder erst am 1.1.2001 anfange. Mathematisch gesehen war nach dem fiktiven Geburtstermin Jesu ein Jahr vergangen (das Jahr 1 nach Chr.), als das Jahr 2 begann. Entsprechend waren zwei Jahrtausende erst vergangen, als das zweitausendste Jahr um war, also um Mitternacht am 31.12.2000. Aber die Faszination der drei Nullen bei 2000 ließ die Menschen allerorten den Jahreswechsel 1999/2000 als Beginn des dritten Millenniums feiern. Entsprechend wären jetzt seit diesem Zeitpunkt 10 Jahre vergangen und ein neues Jahrzehnt stünde vor der Tür.

Aber wann beginnt ein Jahr?
Beginnt es, wenn eine neue Jahreszahl geschrieben wird?
Fängt es da an, wo die Tage wieder länger zu werden beginnen nach der Wintersonnwende?
Warum gilt uns nicht der Beginn des Kirchenjahres als der Aufbruch in eine neue Einheit, nach der wir uns richten?
Und wäre es nicht sinnvoll, uns jede Sekunde als den Beginn eines neu vor uns liegenden Jahres bewusst zu machen ”“ so wie wir das mit dem Geburtstag als dem Beginn eines neuen Lebensjahres tun?

Feiern wir also Neujahr als  d e n  einzig gültigen Beginn eines neuen Jahres und dieses Mal auch (fälschlicherweise?) als den Beginn eines neuen Jahrzehnts?

Zu diesem Fragenkomplex habe ich das folgende Gedicht geschrieben:

Zeitenwende

Einstieg, Übergang, Fortgang.
Beschwer. Unsicher. Hoffnung.
Wiederholung oder Neubeginn?
Die selben Herzschläge wie immer.
Göttin sei Dank!
Das Blut läuft durch die Adern.
Gliedmaßen ordnen ihre Bewegungen
den Möglichkeiten unter.
Werden innere Gesichte
von Wandlung?
Aufbruch,
wo der Verband
zusammenhalten sollte?
Die glücklichen Schritte des Kleinkinds:
Näher komm ich dem Ziel
aus eigener Kraft.
Tänzelnde Zuversicht:
Enttäuschung
ist nur ein Verschieben
von Möglichkeiten.
Der Opa macht Hoppereiter
und die Vertrautheit,
sie wächst.
Und das Neue wächst.
Und das Alte wächst.
Und die Zusammenhänge
ordnen sich.
Und es gibt mehr Gelegenheiten
als die ergriffenen.
Die meisten liegen dahinten.
Nimmer ergeben sie sich
auf die gleiche Weise.
Aber was tut das
zur Sache?
Greif zu!

Nun habe ich also meinen ersten Beitrag nach der BLOGPAUSE schon  v o r  Neujahr im Blog  eingesetzt und beginne damit gewissermaßen mein neues Blogjahr 🙂 . Dafür ist der nächste Beitrag (und der erste im neuen Kalenderjahr 😉 ) vermutlich (!) erst am 3. oder 4. Januar zu erwarten.

Wintersonnwend-Nachmittag

Heut”˜ Morgen strahlt”˜ die Sonne hell;
dann breitet”˜ sie zur Ruh”˜ ganz schnell
die Decke über ihr Gesicht,
nimmt Abschied halb mit ihrem Licht;
denn heute, s´ist ihr sonnenklar,
regiert das Dunkel wunderbar.

Wintersonnwende

Die Nacht,
in der wohl
alle Zukunft
schon Platz hat,
liegt heut vor uns.

Sonne zwinkert
kurz uns zu:
Ach, heut noch
hab ich so viel Ruh!

Und nun gebiert
das Dunkel neue Keime,
die ungesagt noch
neue Hoffnung nähren.

Und wenn sie dann gesagt,
geformt in Worte
als ein Gedicht so
vor uns liegen werden,
die Triebe eines reinen Trotzes,
dann erst verstehen wir,
dass aus dem Dunkel kommt,
was in das Licht sich drängt.

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