Eins ist der Kosmos.
Zweigeteilt ist das Eine
in oben und unten.
Das Oben gebiert Mond um Mond
und um Mond.
Unten im Menschengeviert
findet der unendliche Raum sich
in Grenzen.
Vielgestaltige Grenzen
ergeben Leitern des Strebens.
Doch im Wechsel der Monde
finden die Menschen zusammen
in Paaren
wie das Ew´ge in eins mit dem
unendlichen Raum.
Gebären und Leben.
Leben und immer wiederkehrende
Ruhe.
Vielzahl der Dreien und Vieren,
vervielfacht multipel
und addiert in Gemeinsames
baut die Kultur.
Natürliches Ruhen
und Gebautes vereinen
in gigantischen Werken,
in hilfreichen Statuten,
in Menschenleben
und ”“streben:
aufgegeben ist es den Menschen:
dieses Geschenk.
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Zurück
melde ich mich
in neuen Monden
in meinem eig´nen Geviert.
Suchend das Gefund´ne*.
Lesend das Verschlüsselte.
Begreifend das Unfassbare.
Wiedergeburt
ist nicht zu schaffen
in einer Stunde
und in einem Gedicht
(schon gar nicht).
* Bei Google Earth hier: N 48°23’44“ E 2°31’00“ bei der Placemark ist das Foto (s.o.) eingefügt (Den Ancient Rock haben wir aber zwar in der Nähe 🙂 , jedoch durchaus nicht hier gefunden 🙁 )
Beschäftigt war ich diese Woche
meiner Frau zu folgen
(I am one of her followers to be sure)
was mir nicht immer leicht fällt.
Aber sie kannte den Weg
zu den Höhlen
mit den Felsritzungen.
Und so einfach war das
nicht gerade:
nicht einfach den jungen
Esskastanien-Bäumchen
und ihren kleinen Igelchen
auf dem Waldboden
mit dem schmackhaften Inhalt
vom Vorjahr
mussten wir folgen.
Höhenrücken galt es
zu unterscheiden
und Felsgruppierungen.
Und ihre Trefferquote
war phänomenal.
Und ich stand da
und staunte
und war ergriffen
von der Geisthaftigkeit,
von der die Ritzungen zeugten.
Und eine gute Übung
meiner Frau zu folgen
war es zudem.
Vielzahl der erfahrenen Meinungen
gibt ein Muster des Lebens.
Eingeordnet. Eine Einzelentscheidung
im Einklang mit der Natur,
mit den Gegebenheiten,
mit dem Gegebenen. Verbunden
mit uraltem Wissen. Neu
erkannt und bekannt
in den Zeichen der Zeit,
in den Zeichen der Welten,
in den Zeichen
des Lebens.
Eingeritzt in die Felshöhlungen,
eingeritzt in den Schatz
gemeinsamen Wissens mit allen
Eingeweihten. Allen Lernenden.
Allen Beflügelten.
Ansonsten hübsch anzusehen.
Ansonsten Denkmal der Geschichte.
Ansonsten feux interdits immerhin (doch wieviele
Kletterer halten sich daran?) Immerhin
aber Sonstiges belanglos
im Alltag.
Kraft schöpfen können wir nur,
wenn wir uns einlassen
auf das Geschenk.
SCHWARZ-GELBE:
ZWERGBLASE H(onoris) C(ausa)
– vielleicht sogar völlig!
Die vergangene Woche war ich bei der Familie einer meiner Töchter in Magdeburg. Dabei habe ich wohl nicht so ganz bei der Sache die Bloggerei betrieben. Da ich in den kommenden zehn Tagen sehr beschäftigt sein werde (womit: das werde ich dann verraten 🙂 ), will ich mich im Voraus schon entschuldigen, dass ich noch weniger oder gar nicht bei der Sache sein werde.
Als Kommentar zu meinem Gedicht „Walpurgisgedanken am Harz“ hat Bruni Kantz mir dieses Gedicht „Hexe Grünspan“ geschickt, das ich hier noch einmal, dieses Mal als Gastlyrik, präsentieren will (und darf):
Kennt Ihr die Hexe Grünspan,
auch Frau des Grünwalds genannt?
Sie lebt nun schon SEHR lange!
Mindestens einhundertfünfundsiebzig Jahre
und ein halbes, plus einen Tag, zwölf Stunden,
vierundfünfzig Minuten und etliche Sekunden.
Ihr Haar ist durchwirkt von silbernen Fäden,
die Kleider, grünlich, moosig und verblichen,
sind von dezenter Eleganz, doch brüchig
und an vielen wichtigen Stellen
im Laufe der Zeit doch sehr zerschlissen.
Im Alter gebeugt und trotzdem gerade,
gestützt mitunter auf ihren Stock,
begegnet sie uns im Collagenwald,
in dem sie entstand und den sie nun hütet
mit all ihrer Kraft und vor allem mit Geist.
Sie ist sehr bescheiden
und zeigt sich nicht gerne.
Man braucht gute Sicht
und Schärfe der Augen,
damit man erkennt, wer hier unterwegs
im dämmrigen Abend und Gegenlicht.
Ein Silbersalamander an ihrem Gewand,
Schatz und Schutz zu gleichen Teilen.
Es werden sich Himmel und Erde verweilen.
Heilkräfte, Heilsames, Bewahrendes und
Kraft der Erde bündeln sich im Collagenwald,
der in meinen nächtlichen und täglichen Träumen
und selbstverständlich
in meiner Phantasie entstand.
Ja, Ihr habt es verstanden,
es gibt sie nur hier
auf meinem handgeschöpften Papier!
Doch so lebendig wie sie
ist oft der echte Mensch nicht ”“ gleich neben dir.
08. August 2006
Dazu kommentierte Bruni noch: Es ist eigentlich die Bildbeschreibung zu der Collage, die ich von ihr gemacht habe.
Für alles mußten sie herhalten, die “Hexen”. Tat der Rücken weh und man konnte sich nicht mehr gerade halten, dann konnte ja nur eine “Hexe” schuld sein ”¦, also hatte man einen Hexenschuß!
Retten wir uns
in Raum und Zeit.
Essbar die Wildkräuter.
Sprossend in der Zeit.
Auffindbar
in den zugänglichen Räumen
des Werdens.
Verborgene Knollen
an den Tag geholt
aus dem Unterirdischen,
verraten durchs
durchdringende Grün:
Growing in the wind.
Blüten, die blühen und reifen
(Reifezeit gewährt uns
der Jahrlauf).
Samen,
von Hühnern gefressen.
Eiergelege laden zum Raub ein.
Süße, von wilden Bienen gesammelt:
Wir genießen auch sie,
wenn wir uns einordnen
in den Kreislauf,
den ungestörten.
Vielfalt auch ohne
überbordendes Verlangen.
Auch ohne die Vielzahl
der Menschen?