Lyrisches von Helmut Maier

Kategorie: Allgemein (Seite 84 von 97)

Dilemma

„Nun aufwärts froh den Blick gewandt
und vorwärts fest den Schritt!“
Vom Aufwärts war ich mal gebannt,
doch komm ich nicht mehr mit,
solang´s da zu ”˜nem HErren geht,
der unser Leben lenkt
und dabei nicht mal daran denkt,
wie´s um mein Wollen steht.

Und „vorwärts“ ging´s dann immer noch,
„Vorwärts und nicht vergessen
die Solidarität“ ”“ fragt bloß sich heut: mit wem?
Bloß einfach „vorwärts“ ist ja so bequem.
Bloß vorwärts neoliberal?
Ach liebe Zeit, das wär fatal.
Wenn links und rechts sich küssen,
dann müssen, müssen, müssen
ganz vorsichtig wir alle sein.
Sonst stehn wir irgendwann allein.

Was ich am 17. Juni 2009 in Berlin sah und erlebte …

1. Münte hielt eine gute Rede, in der er Brandt zitierte, dass dem neben dem Frieden Freiheit das Wichtigste war.

2. Hier mehr zum Programm des Forums der Historischen Kommission der SPD (bei der ich im Plenum saß)

3. Hier ein Link zu Markus Meckels Sicht der Dinge (auf seiner Website). Er war auch auf dem Podium.

4. Zur Ergänzung ein Vorwärts-Bericht, der allerdings die beiden Foren praktisch außer Acht lässt.

D a s gönne ich meinen Stuttgarter Parteigenossen geradezu. Warum musste die Stuttgarter SPD sich auch für Stuttgart 21 starkmachen?

Goldhimmel

Goldhimmel
kontrastiert von Dunkelwolkenungetümen,
golden leuchtend
die Nachbarhaus-Vorderwand.
Nur wenige Minuten
bis zum Sonnenuntergang.
Dann fällt die Blässe
des Nichtssagenden
über die Welt.
Nur die Erinnerung bleibt
und treibt Blüten.

Europawahl

Es begab sich aber zu der Zeit,
als die Politiker alle aufriefen,
doch an der Europawahl teilzunehmen,
dass nur mit viel Trickserei
(Kommunalwahlen auf den selben Tag
zu legen; Pfingstferien zu verlegen)
eine noch schlechtere Wahlbeteiligung
zu verhindern war, vielleicht auch
deswegen, weil die Zuversicht
in die Lösungskompetenz für die vielen Probleme
sehr schwankend war, zum Beispiel,
wie der Frieden weltweit zu sichern wäre,
gar mit friedlichen Mitteln. Da begab es sich,
dass das europäische Volk wieder einmal
nicht die Vertretung hatte, die ihm entsprach,
oder doch?

Das Kommentargedicht von Petros dazu:

Wählbar sein,
Sich nicht stellen.
Wählen können,
Nicht gehen.

Die Qual der Wahl,
Augen zu… Vergessen.
Die Wahl der Qual,
Das größere Übel.

Wer raubt schon
Eine Europa?
Ein Ochse vielleicht.
Der… ohne Hörner.

Hört! Hört!

Ich bin „literarischer Autor im Sinne der Bibliothek“ des Deutschen Literaturarchivs Marbach.

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Pete Seeger wurde (wohl) neunzig – vorletzten Sonntag

In meinem Internet-Kalender
werde ich mir’s wohl
notieren muessen:
das Datum 3.Mai 2019:
„Stuttgarter Zeitung abonnieren.“
Als einen der letzten Wuensche
meines Lebens
koennte ich ja vielleicht
Pete Seeger noch erleben
als Hundertjaehrigen
auf seiner Welttournee,
wenn ich davon erfahren sollte
in der Stuttgarter Zeitung.
Jan Ulrich Welke
versprach es dort:
„Und wenn dieser Mann
hundert wird,
geht er vielleicht sogar
noch einmal auf Welttournee.
Wir melden uns,
wenn’s so weit ist.“

Blogbrache

Der Mai wird eine weitgehend blogfreie Zeit beim Maier-Lyrik-Blog werden – bis hin zum Stillstand.
Für die Geduld danke ich schon im Voraus.
Im Juni werde ich mich sehr anstrengen, diese Blogbrache wieder zu kompensieren.

Helmut Maier

P.S.: Auf Brachland kann man schon ab und zu ein paar Blüten sehen, wenn man Glück hat …
🙂

Tod und Leben

Ein Freund ist tot.
Ein Freund des Lebens.
Ernst Eberle, der Geigenbauer,
der Friedensfreund ist tot.

Ach ja, ein jeder Saitenklang, durch Dich gefangen,
von welchen immer ausgegangen,
die eines spielen Deiner Instrumente,
die gingen einst durch Deine Hände,
der stimmt in frohen Chor trotz allem ein und jauchzt und singt,
ein Klang, der himmelwärts sich schwingt.

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