Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Unterwegs zur Trauerfeier für Anton Bantock

Von ferne grüßen die white cliffs.
Erinnerungen werden da wach.
Von vielem werd‘ ich mich hier verabschieden.

Beim britischen Nieselregen:
Genuss der gelben Sonnenwärme
vom Rapsfeld bei der englischen Autobahn.

Sonnendurchstrahlte Gezweige
vor dem heute blauen Hintergrund.
Horizonte öffnen die Blicke nach Wales.

St Mary Redcliff:
Hier heißt es Abschied nehmen:
Sein Leben feiern.

Withywood Centre.
Menschen wieder begegnen:
freundschaftlich vertraut.

Anton hätte es so gewollt.

Zivilcourage

Erzwungenes Gedenken.
Wenn auch nur eine Minute lang.
Diese Ewigkeit wenigstens
erlaubt keine Spielchen.
Sonst dominieren sie ja
unser Verhalten.
Und es werden immer mehr
Tote im Mittelmeer werden;
oder wo dann auch immer.

Zufall*

Der Scheinwerfer traf meinen Blick,
grade als beim Konzert Dota sang
den Text: „Komm, lass dich blenden; lass dich blenden!“

*ein Achtundzwanziger

Kümmernis

Ein Kohlweißling fliegt
durch die Szene.
Der Schatten der Birke
liegt malerisch
über dem Frühjahrsbildnis,
übersät von blütenreichen
Fruchtbarkeitsversprechen.
Denen würde ich glauben,
wäre es ein Zitrronenfalter gewesen.

Doch auch dem blauen Himmel
glaube ich nicht.
Schon ziehen Wolken
über meine ungewissen
Visionen.
Es gibt ja so viele
verdüsternde Meldungen.
Und sie passen so gut
zu den Toden,
welche die Geschichte
unwiederbringlich
repräsentieren.

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