Lyrisches von Helmut Maier

Altes und Neues

Wie unser Leben der erlernten Sittlichkeit
sich anpasst ohne ernsthaft zu erfragen,
was Sitte ist und was Verständlichkeit
die sich aus Lebensumständen ergibt
so ist es auch pervers sich jener Sitte
verpflichtet zu verhalten die durch die Umstände
des Lebens sinnlos geworden ist und störend
neue Ziele nicht erreichen lässt die doch
zum Glück und Menschsein zugehören
und so das volle Glück im Menschensein
endlich doch noch erreichen ließen

Und ist es nicht gerade der Jugend Vorteil
nicht die Sitten der Alten noch zu kennen
und nur die Lebenswirklichkeit gelten zu lassen
die sie grade erleben und womöglich gestalten lernen
die sie die rechten Wege in ihre Zukunft gehen lässt

Das heißt nicht immer nur ein Brechen aller altgewohnten
Lebensweisen die eben Alte ihnen zeigen wollen
Es kann schon sein dass da was Gutes auch entsteht
wenn Sitten und Gebräuche als wohlgemeint
und auch als wohltuend empfunden werden könnten

Deswegen muss Begleitung Jugendlicher
wohl beides lehren: Beständigkeit und Möglichkeit
auch Neues hervorzubringen und zu leben
wie es im Menschsein immer war und ist
nichts Altes nur verdammen und Neues ohne
Sinn und ohne Verstand zu wagen und auf Teufel
raus einfach zu tun ohne es (was oft uns Alten
nicht einmal gelingt) auch ordentlich nach viel
Bedenken und Durchdringen als wirklich Gutes
und Vielversprechendes ins neue Licht zu stellen.

2 Kommentare

  1. Petros

    Das ist eine bemerkenswerte Reflexion über den Generationenvertrag und die Dynamik von Tradition und Erneuerung.

    Gruß Petros

  2. Helmut

    Lieber Petros,
    ich danke dir für diese wunderbare Reflexion!

    Ganz herzliche Grüße
    Helmut

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