Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Dichtung

Gekelterte Erfahrung
Berauscht das Hören
Durch Worte.
Das Denken ist
Nüchternheit
Nach der Ekstase.
Die Worte werden
Zu versteinerten Muscheln,
Zu Versteinerungen des Erlebens,
Sortiert in Enzyklopädien
Oder aufgereiht als Perlen
In Colliers der Verzauberung,
In Gedichten.

Als Diktum aber
Werden Worte zu Müll,
Wenn sie abgenutzt sind.

angeregt durch den Beitrag „Allein?“ in Ahora

Die Mitte suchst du

Die Mitte suchst du
Vergebens
Auf dem Pfeilweg
Labyrinthisch
In die Irrungen geführt
Des Zielstrebigen
Umwege Scheuenden
In der Geduld
Des Beharrenden
Findest du sie
Und nimmst sie
Hinaus
In das Verlies
Deiner Traditionen
Diese sollst du
Hinterfragen
Und ihre Wirrungen
Nachzeichnen
In deinen Gedichten
Die von dem sicheren Weg
Der Schlange
Zeugnis ablegen

Machtpolitik

Verloren im Verlies
Der Macht
Die Mächtigen
Die Muskeln
Verdrängen
Den Raum
Des Wegs
Für die Retter
Die das Lösegeld
Der Versöhnung
Aufbringen könnten

Hinweis

Heute ist Antikriegstag – wie an jedem 1. September. Ich habe heute in Esslingen bei einer Kundgebung des Friedensbündnisses Esslingen vor der Nikolauskapelle über den Krieg in Afghanistan gesprochen. Vielleicht mag ja jemand diese Rede nachlesen.Eventuell auch hier.

Wiedergeburt

Wie Aphrodite will ich
Aus dem Bad der Reinigung
Ganz unbeschadet, unschuldig
Stark und wieder gesund
Erstehen, von dem Schaum
Der Wogen umbrandet in
Ganz neuem Glanz mich zeigen.

Ich will, was war, im Ozean
Versenken, will, wenn ich fühle
Des Sundes starke Strömung,
Aus ihm hervorgehn und
Des Wandels walten.

So wendet alles sich und geht
Von Neuem den Weg des Neubeginns,
Der ewigen Gesetzen treu
Gesundheit gibt und das Gelingen.

So kann ich in der Welt bestehen
Nach aller nicht ertrag´nen Last,
Nach Niederlagen, allem Stöhnen,
Das nun dem Jauchzen Platz macht
Und der Freude.

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