Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Überraschung

Angela Merkel
vor dem Bundestag
über die Ziele der G8:
 
„Wir wollen der Globalisierung
ein menschliches Gesicht …“
 
Na?
 
Na?
 
Na: erst:
 
 
„… geben.“

Vorfreude im Mai

Vorgestern,
vor seinem Geburtstag ein Tag,
sagte mein Enkel
auf die freundliche Frage
einer Erzieherin,
was für ein besonderer Tag
am folgenden Tag denn wäre,
(denkend an die vielen Geschenke,
die er aufzupacken erhoffte):
 
Weihnachten!

Nussbaum-Haiku

Mein Nussbaum-Haiku (Luftig …) aus dem Haiku-Quartett im vorliegenden Blog ist wert befunden worden in dem nagelneuen Blog „Quersatzein“ von Brigitte Fuchs (siehe Gastlyrik auf diesem Blog) am 20.5.2007 aufgenommen worden zu sein. Das ist für mich eine große Ehre.
Ich sehe übrigens das Nussbaum-Haiku nun plötzlich mit ganz anderen Augen. Im Ursprungs-Quartett hatte ich es, kaum war es in meinen Gedanken aufgeschimmert, in ein Klagelied eingebettet. So losgelöst wie hier bringt es mir selber eine ganz neu empfundene Stimmung.

Hier ist es noch mal – und eben ‚isoliert‘ – nachzulesen: https://www.brigittefuchs.ch/serendipity/luftig_26/

www.brigittefuchs.ch/blog/

bzw. www.brigittefuchs.ch/blog/index.php?/archives/27-Luftig….html

Region Sizilien – oder: Mit dem Erbe leben

Kraftlinien,
sich aus allen Urwinkeln Europas
hier treffend,
ein Kraftfeld bildend,
Zerstörung,
überleben lassend
in Spuren wenigstens,
ein Ganzes bildend,
ausschließend
und umfassend,
bergend
und störend,
am Strande sich verlaufend
in die Weite des Meeres,
der Welt.

Wiedergeburt

Kraftlos im Zentrum
Des Kraftfelds.
Wirbelnde Lebenslust
Um mich herum.
Wirbelnde Zerstörung
In mir.
Ruhendes Chaos.
Chaotische Ruhe.
Der Taifun braucht
Seine Zeit
Um die Stille
Des Auges
Zu vernichten.
Dann wieder ein Sein,
Wie zuvor
Nicht vermutet.

Heimkehr

Die ausladenden Palmen,
die mit ihrem Dach Schatten spendenden Pinien,
die himmelwärts zeigenden Zypressen
– Markenzeichen einer Urlaubslandschaft.
Die zartgrünen Buchenwälder empfangen mich wieder:
beglückt.

Gastlyrik von Brigitte Fuchs

Die renommierte Autorin Brigitte Fuchs ( www.brigittefuchs.ch ) ist über www.fhoelder.de.ms auf mein Lyrik-Blog aufmerksam geworden und schickt zur Aufnahme in die ‚Gastlyrik‘ das nachstehende Gedicht ‚Ein Lied fast schon gesungen‘. Es ist ihrem 2002 bei der edition 8 in Zürich erschienenen Band „Solange ihr Knie wippt“ entnommen. Ich bin mir der großen Ehre durchaus bewusst und freue mich es hier präsentieren zu dürfen:

                    Ein Lied fast schon gesungen

 

Grundsätzlich lässt es sich arbeiten

in diesem poesieangefüllten Zimmer

mit Blick auf das Rasenviereck das

immergrüne die feuchtfröhlichen Stufen

zur Wäschespinne hinauf das Wort

auf der Zunge legt sich der Länge nach

wie ich es bette da ist ein Leben beinah

zur Hand da ist ein Lied fast schon

gesungen (denkst du) ach was da ist ein

Wort nichts als ein Wort und ein Gedicht

fast schon eine Notlüge meingott

 

Brigitte Fuchs

Fungesellschaft

Spaßvögel seh ich hüpfen
in wirren Sprüngen.
Vor nichts und niemandem
schrecken die Kreischenden je zurück.
Was schert sie´s?

Kein Ausscheren ist ihnen erlaubt.
Einem einheitlichen Scherzo
folgen die Tanzfiguren:
Gut ist, was Spaß macht.

Zerstreuung.
Ausbreitung auf den braunen Äckern
ohne Frucht.
Expansion ins Unfruchtbare,
weil die Bäuche zu leer sind.
Oder zu voll.

Lust wäre lustig.
Lust an sich herneigender
Anerkennung,
Lust an sich hinneigender
Zuneigung.

Lustbarkeiten als Rhythmus
der Abwechslung
führten in neue Antworten
und nicht in ein Koma.

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