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Als das Theodor Fontane 1859 schrieb,
dachte er natürlich nicht
an das Desaster Amerikas
und seiner Untergebenen
in Afghanistan 2021: noch nicht:
„Die hören sollen,
die hören nicht mehr.
Vernichtet ist das ganze Heer.
Mit dreizehntausend der Zug begann.
Einer kam heim aus Afghanistan.“
Doch „der Freitag“ vom 19. August 2021
schreibt über die „westlichen“ Eroberer:
„Sie beschwören die Menschenrechte
und verüben Verbrechen
gegen die Menschlichkeit.“
Ist das nicht schlimmer?
Hört heute man endlich
„auf Fontanes britischen Reitersmann“:
„Bringe Botschaft aus Afghanistan“?
Wie schön ist doch die Welt heute,
wie schrecklich die Verbrechen an ihr!
Beides können wir nicht haben auf Dauer.
*ein Achtundzwanziger
Afghanistan, Afghanistan,
Wie wird das enden? Kommt neuer Schwung
in Talibans Herz und Sinn? Und den Verstand?
Und erst bei unseren Soldaten!
In Mali oder sonst irgendwo?
*ein Janka
Meine liebe Tante Marie
saß nie im Lehnstuhl meines Opas,
ihres Bruders, dessen Haushalt sie führte.
Auch nicht, als er noch täglich im Büro saß
der Degerlocher Kirchenpflege.
*ein Janka
Ein Schwarm von Schwalben.
Schwarze Silhouetten am Himmel.
Nur hin und wieder
blitzt ein silberner Bauch
beim Vorbeifliegen auf.
Schwäbisch Hall. Vor der Freitreppe.
Letzte Corona-Ansagen des Sprechers.
Das Licht geht an. Ein Tusch. Große Erwartung.
Eine Taube fliegt auf die Bühne. Und sie
hüpft eine Stufe hinab und noch eine.
Und sie fliegt weg.
Das Spiel „Nathan, der Weise“ kann beginnen.
Die wilden Bienen,
verteilt auf
dem üppigen Dost in der Sonne,
Nektar schlürfend,
wie hier und da ein Schmetterling,
sogar ein Pfauenauge!
Sommer!
In Unordnung ist die Welt.
Und wir wussten es,
dass es so kommt.
Aber wer wollte was tun
dagegen?
Klar, jede*r wollte ein bisschen tun,
jede*r die oder der
nicht ganz bescheuert ist.
Aber wirklich eine andere Welt?
Jetzt haben wir sie, die ganz andere Welt!
Stündlich ändert sich das Wetter.
Mal lieblich, mal stürmisch kommt”˜s daher.
Wir müssen lernen, damit umzugehen.
*ein Achtundzwanziger