Lyrisches von Helmut Maier

Kategorie: Allgemein (Seite 83 von 96)

Meinungsfreiheit, die zweite.

In einem windelweichen Artikel berichtet die EZ von vorgestern vom Rückgang der Krankmeldungen (so nenne ich sie). Gewiss, sie stellt schon im ersten großen Abschnitt die Frage: „Ist Job-Angst der Grund für den niedrigen Krankenstand?“ und lässt Annelie Buntenbach vom DGB entsprechend zu Wort kommen. Aber sie erklärt auch ganz objektiv, dass man das auch anders sehen könne: „Zum einen haben körperlich belastende Tätigkeiten an Bedeutung verloren. Zum anderen betreiben immer mehr Unternehmen eine aktive und systematische betriebliche Gesundheitsförderung.“, lässt sie den Arbeitgeberpräsidenten Dieter Hundt sagen.
Wenn ich die Hauptschlagzeile oben auf der ersten Seite der EZ aber mit der der taz vom gleichen Tag vergleiche, werde ich fast wütend: Die EZ jubelt geradezu: „Krankenstand auf historischem Tief“, während die taz in ihrer unvergleichlichen Weise Position bezieht:

„Angst geht arbeiten.

ALE, XA, BLA, BLA, BL-EIBE …

Wie hoffte ich,
dass meine Freundin bleibe,
doch hoffte ich vergebens,
sie musste weg ,
die Freundin meines Lebens:
die Eibe.

Zu nahe stand sie
an den Häusermauern;
der Zustand konnte so nicht dauern.
Sie musste weg,
und ich kann nur noch trauern.

Sie konnte böse Geister
nicht mehr bannen.
Nun ist sie weg,
ist nun von dannen.

La, la, li, laa, li, loo,
la, la, li, laa, li, laa, li, loo …

Heilendes

Ein krächzend Singen
wünsch ich mir.
Es zeige mir
den Sinn des Sehens,
wenn ich denn gar zu kindisch bin.
Die Trauer,
sei´s um mich,
sei es um Freunde,
wird helfen mir,
zur Klarheit der Vernunft
zu kommen
wieder.

Dilemma

„Nun aufwärts froh den Blick gewandt
und vorwärts fest den Schritt!“
Vom Aufwärts war ich mal gebannt,
doch komm ich nicht mehr mit,
solang´s da zu ”˜nem HErren geht,
der unser Leben lenkt
und dabei nicht mal daran denkt,
wie´s um mein Wollen steht.

Und „vorwärts“ ging´s dann immer noch,
„Vorwärts und nicht vergessen
die Solidarität“ ”“ fragt bloß sich heut: mit wem?
Bloß einfach „vorwärts“ ist ja so bequem.
Bloß vorwärts neoliberal?
Ach liebe Zeit, das wär fatal.
Wenn links und rechts sich küssen,
dann müssen, müssen, müssen
ganz vorsichtig wir alle sein.
Sonst stehn wir irgendwann allein.

Was ich am 17. Juni 2009 in Berlin sah und erlebte …

1. Münte hielt eine gute Rede, in der er Brandt zitierte, dass dem neben dem Frieden Freiheit das Wichtigste war.

2. Hier mehr zum Programm des Forums der Historischen Kommission der SPD (bei der ich im Plenum saß)

3. Hier ein Link zu Markus Meckels Sicht der Dinge (auf seiner Website). Er war auch auf dem Podium.

4. Zur Ergänzung ein Vorwärts-Bericht, der allerdings die beiden Foren praktisch außer Acht lässt.

D a s gönne ich meinen Stuttgarter Parteigenossen geradezu. Warum musste die Stuttgarter SPD sich auch für Stuttgart 21 starkmachen?

Goldhimmel

Goldhimmel
kontrastiert von Dunkelwolkenungetümen,
golden leuchtend
die Nachbarhaus-Vorderwand.
Nur wenige Minuten
bis zum Sonnenuntergang.
Dann fällt die Blässe
des Nichtssagenden
über die Welt.
Nur die Erinnerung bleibt
und treibt Blüten.

Europawahl

Es begab sich aber zu der Zeit,
als die Politiker alle aufriefen,
doch an der Europawahl teilzunehmen,
dass nur mit viel Trickserei
(Kommunalwahlen auf den selben Tag
zu legen; Pfingstferien zu verlegen)
eine noch schlechtere Wahlbeteiligung
zu verhindern war, vielleicht auch
deswegen, weil die Zuversicht
in die Lösungskompetenz für die vielen Probleme
sehr schwankend war, zum Beispiel,
wie der Frieden weltweit zu sichern wäre,
gar mit friedlichen Mitteln. Da begab es sich,
dass das europäische Volk wieder einmal
nicht die Vertretung hatte, die ihm entsprach,
oder doch?

Das Kommentargedicht von Petros dazu:

Wählbar sein,
Sich nicht stellen.
Wählen können,
Nicht gehen.

Die Qual der Wahl,
Augen zu… Vergessen.
Die Wahl der Qual,
Das größere Übel.

Wer raubt schon
Eine Europa?
Ein Ochse vielleicht.
Der… ohne Hörner.

Hört! Hört!

Ich bin „literarischer Autor im Sinne der Bibliothek“ des Deutschen Literaturarchivs Marbach.

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