Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Die Zunge des Herbstes

Die Zunge des Herbstes,
schon über so manche Zweige hin
hat sie geleckt,
hat gefärbt und gezeichnet.
Doch noch trinke ich Grün
aus der Fülle.
Grau ist der Himmel gestrichen;
und schon sind wieder
Büsche und Bäume illuminiert:
Goldenes Grün glänzt,
weist den Weg wohl
dem Farbtopf.
Wer denkt schon,
dass alles zum Grau führt?

Die beiden Grafiken stammen von annemarie:

artisanne

Sie hat dort mein Gedicht zusammen mit diesem wunderschönen Schmuck veröffentlicht.

Jeden beliebigen Tag – geschrieben am 11. September

Wie man in den Wald
Wie man in den
Wie man in
Wie man
Wie
Wie man
Wie man in
Wie man in die
Wie man in die Welt
Wie man in die Welt hineinwirkt

Knall!

Anmerkung dazu am 16.9.07:

Bitte: JedeR sollte das n u r auf seine e i g e n e Wirkung in die Welt hinein (inklusive der seiner eigenen Gesellschaft natürlich) beziehen – und nicht auf die anderer!

Bloß so eine Redensart …

Der angekündigte Jobabbau
beim Arzneihersteller X
nach der Übernahme der A-Pharma
ist unter
Dach und Fach* –
sagt meine Zeitung.

Unter Dach und Fach?
Unter Dach und Fach?
Wirklich unter Dach und Fach?:

Gute Ernte?

*nach dem Text in der EZ vom 8.9.07, S. 23
(Überschrift: Stellenabbau trifft Konstanz):
„Der angekündigte Jobabbau beim Arzneihersteller Nycomed nach der Übernahme
der Altana Pharma ist unter Dach und Fach.“

Mich würde interessieren, ob der „Gedicht“-Text oben ohne die genaue Quellenangabe
bleiben könnte. Oder ist er dann oben ohne?

Laut und leise

Leistung muss sich endlich wieder lohnen.
Leistung muss endlich wieder …
Leistung muss wieder …
Leistung muss …
Leistung?
Leis:
Leistung …
Leistung muss …
Leistung muss wieder …
Leistung muss endlich wieder …
Leistung muss endlich wieder als endlich gelten.

‚Medienkritik‘ an Werbung

Diese Woche will ich für die medienkritische Ecke ganz kurz mit einem ‚Quiz‘ eine Werbung der Breisgaumilch „aus dem Herzen des Schwarzwaldes“ aufspießen:

Auf der Packung meiner fettarmen Milch steht:

„Mit modernsten Produktionsanlagen wird sie [die Breisgaumilch] nach dem Melken schnell verarbeitet und kommt auf kurzem Wege vom Erzeuger ins Kühlregal.“

Quiz:
Auf kurzem Wege heißt in meinem Fall vom Breisgau oder dem Herzen des Schwarzwaldes

a) nach Aichwald auf dem Schurwald beim Remstal?

b) nach Freiburg?

c) nach Hamburg?

Die Auflösung gibt’s auf der Stammseite 1 von Maier-Lyrik!

Gastlyrik von Dieter Gropp

Ich freue mich sehr, dass Dieter Gropp mir etwas für meine Gastlyrik geschickt hat. Gerne stelle ich folgendes Gedicht vor:

Ich will in meine Träume steigen

Ich will in meine Träume steigen
und blühen lassen meine Fantasien!
Ich werde täglich immer neu mir zeigen,
dass meine Feuer noch im Herzen glüh´n.

Auch älter werdend will ich weiter streben
und alle Sterne soll´n mir greifbar sein.
Ich will mich keinesfalls im Nichtstun selbst aufgeben ”“
Will rastlos bleiben, nicht für mich allein!

So nehmt mich denn beim Wort in meinen Tagen:
Die Träume sollen blühen und gedeih´n,
und täglich will ich es aufs Neue wagen
ein Mensch und Freund für Euch zu sein!

©lyrikdgr

Viel mehr von Dieter Gropp ist auf der Homepage www.lyrikdgr.homepage.t-online.de zu finden. Ein Besuch dort lohnt sich – nicht nur wegen der Lyrik ”¦

Störung behoben

Es tut mir leid: Zeitweise gab es – was die Sidebar angeht, die nicht mehr zu sehen war – eine mir nicht ganz erklärliche Störung. Dank dem Rat von Petros (siehe Kommentar) ist sie jetzt behoben. Vielen Dank, Petros.

Ausgleich

Ein überreiches Avalon
ist dieser Herbst, der frühe.
Auf langen, starken Stützen,
der Erde aufgepfropft,
ruhen mit Apfelsegen
dicht behängte Äste.

Die Trauben aber,
süß ganz ohne Zweifel; der Saft,
den sie im trock’nen Frühjahr missten,
noch fehlt er manchen.
Süße ohne Fülle, so
ist das eine – und das and´re
überreich.

„Islamist“ Gül?

In der EZ von heute, Mittwoch, dem 29.8.2007, wird berichtet, dass die Türkei mit dem bisherigen türkischen Außenminister Abdullah Gül erstmals einen Staatspräsidenten mit enger Bindung zum Islam gewählt habe. Im Kommentar dazu von Detlef Holland wird darauf hingewiesen, dass Gül schon als Außenminister ein akzeptierter Partner für die Europäer gewesen sei und als Brückenbauer gelte. Er könne nun als Beispiel dafür gelten, dass Muslime echte Demokraten sein könnten, wenn sie Religion von der Politik trennten.

So weit, so gut. Doch bei dem Hinweis darauf, dass die Wahl das Ergebnis des guten Abschneidens der AKP (Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung) bei den letzten Wahlen im Juli gewesen sei, unterläuft dem Kommentator doch die Formulierung, Millionen von Türken hätten den „reformierten Islamisten“ die Stimmenmehrheit gegeben. Ist das mit den anderen (beispielhaft aufgezeigten) Urteilen über Gül und die AKP vereinbar? Ob reformiert oder nicht: über die AKP ist von Islamisten die Rede. Kann man sie gleichzeitig als prowestlich orientiert und als Anhänger des Islamismus darstellen? (Was viele Medien tun!)

In der Wikipedia (im Internet) findet man den Islamismus unter: Islamischer Fundamentalismus:

„Islamischer Fundamentalismus, gemein auch Islamismus genannt, bezeichnet die Politisierung des Islam bzw. eine Leseart des Islam auch als politischer und nicht nur religiöser Ideologie. Die Ziele islamistischer Gruppierungen sind allgemein die Errichtung eines islamischen Staates oder die Umwandlung eines existierenden Staates hin zur Anwendung der Sharia – des religiösen Gesetzes – sowie die Verpflichtung der muslimischen und nicht-muslimischen Bevölkerung auf die Werte und Normen des Propheten Mohammed und der ersten vier Kalifen.
Der Islamismus ist eine politische Ideologie, die sich einer religiösen Sprache bedient und dabei gleichzeitig den Anspruch erhebt, die einzig wahre Auslegung des Glaubens darzustellen.“

Der Kommentator der EZ scheint das nicht gemeint zu haben. Aber sein Gebrauch der Rede von Islamisten scheint mir doch die Frage aufzuwerfen:

Können wir nicht von der grundsätzlichen Parallelität moralischer Urteile weltweit ausgehen?
Wird sie möglicherweise nur durch -ismen gestört? Und wie weit trägt dazu auch der schlampige Gebrauch von ”“ismus-Begriffen bei?

Wenn bei einem ”“ismus von Religionen die Rede ist, sollte man bedenken, was die NZZOnline über den Zusammenhang von Religion und solchen ”“ismen sagt:

„Religion ist ideologieanfällig. Aber sie ist nicht dasselbe wie Ideologie.“, konstatiert  sie im Kulturteil vom 29.8.2007.

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