Wenn uns nur das „und doch“ bleibt,
das ist schon genug.
Der Zweifel am Gelingen zerreibt,
ist Selbstbetrug.
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Hier ist er zu finden: https://webloggia.wordpress.com/2011/01/08/sonne-wagt-sich-durch-die-wolken/
Joan Baez durfte Widerstand leisten,
gewaltfrei, wie Martin Luther King
mehrfach öfter betonte, wenn sie dabei war.
Das ist heute geschichtlich anerkannt.
Wofür sie eintrat, ist auch heute
noch nicht so ganz akzeptiert:
Bürgerrechtsbewegung,
das geht ja noch an,
wenn man Bürgerrechte
richtig versteht,
aber zur Desertion
auffordern handgreiflich
in einem Krieg, der gerade läuft,
igitt, igitt.
Wer im gleichen Jahr geboren wurde
wie die großartige Sängerin
für die richtige Sache
und leistet heute Widerstand,
der wird auf das Demonstrationsrecht verwiesen
als Garnitur neuer Demokratie
Und Widerstand wird geahndet
mit Wasserwerfern.
Gut, dass wir uns erinnern können
an Joan Baez.
Sie stärkt uns den Rücken.
Ich freue mich auf ihren Song
gegen Stuttgart 21.*
Ich freue mich auf 2011.
*Vielleicht genügt es ja auch, sich diesen Textausschnitt aus ihrem Song „The day after tomorrow“ im Hinterkopf parat zu halten:
„Mmmmmmm…
I’m not fighting
For justice
I am not fighting
For freedom
…I am fighting
For my life“
Die Freiheit des Labyrinths
die unfreiwilligen Windungen
mitzumachen im Bewusstsein
der erträglichen Zumutung.
Gewissheit der Ankunft,
Sicherheit in der Unsicherheit,
Zutrauen in den Gang der Dinge
ohne Zwang des Bestimmtwerdens.
Unterwerfung unter die guten Regeln
ist mehr Freiheit
als der Drang zu siegen
im Wirtschaftskampf der Mächtigen.
Kommentargedicht zu „Neues Jahr“ von Barbara.
Petros hat lürisch/lyrisch so geantwortet:
“Unterwerfung unter die guten Regeln
ist mehr Freiheit
als der Drang zu siegen
im Wirtschaftskampf der Mächtigen.”
Ja, schreiben wir uns das ins Heft.
Ja, schreiben wir uns das auf Herz und Hand.
Ja, gehen wir den Weg der guten Regeln.
Und: Halten wir aus.
Machen Glauben und Hoffnung
Zu unserer Gewissheit in ferner Nähe.
Ja, schreiben wir uns das in Heft
Und bieten den anderen an,
Es uns gleich zu tun.
Guten Gewissens fuhr ich einst
noch nach München nur wegen einer
Portion saurer Lüngerln mit Semmelnknödeln.
*ein „Deutscher Dreizeiler„
Curt hat dankenswerter Weise schelmisch mit einem Deutschen Dreizeiler folgendermaßen nachgefragt:
Worin besteht der Unterschied
zwischen einem Besuch der Tante
und Suche nach sauren Lüngerln mit Knödeln?
Leider habe ich nicht
Anstand gelernt.
Ich protestiere
gegen Beschlüsse
von Parlamenten.
Ich rufe: „Mappus weg“.
Ich schreie: „Lügenpack“.
Ich verletze
die Bannmeile des Landtags.
Ich bin ein Wutbürger.
Leider habe ich nicht
Anstand gelernt.
Nicht gedient habe ich
als Objekt
des Weggetragenwerdens
bei der Blockade.
Ich habe mein Augenlicht
nicht verloren
beim Angriff der Wasserwerfer.
Ich wurde nur nass.
Ach, leider habe ich nicht
Anstand gelernt.
Ich habe nicht gedient,
hab”˜ mich gedrückt
um den Dienst
bei der Bundeswehr.
Anstand habe ich also
nicht gelernt.
Hier die lürische/lyrische Antwort von Petros:
Der Anstand…
1. Da sitzt der Politiker,
Seine Lüge im Anschlag
das Volk zu erlegen!
Der Anstand…
2. Da sind die BürgerInnen
glauben, was er gelernt haben,
Und gehen blind von der Lichtung.
Der Anstand…
3. Misst den Abstand
Zwischen politischem Adelsstand
Und menschlichem Verstand.
Der Anstand…
Welch ein Umstand,
Welch ein Umstand,
Welch ein Umstand.
Der Kuss von Sonne und Mondin:
gewiss von der Länge her filmreif.
Wenn das keine Hochzeit ist, weiß ich auch nicht.
*ein „Deutscher Dreizeiler„
Herrlich schon wieder, wie Syntaxia „meine“ Idee eines Deutschen Dreizeilers aufgegriffen hat: Siehe: https://webloggia.wordpress.com/2010/12/30/gluhender-himmel-uberm-schnee/#comments
ZWEITAUSENDELF
FEE WINSELT DAZU
TUS DA ZWEI ELFEN
ZUWEILEN DA FEST
ADE ZWEIFELS TUN
AUFWEISEND ZELT
AUFLESEND WITZE
LAUFENDE ZWISTE
ZWEI LUSTFAEDEN
ZWEITENS FEUDAL
WIELAND SEUFZTE
LADE ZU WEINFEST
LADE WEISE ZUNFT
ZU WALDES TIEFEN
FAND ZEILE WUEST
FEE WEIST LAND ZU
SAUFE EDLEN WITZ
DU SENAT ZWEIFLE
TAUSEND ZWEIFEL