Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Mehr oder weniger Blogpause für etwa 10 Tage

– vielleicht sogar völlig!
Die vergangene Woche war ich bei der Familie einer meiner Töchter in Magdeburg. Dabei habe ich wohl nicht so ganz bei der Sache die Bloggerei betrieben. Da ich in den kommenden zehn Tagen sehr beschäftigt sein werde (womit: das werde ich dann verraten 🙂 ), will ich mich im Voraus schon entschuldigen, dass ich noch weniger oder gar nicht bei der Sache sein werde.

Brunis „Hexe Grünspan“

Als Kommentar zu meinem Gedicht „Walpurgisgedanken am Harz“ hat Bruni Kantz mir dieses Gedicht „Hexe Grünspan“ geschickt, das ich hier noch einmal, dieses Mal als Gastlyrik, präsentieren will (und darf):

Kennt Ihr die Hexe Grünspan,
auch Frau des Grünwalds genannt?

Sie lebt nun schon SEHR lange!
Mindestens einhundertfünfundsiebzig Jahre
und ein halbes, plus einen Tag, zwölf Stunden,
vierundfünfzig Minuten und etliche Sekunden.

Ihr Haar ist durchwirkt von silbernen Fäden,
die Kleider, grünlich, moosig und verblichen,
sind von dezenter Eleganz, doch brüchig
und an vielen wichtigen Stellen
im Laufe der Zeit doch sehr zerschlissen.

Im Alter gebeugt und trotzdem gerade,
gestützt mitunter auf ihren Stock,
begegnet sie uns im Collagenwald,
in dem sie entstand und den sie nun hütet
mit all ihrer Kraft und vor allem mit Geist.

Sie ist sehr bescheiden
und zeigt sich nicht gerne.
Man braucht gute Sicht
und Schärfe der Augen,
damit man erkennt, wer hier unterwegs
im dämmrigen Abend und Gegenlicht.

Ein Silbersalamander an ihrem Gewand,
Schatz und Schutz zu gleichen Teilen.
Es werden sich Himmel und Erde verweilen.

Heilkräfte, Heilsames, Bewahrendes und
Kraft der Erde bündeln sich im Collagenwald,
der in meinen nächtlichen und täglichen Träumen
und selbstverständlich
in meiner Phantasie entstand.

Ja, Ihr habt es verstanden,
es gibt sie nur hier
auf meinem handgeschöpften Papier!
Doch so lebendig wie sie
ist oft der echte Mensch nicht ”“ gleich neben dir.

08. August 2006

Dazu kommentierte Bruni noch: Es ist eigentlich die Bildbeschreibung zu der Collage, die ich von ihr gemacht habe.

Für alles mußten sie herhalten, die “Hexen”. Tat der Rücken weh und man konnte sich nicht mehr gerade halten, dann konnte ja nur eine “Hexe” schuld sein ”¦, also hatte man einen Hexenschuß!

Vorweggenommene Überlegungen

Retten wir uns
in Raum und Zeit.
Essbar die Wildkräuter.
Sprossend in der Zeit.
Auffindbar
in den zugänglichen Räumen
des Werdens.

Verborgene Knollen
an den Tag geholt
aus dem Unterirdischen,
verraten durchs
durchdringende Grün:
Growing in the wind.

Blüten, die blühen und reifen
(Reifezeit gewährt uns
der Jahrlauf).
Samen,
von Hühnern gefressen.
Eiergelege laden zum Raub ein.

Süße, von wilden Bienen gesammelt:
Wir genießen auch sie,
wenn wir uns einordnen
in den Kreislauf,
den ungestörten.

Vielfalt auch ohne
überbordendes Verlangen.
Auch ohne die Vielzahl
der Menschen?

Walpurgisgedanken am Harz

Der Schuss der Hexe
als ein purer Hexenschuss verschrien
wäre als Warnschuss
leichter wohl verziehen.

Doch wenn wir ihn
als solchen nicht verstehen,
dann tun wir lieber so,
als wär er nicht geschehen.

Und so, ich glaube: ihr versteht,
kommt die Erlösung nicht,

nichts, was zum Bessern uns geleitet.
So kommt die Dummheit nicht ans Licht,
nichts, was zur Wahrheit uns bereitet.

Wir machen Hexen lieber zur Folklore.
Anstatt die alten Weisen
uns weisen gar zu lassen,
singen wir im Spötterchore.

Ein Feiertag

Der erste Maitag des Jahres,
ein Frühlingstag einfach – das war es?
Wo bleibt die Solidarität?
Vergessen wir sie, ist alles zu spät.

Drais hat 225. Geburtstag

Wer weiß,
dass der Drais,
nicht nur für die Draisine
der Namenspate war für die Schiene,
sondern den Prototyp dafür schon hat erfunden:
das, was ich wirklich im Leben schon fuhr viele Stunden,
das Fahrrad?

Was ist was?

Verwaltung des Mangels:
ein Kennzeichen der Wirtschaft
im real existierthabenden Sozialismus.
Was ist dann Fördern und Fordern?
Verwaltung des Mangels an Arbeitsplätzen,
auch noch ordentlich bezahlten womöglich,
durch die Arbeitsagenturen:
Kennzeichen des Arbeitsmarktes
im real existierenden Kapitalismus?

Zum Tod des Architekten Winfried Büxel

In dieser Zeit der Blütenfülle
gabst Du Dein Leben dieser Erde
zurück, auf der Du stolze
Gebäude errichtetest.
Du tatest es mit jener
abschiednehmenden Gebärde,
die hinzunehmen, was
als unabänderlich sich
schließlich hat erwiesen,
doch erlaubte.

Krieg hast Du wohl erlebt
und trautest dem Frieden mehr,
den Du ersehntest
und der die Schaffenskraft
Dir gab.

Nun hast Du Frieden
ganz gefunden

und wir trauern
trotzdem.

Siehe auch die Informationen in den Kommentaren 3 und 4!

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