Lyrisches von Helmut Maier

Schlagwort: Neue Maier-Lyrik (Seite 102 von 165)

Herbstabend

Hat denn tagsüber die Sonne
das Herbstlaub der Birnbäume am Hang
aufgeladen mit Licht, dass es so leuchtet?

Durch die Milchglasscheibe vor dem Himmel
schaut doch nur verstohlen die Mondsichel raus.

Zwiefacher Herbst*

Der Herbst des Lebens lässt umgehn
mit endgültiger Vergänglichkeit.
Der Herbst des Jahres schielt nach dem Neubeginn.

*ein 28er: https://www.maierlyrik.de/blog/der-dreizeiler-mit-dem-namen-achtundzwanziger/

Bewegung*

Der Tanz des Vogelschwarms: Stare.
Starenschwarm am herbstlichen Himmel.
Tanz des Entzückens: Muntre Montagsdemo.

*ein 28er: https://www.maierlyrik.de/blog/der-dreizeiler-mit-dem-namen-achtundzwanziger/

Herbstlodern

Loderndes Sehnsuchtslilablau
von der Kristallkugel geworfen.
Illumination der weißgekalkten Wand.

Bruni ( https://www.wortbehagen.de/index.php ) hat als sehr hübschen Kommentar dazu Folgendes gedichtet:

wenn lilablau lodert
und Sehnsucht verspürt,

werden in Öfen Feuer geschürt,

bis Wärme die kalten Spitzen
unserer Finger berührt.

Ahnung

Trägst mich durchs Leben,
Erdmutter Bärin.
Entbärung nicht leiden
muss ich auf dem Weg
zu den Zielen,
gehalten von dir,
dir vertrauend.
Nicht aufhören soll ja
der Wandel der Zeiten
vom Blühen zur Frucht,
vom Wandeln zur Ruhe,
vom Verweilen zum Laufen,
vom Beginn zur Vollendung.
Und ich bin ein Teil,
trage bei zum Gelingen,
komme gewiss auch
zu rechter Bestimmung.

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