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Mein Nussbaum-Haiku (Luftig …) aus dem Haiku-Quartett im vorliegenden Blog ist wert befunden worden in dem nagelneuen Blog „Quersatzein“ von Brigitte Fuchs (siehe Gastlyrik auf diesem Blog) am 20.5.2007 aufgenommen worden zu sein. Das ist für mich eine große Ehre.
Ich sehe übrigens das Nussbaum-Haiku nun plötzlich mit ganz anderen Augen. Im Ursprungs-Quartett hatte ich es, kaum war es in meinen Gedanken aufgeschimmert, in ein Klagelied eingebettet. So losgelöst wie hier bringt es mir selber eine ganz neu empfundene Stimmung.
Hier ist es noch mal – und eben ‚isoliert‘ – nachzulesen: https://www.brigittefuchs.ch/serendipity/luftig_26/
bzw. www.brigittefuchs.ch/blog/index.php?/archives/27-Luftig….html
„Vorbeugehaft für
G-8-Gegner“
titelt kürzlich die taz.
Da will ich mich doch
vorbeugend
melden.
Dann bin ich sicher …
Privatisierung.
Dagegen privates Glück.
Bloß Stiefgeschwister!
Dazu als Information die Quelle der Inspiration:
Kraftlinien,
sich aus allen Urwinkeln Europas
hier treffend,
ein Kraftfeld bildend,
Zerstörung,
überleben lassend
in Spuren wenigstens,
ein Ganzes bildend,
ausschließend
und umfassend,
bergend
und störend,
am Strande sich verlaufend
in die Weite des Meeres,
der Welt.
Kraftlos im Zentrum
Des Kraftfelds.
Wirbelnde Lebenslust
Um mich herum.
Wirbelnde Zerstörung
In mir.
Ruhendes Chaos.
Chaotische Ruhe.
Der Taifun braucht
Seine Zeit
Um die Stille
Des Auges
Zu vernichten.
Dann wieder ein Sein,
Wie zuvor
Nicht vermutet.
Die ausladenden Palmen,
die mit ihrem Dach Schatten spendenden Pinien,
die himmelwärts zeigenden Zypressen
– Markenzeichen einer Urlaubslandschaft.
Die zartgrünen Buchenwälder empfangen mich wieder:
beglückt.
Die renommierte Autorin Brigitte Fuchs ( www.brigittefuchs.ch ) ist über www.fhoelder.de.ms auf mein Lyrik-Blog aufmerksam geworden und schickt zur Aufnahme in die ‚Gastlyrik‘ das nachstehende Gedicht ‚Ein Lied fast schon gesungen‘. Es ist ihrem 2002 bei der edition 8 in Zürich erschienenen Band „Solange ihr Knie wippt“ entnommen. Ich bin mir der großen Ehre durchaus bewusst und freue mich es hier präsentieren zu dürfen:
Ein Lied fast schon gesungen
Grundsätzlich lässt es sich arbeiten
in diesem poesieangefüllten Zimmer
mit Blick auf das Rasenviereck das
immergrüne die feuchtfröhlichen Stufen
zur Wäschespinne hinauf das Wort
auf der Zunge legt sich der Länge nach
wie ich es bette da ist ein Leben beinah
zur Hand da ist ein Lied fast schon
gesungen (denkst du) ach was da ist ein
Wort nichts als ein Wort und ein Gedicht
fast schon eine Notlüge meingott
Brigitte Fuchs
Spaßvögel seh ich hüpfen
in wirren Sprüngen.
Vor nichts und niemandem
schrecken die Kreischenden je zurück.
Was schert sie´s?
Kein Ausscheren ist ihnen erlaubt.
Einem einheitlichen Scherzo
folgen die Tanzfiguren:
Gut ist, was Spaß macht.
Zerstreuung.
Ausbreitung auf den braunen Äckern
ohne Frucht.
Expansion ins Unfruchtbare,
weil die Bäuche zu leer sind.
Oder zu voll.
Lust wäre lustig.
Lust an sich herneigender
Anerkennung,
Lust an sich hinneigender
Zuneigung.
Lustbarkeiten als Rhythmus
der Abwechslung
führten in neue Antworten
und nicht in ein Koma.