Trittst Du auf der Stelle, ist der Ausweg der Ausgangspunkt zu etwas Neuem.
*vychodisko (mit einem ‚ auf dem y!) kann sozusagen als Orakel dienen. Es heißt im Tschechischen so viel wie Ausweg, aber auch Ausgangspunkt.
Lyrisches von Helmut Maier
Trittst Du auf der Stelle, ist der Ausweg der Ausgangspunkt zu etwas Neuem.
*vychodisko (mit einem ‚ auf dem y!) kann sozusagen als Orakel dienen. Es heißt im Tschechischen so viel wie Ausweg, aber auch Ausgangspunkt.
Je kürzer die Tage,
desto tiefer steht die Sonne.
Je tiefer die Sonne steht,
desto inniger verbindet sie sich
mit unsern Räumen.
Deren Vertikales Außen
wird überwunden.
Deren Inneres wird erhellt
in der dunklen Zeit
der kürzeren Tage.
Geheime Daten
sind offenbar.
Wir können sie
akzeptieren
oder auch löschen.
Kommentargedicht zu Utas Gedicht hier.
Plagiat
(Original hier oder in einer Hördatei hier.)
„Control orders“ – das
sind übersetzt
polizeiliche Auflagen. Klingt
eigentlich ganz harmlos. Doch
die Maßnahmen haben es
in sich. Zum Beispiel: Hausarrest
ohne Telefon und Internet. Der droht
Terrorverdächtigen in Großbritannien
oder Personen, die als nationales
Sicherheitsrisiko eingestuft
werden.
Polizisten
entscheiden darüber, wer
die sogenannte elektronische
Fußfessel bekommen soll.
Ohne Haftrichter,
ohne Gerichtsverfahren.
Ergänzung hier
Siehe auch Barbara Hauser auf ”šGiocanda”˜: Schöne neue Zeit
Helmut bei der Demo in Stuttgart
Zum Glück waren es immerhin so viele!
Aus Zeitwellen spritzt
Sekundengischt
über den Lebensbug.
Durch die Brandung
steuert das Boot
irgendwann
an das Land
der Verheißung
des Stillstands.
Kommentargedicht zu Barbaras „Im Laufe der Zeit„.
Curt hat das Gedicht „Verheißung“ so kommentiert:
Möglicherweise?
Welcher Bote hat verheißen
dass es ”˜Land des Stillstands´ gibt?
Nur weil Tote nicht mehr reisen?
Der Gedanke ist beliebt.
Gibt´s das Land, werden gar viele
sich noch wundern, dort geht´s rund.
Keinen Stillstand, nicht nur Spiele,
weiter lernen wär gesund.
Das Auge trinkt
und schwindelt schier,
was ein Gefühl dem Menschen bringt
in seinem Innern, ja, grad hier.
Zucker-
Ahorn-
Rosen-
und Orangen-
hauch,
was meldet da der Bauch
dem Hirn?
„Ach Erde, Himmel, Arsch
und Zwirn,
ich hoffe, du hast nicht vergessen,
die rechte Handlung zuzumessen:
Nicht nur das Fressen wie bei Hammeln
soll da im Vordergrunde stehen.
Etwas ganz andres sollst du sammeln,
sonst wird es schlecht im Winter dir ergehen.
Im Zweifelsfalle wird die Seele darben,
sammelst du jetzt das Allernötigste nicht: Farben.
Schwerter schneiden
Keine Brote im Frieden.
Doch wer will verzichten
Auf den goldenen Glanz
Ihrer Klingen?
Wälle schützen den Wohlstand
Für Wohlgeborene freilich.
Doch angeborene Warner
Gehen verloren im Wahn
Schützender Bauten.
Wo Gefahren verschwinden
Aus dem Bewusstsein,
Verlieren sich Erbarmen
Und Güte.
Wie kann ein liebender Gott
Ein feste Burg sein?
In der Sorglosigkeit der Sicherheit
Vergisst man, wie notwendig
Der Verzicht auf die Macht ist.
Und schon naht das Verderben,
Mit dem niemand gerechnet.
Unausweichlich erscheint
Auch die letzte Katastrophe,
Wenn keine Flucht mehr
Gedacht wird.
Heute ist Zeit für das Duft-Ritual.
Wer’s ganz genau haben will: 17:44 Uhr MESZ
Ein Monster
an journalistischer Objektivität:
„Ich stelle die Dinge dar,
wie sie sind.“
Er will nicht wissen,
wie er sie sieht.
Zwischen den Fingern
den getrockneten
Lavendel zerrieben.
Einsaugend den Duft
den Sommer zurückgeholt
noch einmal habe ich mir. Dann
verabschiede ich ihn
getroster. Wiederholung ist
möglich, tröstend auch nach
diesem Tag, an dem die Länge
des Tags und der Nacht
einmal sich gleichen noch
vor dem Winter. Wiederholung
auch dieses Rituals seiner
Vorahnung im Sonnenschein
dieses Tages ist – weiß ich nun –
möglich und nimmt
ihm endlich die unerbittliche
Härte in meinem Wissen.
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