Die Mitte suchst du
Vergebens
Auf dem Pfeilweg
Labyrinthisch
In die Irrungen geführt
Des Zielstrebigen
Umwege Scheuenden
In der Geduld
Des Beharrenden
Findest du sie
Und nimmst sie
Hinaus
In das Verlies
Deiner Traditionen
Diese sollst du
Hinterfragen
Und ihre Wirrungen
Nachzeichnen
In deinen Gedichten
Die von dem sicheren Weg
Der Schlange
Zeugnis ablegen
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Verloren im Verlies
Der Macht
Die Mächtigen
Die Muskeln
Verdrängen
Den Raum
Des Wegs
Für die Retter
Die das Lösegeld
Der Versöhnung
Aufbringen könnten
Heute ist Antikriegstag – wie an jedem 1. September. Ich habe heute in Esslingen bei einer Kundgebung des Friedensbündnisses Esslingen vor der Nikolauskapelle über den Krieg in Afghanistan gesprochen. Vielleicht mag ja jemand diese Rede nachlesen.Eventuell auch hier.
Verlassen ist man, wenn man sich auf nichts mehr verlassen kann.
Immer im alten Trott?
Oder Überraschung des immer wieder Neuen?
Beides finde ich im Kreis
der Spirale.
Kommentar zu einem (offenbar von mir angeregten) Text von Petros
Worte fließen
und fügen sich
in die Richtung
zu fließen
des Bachbetts.
Wortrinnsale
fügen sich
zusammen
zu Stromschnellen
der Überraschung.
Kommentargedicht zu einem Senryu von Syntaxia
Wie Aphrodite will ich
Aus dem Bad der Reinigung
Ganz unbeschadet, unschuldig
Stark und wieder gesund
Erstehen, von dem Schaum
Der Wogen umbrandet in
Ganz neuem Glanz mich zeigen.
Ich will, was war, im Ozean
Versenken, will, wenn ich fühle
Des Sundes starke Strömung,
Aus ihm hervorgehn und
Des Wandels walten.
So wendet alles sich und geht
Von Neuem den Weg des Neubeginns,
Der ewigen Gesetzen treu
Gesundheit gibt und das Gelingen.
So kann ich in der Welt bestehen
Nach aller nicht ertrag´nen Last,
Nach Niederlagen, allem Stöhnen,
Das nun dem Jauchzen Platz macht
Und der Freude.
wind war der bote,
der uns goldblätter brachte
und silbertränen
Artisanne hat mich schon wieder überrascht – mit einer (wenn das möglich wäre) noch schöneren Perle.
Mit Meeresgrün
gewaschenes Himmelsblau.
Zerflossene Funkenspuren
rändern die Wolken,
buchen-silbergrau,
mit Goldstaub
aus dem Sonnenglutapfel.
Die Rokoko-Rundungen
der Solitude umspielt
die göttliche
Erfüllungs-Szenerie
einer Sommertags-Ahnung.
Diese Nacht,
was wird sie wenden?
Artisanne hat zu diesem Gedicht eine wunderschöne Perle gemacht.
Wir dürfen den Wandel erleben. Wenn der Wandel endet, endet auch das Leben.
(Kommentar zu Sabine Fenners „Nahende Jahreszeit“)