Heut sind wir in Wangen.
Da bleibe man hangen
sagt der Spruch in der Stadt
(Jo, wat is dann dat?).
Uns hat sie noch nicht eingefangen.
Schlagwort: Neue Maier-Lyrik (Seite 65 von 165)
Noi siamo a Roma
und riechen das volle Aroma
von ich weiß nicht recht was.
Doch macht es uns Spaß!
Draußa war an Radau.
Do han i mei Lesebrill‘ radau
ond han guckat,
was d’se hen gruckat.
Uralte Märchen ranken sich
um das Schlösschen am Millstätter See.
Und der Wolkenhimmel erzählt von ihnen.
*ein Achtundzwanziger
Oft genug müssen wir’s singen,
Solang wir’s noch dürfen diese Zeit,
weil sie glauben, mit dieser Erlaubnis nun,
dass sie uns endlich gebracht haben zum Ruhn.
Nein, die Diktatur übt nicht nur noch.
Sie lebt, wie sie nur leben kann.
Unwissentlich lassen sie uns doch
zu protestieren noch ein Schlupfloch.
Das Wasser sucht sich immer nen Weg.
Unser Zorn wird bestimmt ihn auch finden.
Im klaren Wasser des Goldbachs:
Neu erscheint „le temps de cerises“.
Uralten Ursprung erahne ich heute.
Nah ist hier Turda und nicht weit die Donau.
Hier war bereits gut Kirschen essen
vor über sechstausend Jahren.
Zauberhand führt mich hinüber
in die Zeit, als das Kupfer glänzte
erstmals in der Hochkultur Alteuropas.
Salvati Rosia Montana.
Hindert Europa nicht endlich doch
Sprengungen wie auch Zyanidvergiftung?
Von unten her efeuumrankt
die Wegwartenkerze solitär.
Zwischen den Fingern gerochen: Fenchelduft.
*ein Achtundzwanziger
Es gäbe keine Mamageis.
Es gäb‘ nur die Papa-Variante.
Das ist genau das, was ich weiß.
Ob das der Pressezar auch kannte?
Ach, jedenfalls lässt er gern plappern.
Das ist durch Pressefreiheit ja gedeckt:
Er hält so manche Redaktion zum Affen.
Wer da nicht spurt, gilt ihm als Laffen.
Und so wem wird dann zugesteckt,
was nötig ist, um Menschen-Meinung frech zu kapern.
Und ihr, ihr glaubt, was die dann sagen?
Ihr meint, ihr müsst’s nicht hinterfragen?
Vergleiche zieht mit andren Medien
ihr doch und glaubt schon gar nicht jediem?
Doch was, wenn viele Pressezaren
den Markt beherrschen mit den Jahren?
Bestreiten werden sie bestimmt,
dass einer auch heraus sich nimmt,
die Journalisten ”“ s’ist zum Lachen –
zu Mamageis schließlich zu machen.
Denn unabhängig sind die doch
und Papageien nimmer noch.
Sagst du: „Das ist nur Utopie“,
sagst du damit noch nicht:
„Das gibt es nie.“
Der Satz gewinnt ein anderes Gewicht,
wenn du dir klar machst,
“Ach, das gibt´s n o c h nicht“.
Vielleicht entdeckst du dann bei jenem „nur“:
Es gibt tatsächlich schon ”˜ne Spur!
(*Übrigens: „Erklärung“ kann im Englischen „explanation“ und „declaration“ bedeuten.)
Eigentlich fürchtete ich nicht,
dass ich morgen schon sterben müsste.
Doch hätte ich so gerne noch miterlebt,
dass es im Vatikan doch noch
’nen verheirateten Papst gibt.
Viel lieber allerdings wäre mir zuvor,
wenn Juden und Palästinenser
in Frieden zusammenlebten.