Lyrisches von Helmut Maier

Schlagwort: Neue Maier-Lyrik (Seite 74 von 165)

Battir

Grün blüht der Himmel
auf den Terrassen von Battir.
Sorgsam verteilt wird kostbares Nass
acht Wochentage lang,
wie´s hier der Brauch ist,
von Familie zu Familie,
seit der Zeit der Kanaaniter.
Schon sie sahen das Wasser
sprudeln in die Zisterne.
Der Fels entlässt es,
gemauerte Kanäle verteilen´s gerecht.
Kultur sind Auberginen-Kulturen;
sind Träger des Erbes,
das sich wehrt gegen die Mauer.
Sie gilt es zu vertreiben
aus sicherheitsfanatischen Köpfen,
Erbe lässt nur sich bewahren,
nicht sich erobern und sichern.

Mach was!

Was die Medienmacht macht mit uns,
mit aller Macht uns zuzuschütten,
uns nur noch Hilfe von Mogulen
und ihren Marionetten, den ehrenwerten,
wünschen zu lassen, die uns doch verdarben,
ohne die wir unschuldig wären und frei.
Ach, welche Doofheit wäre besser,
die Unbedarftheit oder das Lügengespinst
ertragend, eingewickelt in ihre Seidenfäden?

Wer denn wird uns die gordischen Knoten
lösen helfen endlich, wenn nicht wir selbst?

Sicherheit schlägt Scham

Sicherheit schlägt Scham.
Sicherheit schlägt drauf,
wo Menschlichkeit erwartet sollte werden.
Sicherheit schlägt nachhaltige Sicherheit.
Sicherheit schlägt Vernunft.
Sicherheit, oh Sicherheit
über alles, über alles, über alles
in der Welt.
Sicherheit schlägt durch,
wenn Unvernunft
Krebszellen nährt
der wirklichen Unsicherheit,
die das Menschsein zerstört.
Und ihr Meister
ist der Rechts-Staat,
Recht behauptend
gegen das Recht.
Sicherheit schlägt
Scham.

Gibt es ein Paradies?

Gibt es ein Paradies
in der Hölle?
Mit wogenden Wellen
am weißen Strand
unter blauem Himmel,
Sonnenschirmchen
in den Sand gesteckt,
Fahrradstraße
zwischen Hotel und Beach.

„Swimming prohibited“
zwischen den tosenden Wellen
des Meeres,
in das sie die Auserwählten
treiben wollten. Wen?
Die Vertriebene waren
aus dem feindlichen Europa,
vor dem Holocaust Geflüchtete.
Und die es hier vertreten
gegenüber dem Orient,
feindlich oder doch
unverständig ihm gegenüber,
was dessen seltsame
Lebensart angeht derer,
die gleiche Rechte erwarten,
die man dem Feind doch
nicht zu geben bereit ist
oder vermag.

Wer mich angreift,
wer will´s mir verdenken,
dass ich mich wehre
und das doch deutlich,
um ihm zu zeigen:
Schlimmeres kann er von mir
erwarten, als was er mir antut.
Was aber Schlimmeres
wieder der Feind dann
im Schild führt gegen mich?
Wo soll das enden?

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