Lyrisches von Helmut Maier

Schlagwort: Neue Maier-Lyrik (Seite 58 von 165)

Trauer

Verlust. Verwirrung.
Die alte Frage:
Wie kann das sein?

Anerkennen die Fügung: fatal.
Ich wische sie weg.
Sie hindert den Schmerz.
Ohne ihn aber
ist keine Heilung.

Der Tod

Der Tod,
so einer um den andern,
wetteifert um meine Gefühle
mit dem blauen,
sonnendurchstrahlten Himmel.

Ewiges Ineinanderfließen
der Welten
verunsichert mich,
vermag zu verwirren.

Die Wege gehen,
die es nicht mehr gibt,
Erinnerungen halten,
als vergingen sie nicht,
wozu noch?

Aus dem Weg gehen
den Erinnerungen,
als könnte ich sie verdrängen,
ach wie?

Neue Qualitäten des Daseins
eröffnet der Tod,
nie gekannte.

Und tastend wage ich mich
in uneröffnete Zukunft.

Abschied

Wie schnell verwelkt ein Gesicht im Tod.
Meine gelbe Mohnblume,
die ich Dir widmen wollte,
war auch schon ganz welk,
als ich dich sah.
Die Akelei war auch nur noch
ein Symbol.
Abschied.

Regelmaßstäbe?

Der Kreis in der Untertasse
um abzustellen
die große Tasse Cappuccino
modern aus der Mitte
verschoben.

Beim Entwurf:
Hat der Tod Pate gestanden?
Auch er verschiebt aus der Mitte,
was uns sicher erschien,
unerschütterlich symmetrisch,
in unserm geregelten Leben.

Unerwartetes,
das uns erschüttert,
passt’s zu der Moderne?

Unterwegs zur Trauerfeier für Anton Bantock

Von ferne grüßen die white cliffs.
Erinnerungen werden da wach.
Von vielem werd‘ ich mich hier verabschieden.

Beim britischen Nieselregen:
Genuss der gelben Sonnenwärme
vom Rapsfeld bei der englischen Autobahn.

Sonnendurchstrahlte Gezweige
vor dem heute blauen Hintergrund.
Horizonte öffnen die Blicke nach Wales.

St Mary Redcliff:
Hier heißt es Abschied nehmen:
Sein Leben feiern.

Withywood Centre.
Menschen wieder begegnen:
freundschaftlich vertraut.

Anton hätte es so gewollt.

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