Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Neuorientierung

Habe nun, ach! Marx in Regie,
Kautsky und leider auch Bernstein studiert
mit heißem Bemühn ”“ wie noch nie,
habe Pädagogik gelernt und auch praktiziert,
bin Sozialdemokrat geworden,
nicht lange sinniert …

Da steh ich nun am Schelzentor
und bin so klug als wie zuvor;
der Wolfgang, der kommt hier ganz selten nur her,
höchstens Eis essen ist hier sein Begehr.

Den Tiefbahnhofkritikern begegnet er nicht,
da ist Fahnenflucht für mich ganz einfach Pflicht.
Doch folg ich nun grünen oder tiefroten Wimpeln?
Auf jeden Fall nicht sofort solchen Simpeln,

die immer wissen, was and”˜re so müssen denken,
wie´s anders nicht geht,
sich völlig dem Dogma, dem klaren herschenken,
nicht dulden, dass jemand so einfach aufsteht …

Wie mir´s geht?
Nun, es geht.

Kling, Glöckchen, klingelingeling

Kling, Glöckchen, klingelingeling,
kling, Glöckchen, kling,
Tiefbahnhof verhindern,
uns und unsern Kindern
Zukunft nicht verbauen,
der Vernunft vertrauen!
Kling, Glöckchen, klingelingeling,
kling, Glöckchen, kling.

Kling, Glöckchen, klingelingeling,
kling, Glöckchen, kling,
Denkmalschutz verstehen
und Naturschutz sehen,
ja, das wolln wir alle
und in jedem Falle!
Kling, Glöckchen, klingelingeling,
kling, Glöckchen, kling.

Kling, Glöckchen, klingelingeling,
kling, Glöckchen, kling,
Kopfbahnhof ist besser
und ja auch viel kesser:
Oben an der Sonne
bleiben wir mit Wonne.
Kling, Glöckchen, klingelingeling,
kling, Glöckchen, kling.

Kling, Glöckchen, klingelingeling,
kling, Glöckchen, kling.
Keine Schlichtersprüche
und auch nicht Rechtsbrüche
sollen Böses schaffen:
Macht euch nicht zum Affen!
Kling, Glöckchen, klingelingeling,
kling, Glöckchen, kling.

Curts überaus freundlichen Kommentar will ich der ‚Öffentlichkeit‘ nicht vorenthalten:

Kein Wunder, dass eine solch ´schöne´ Bescherung so
stimulierend wirkt.
Helmut singt uns vor
wir bilden den Chor

Und jetzt ….: Anna-Lena:

Wir singen alle kräftig mit
und schaffen einen Mega-Hit!

Der Mond rundet sich am Himmel (Gastlyrik)

Syntaxia hat auf meine Bitte hier: https://www.maierlyrik.de/blog/2010/12/06/deutscher-dreizeiler-x/ mit dem folgenden Beitrag geantwortet und – wie ich finde – einen rundum gelungenen „Deutschen Dreizeiler“ gedichtet ( Er ist auch auf ihrer WeBLOGgia hier zu finden: https://webloggia.wordpress.com/2010/12/17/der-mond-rundet-sich-am-himmel/):

Der Mond rundet sich am Himmel

Der Mond rundet sich am Himmel
Kalt scheint sein Licht ins Dunkelblaue
Bei jedem Schritt knirscht fest gefroren der Schnee

Winter*

Lustig tanzen im Sonnenschein
Schneeflöckchen über der weißen Pracht.
Als freute der Winter sich am Übermaß.

*wieder ein „Deutscher Dreizeiler

Hier ist Curts Kommentargedicht:

Endlich wieder …

Damit auch die Kleinen, wie wir einst vor Jahren,
mit Schlitten den Winter und schulfrei erfahren,
wurde das Übermaß im ganzen Land
diesmal vom Nikolaus herabgesandt.

Kurswechsel?

Wenn ich neuen Lehrern folge,
folgt nicht gleich, dass ich sie küsse.
Und die Lehren von den alten,
s´ist nicht so, dass ich sie misse.

Wenn sie untreu denen werden,
die sie einst verkündet haben,
hol ich sie mir halt auf Erden
von den neuen, diese Gaben.

Und ich freu mich, dass die Lehren
ewig bleiben, die ich schätze,
ohne dass ich sie entbehre
oder nur von ihnen schwätze.

Obwohl es eigentlich von einem g a n z anderen Thema handelt, gerne hier Curts Kommentargedicht:

Lehren, wie so manches in der Welt,
gelten orts- und zeitgebunden.
Wer ihren Wert in Frage stellt,
hat die Begrenzung überwunden,
die uns Dogmen auferlegen.
Also Mut! Es bringt nur Segen.

Disziplin

Wann liegt Beständigkeit
im Verlassen des Bootes,
wann ist Treue
dem Treulosen gegenüber
Wortbruch?
Wann ist Festhalten am Gewohnten
nichts als Starrheit
und Ausscheren
Disziplin?
Wann öffnet sich Freiraum
in dem Verlassen
von Verpflichtungen
– aber wem gegenüber?

Welche Partei kann
Parteidisziplin verlangen,
wenn sie den Interessen der Oberen dient
und nicht dem Volk?

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