Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Wal, Whale, Hval

Wallfahrt zur Wahlfahrt
bei Andenes auf den Vesterålen
Buckelwale und Pottwale zu sichten
am nahen Kontinentalhang
mit 90% Sicherheit
Finnen auftauchen sehen
oder die Fluke
beim Abschied des Pottwals
als Abschiedsgeste
noch hoch aufragend
vor dem Verschwinden
in die Tiefen des Meeres
zu sehen eines Tieres
von 100 Tonnen

Was bin ich Schwergewicht da
mit meinen wenig mehr
als 80 Kilo?

Sommerüberraschung

DÃ¥ neiilich,
wo m´r grad Oslo v´rlassa hent
Richtong Norda,
hent m´r ons gsait:
Ha no, m´r fahrat halt heiit,
bis dong´l wird.

DÃ¥ sent m´r am End
am Nordkap
g´landet.

Turmbau

Rechts an dem Felsenmassiv:
abgegraben, -gestochen, -gehauen
Platz für die Landstraße.
Schroffe Flanke,
glatt wirkende Rauheit der Flächen.

Links in dem Felsenmassiv:
herausgesprengt mit gewaltigen Kräften
Platz für die ganze Breite
einer Autobahn.
Schroffe Felsmauer
neben dem Seitenstreifen,
hoch aufragend.

Der Torso, übriggeblieben,
turmhaft,
steht verloren
zwischen den Schneisen.

„Schweigen für den Frieden“*

Wichtig ist, dass wir hienieden
Mahnwachen halten für den Frieden:
Dass ein echter Friede werde:
„Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Erde“
**

*Ich erinnere auch an frühere Texte zum Thema: https://www.maierlyrik.de/blog/index.php?s=Schweigen

**Dies ist’s wofür wir „schweigen“ – in der Formulierung, die sich an das Motto des ‚Konziliaren Prozesses‚: „Gerechtigkeit, Frieden und Bewahrung der Schöpfung“ anlehnt – bewusst schon damals bei der entsprechend dem konziliaren Prozess angestoßenen Neuorientierung des „Schweigens für den Frieden“ in Esslingen: nämlich in puncto Ökumene über die christliche Einschränkung hinauszugehen.

Zur Zeit sind wir zum Beispiel für die Gleichberechtigung der drei Themen über das Friedensthema im engeren Sinn hinausgehend freitags vor der Nikolauskapelle mit dem Thema „Kopfbahnhof Stuttgart“ statt „Stuttgart 21“ zu finden und rufen auf zu den Montagsdemonstrationen dazu in Stuttgart: https://www.kopfbahnhof-21.de/.

Zum anderen Beispiel werden wir leider noch genügend Gelegenheit haben: Endlich muss etwas Entscheidendes geschehen für den Frieden zwischen PalästinenserInnen und Israelis:

https://www.oikoumene.org/de/events-sections/aktionswoche-fuer-frieden/botschaft.html

Freiheit

Immer wieder ankommen
in den Vorhöfen des Tempelbezirks,
am Freiheitsbrunnen
sich die Füße waschen
und die Handgelenke
und träumen von Manna
und schwirrenden Entenbraten
aus Himmelsgefilden.

Und die einen erfahren
Erfüllung. Den andern
bleibt nur, was die Freiheit
einem jeden verheißt:
das Träumen
– solange die Freiheit
die Wohlhabenden
nicht verpflichtet
zu irgendetwas

außer der Verteidigung
ihrer Privilegien.

Paul Spinger hat mir zu diesem Gedicht ein bemerkenswertes Kommentargedicht geschickt:

Wir wissen wohl mit dem Verstand,
Es gibt gar kein Schlaraffenland,
Um Freiheit muss man streiten.
Doch merke ich an dem Gedicht,
Der Freiheitstempel ist sehr schlicht,
Heut wie in alten Zeiten.

Gebetsfahne im Wind

Aus Urzeiten heraus,
in Urzeiten hinein,
im Gleichgewicht
Atmen der Tiere und Pflanzen,
im Tanz der Mikroben und
der Kristalle.

Nano-Leben erblüht
in der Stadt-Architektur
und in den Tropfsteinhöhlen.
Ruinen erleben das Leben.

Erinnern, eräußern,
gerinnen und lösen,
aus sich heraus gehen,
sich äußern,
schöpferisch sterben
und leben,
außer sich sein.

Im Atmen sich äußern
und innern,
im Verschlingen und Schaffen
überleben.
Den Vertrag
werd ich gewahr.
Meinen Forderungen
kommt er entgegen.
Ich vertrau ihm.

Kain

Und willst Du nicht mein Diener sein,
dann schlag ich Dir den Schädel ein.
Ich tu´s vielleicht nur metaphorisch,
jedoch nicht minder effektorisch.

Über deine Verhältnisse lebst du;
da lass ich dich doch nicht in Ruh.
So sag ich schnell um Recht zu haben
und preise meine Rednergaben.

Oder ich nenn dich Kommunist,
der noch die Diktatur vermisst.
Da kann ich leicht dich richtig schneiden:
Du bist der Dümm´re von uns beiden.

Und nenne ich dich Terrorist ”“
Ob du das sicherlich auch bist,
das muss ich weiter nicht beweisen.
Jeder Esel lässt sich so abspeisen.

Und geht es wirklich dann um Geld,
ist´s um Ressourcen schlecht bestellt,
lass ich auch die Metapher weg
und schmeiß dich richtig in den Dreck.

Und Krieg ist dann, man kann es sehn,
ja keiner, wenn man´s so will drehn.
Und in der allergrößten Not
ist Krieg der Stunde doch Gebot.

Bundespräsident Köhler ist zurückgetreten

Ein Befürworter der militärischen Absicherung deutscher wirtschaftlicher Interessen ist zurückgetreten.

Ob er das getan hat, weil er dafür kritisiert worden ist, das gesagt zu haben – oder weil er das eigentlich nicht ganz so deutlich gesagt haben wollte:
das bleibt anscheinend offen.

Ich sage: Krieg ist nicht das Mittel für den Notfall. Krieg ist ein immer schrecklicher Notfall, der verhindert werden muss.

Siehe https://de.reuters.com/article/topNews/idDEBEE64U0EF20100531
und Paul Spingers Kommentargedicht.

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