Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Alp-Glaube des Thomas

„Meine Bekenntnisse sehe ich
dahintreiben Wollmäuse
in der Steinwüste des Wissens
verschwimmen im Sandsturm
der Gefühle unbeheimatet und
vage davonschweben im Schwarm
mitfliegen und verschwinden
an Horizonten aufleuchtender
Irrlichter begraben keiner
will sie ergreifen und jeder lässt sie
entkommen jeder hält sie
genausowenig wie ich
in den leeren Händen nur
meine Rufe erreichen sie noch
íhre Antworten undeutlich
kryptisch ihr Sinn aber
es gibt sie …“

Marsch oder Ostermarsch?

Kosovo
Wo noch?
Kongo
Sonstwo?
Bosnien-Herzegowina
So wie wir´s haben wollen?
Horn von Afrika
Kein Abschied vom Golf von Aden?
Afghanistan
Nicht nur in Schierenblecken?

Oh nein
Wir verteidigen unseren
Mitherrschaftsanspruch
in dieser Welt
am heftigsten

am Hindukusch

Wie wollen wir da
China kritisieren?

Bauhausgedanken

Wüssten wir, was wahr ist,
wir wüssten zu leben,
betteten uns in
Wohnzimmer der Erinnerungen,
versteckten das Runde
unserer Träume
in Quader von
fensterflächenverhangenen
Meisterhäusern.

Aber Ornamente,
mit denen wir das
unerlebte Leben genießen
könnten,
würden uns fehlen.

Und Wahrheiten,
denen wir trauten,
so einfach wie Quader
sind sie ja doch nicht.

Und Organisches
wächst aus den Funktionen,
wie der Zweck die Form
wohl gebiert,
wenn sie nicht selber
sich dennoch entwickelt
aus ihrem sinnvollen Samen,
ganz zweckfrei.

Und wir träumen und sind.

Konfession

Ich lebe lieber in der Angst

als in der Sorge,

weil ich mir dann

vom Schicksal etwas borge:

Weil ich ja da

nicht die Verantwortung empfinde

und mich im Treibenlassen

wiederfinde.

Das ist bequemer allemal,

ist´s leider manchmal auch ´ne Qual.

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