Lyrisches von Helmut Maier

Schlagwort: Neue Maier-Lyrik (Seite 91 von 165)

Die Mappus-Legende

Damit es dem Volke gefällt,
damit es gewiss auf den Leim geht:
Mit schlichten Sprüchen in Konflikten schlichten.

Das muss der Staatsmann beherrschen;
das gehört zu seinem Know-how.

Kommunizieren: das ist es!
Das Volk und auch seine Vertreter:
Hinters Licht führen kann man sie allemal.

Wenn einer der wirklich Mächtigen
vorschlägt, „wie folgt zu kommunizieren“.

Vorschlagen nennt er´s: Befehl ist´s.
Er gibt sich als Freund, der´s nur gut meint.
Und der Lakei versteht es und er gehorcht.

Die wirklich Mächtigen spielen;
sie spielen ihr Spiel mit den Leuten.
Und es kuscht der Lakai und kommuniziert.

Sommer*

Stolz stehen die Ähren im Wind,
blicken froh der Reifung entgegen.
Vor uns noch sommerlich fruchtende Wochen.

*ein Achtundzwanziger

Obachtgeben!

Tomatenpflänzchen
mal nicht rechtzeitig pikiert
schon sind sie pikiert

Einen wunderbaren Limerick dazu hat Curt ( https://manacur.blogspot.de/ ) hinterlassen:

Pflänzchen statt Pflanzen”¦

Es warnte Herr Meier aus Baden
Solanum sei oft fluchbeladen
belass alle Triebe
erlischt schnell die Liebe
halt Pflänzchen – so hat man den Schaden!

Selbstbewusstes Glück

Emporgeschossen der Stängel,
die kuglige Knospe entsprang ihm
und wartete geduldig auf ihre Zeit.

Bis sich die Königin entfaltete:
die purpurne Pfingstrosenblüte.

Die letzten Blütenblätter umrahmen
die furchendurchzogene Miene nun.

Ehrfurchtsvoll sehe ich die gealterten
Gesichtszüge, edel geschnitten,
voller Weisheitscharme des Alters.

Und noch ist das nicht das Ende.
Die Welkende schaut in die Weite:
sie schaut die Blüten der kommenden Jahre.

Die oberirdischen Sprosse;
die Staude verliert sie im Winter.
Neue Chancen wird treiben das neue Jahr.

Der lyrische Kommentar von Bruni ist auch nicht zu verachten:

wundersam schön sind die Blüten,
doch auch im Verwelken zeigen
sie noch ihre Vielfältigkeit,
ihre natürliche Schönheit.

Wenn das allerletzte Blatt gefallen ist,
die Schönheit endgültig gealtert, ja, dann
schläft sie selig lächelnd ihrer nächsten
Auferstehung entgegen

Situationsbedingt?

„Wie lange der es ausgehalten hat …!“
oder
„Wie lange er es ausgehalten hat …!“
Welche der beiden Fragen
wurde eher gestellt
in der Konversation
über einen Krebskranken
und welche über einen Alkoholiker?

Wem gilt der deutende,
demonstrative
Zeigefinger?

Die Königin*

Wie sie sich wiegt im Sommerwind,
solitär, frauenmantelumhüllt,
auf ihrem Stängel, die Pfingstrosenblüte!

Die zweite erst im langen Pflanzenleben.
In voller Purpurpracht mit goldner Krone.

*ein Janka ”“ siehe https://www.maierlyrik.de/blog/der-janka/

Das Kommentargedicht von Barbara ( https://ahora-giocanda.blogspot.de/ ) möchte ich Euch nicht vorenthalten: Wunderschön:

Solitär gedeiht sie gut.
Zum Leben braucht die Purpurrote Platz.
Wählt ich unter Blumen, dass ich eine sei –

dann eine so wie sie. Wir nickten uns von
Weitem zu, der Maggistrauch und ich.

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 Maier-Lyrik

Theme von Anders NorénHoch ↑