Unvermittelt*
In jener Nacht ging sie nicht auf,
die Knospe der Nachtkerzenblüte.
Völlig unvermittelt stockte ihr Streben.
Die Opfer der Attentate in Paris
lagen da, aus dem Leben gerissen.
*ein Janka

Lyrisches von Helmut Maier
Unvermittelt*
In jener Nacht ging sie nicht auf,
die Knospe der Nachtkerzenblüte.
Völlig unvermittelt stockte ihr Streben.
Die Opfer der Attentate in Paris
lagen da, aus dem Leben gerissen.
*ein Janka

Es soll ja Menschen geben noch,
welche erwarten vom Soldaten,
dass in den Tod er geht mit dem Gedanken:
Ich will anstatt an mich zu denken
ins Meer der Liebe mich versenken.
*ein Janka
Das Goldlaub unserer Erinnerung
überdauert Herbst- und Winterstürme.
Es bleibt, als wäre nichts geschehen,
was uns betrüben will.
Wohl uns, wenn auch die letzte Stunde
es uns noch trägt
und wir im Traum des stillen Friedens
uns legen und in neuem Gold erwachen.
Hell leuchtend; so zeigen sie sich:
als Verstärker des Herbst-Sonnenlichts:
Goldbaum-Lichtflecken von allüberall her.
*ein Achtundzwanziger
Geschäftsmäßig das Gewissen befragen,
wie man geschäftsmäßig
mit dem Grundgesetz jonglieren kann,
um interessengeleitete Notwendigkeiten
als gottgegeben verkaufen zu können –
auf kleinstem Nenner natürlich,
damit auch die eigene Klientel
oder was man dafür hält
möglichst nicht wegrennt
oder gar doch zu jubeln beginnt
(je nach moralischem Anspruch).
Ok.
Nun also:
Abstimmung!
Lichtmetamorphose*
Die Gebrochenheit triumphiert.
Vielfält´ge Farbenwelt begeistert,
ist erst der weiße Nebelschwall verschwunden.
*ein Achtundzwanziger
Wozu doch Freiheit alles benützt werden kann!
Freiwillige Unterwerfung ist ja bequemer
für die Herrschenden als Repression.
Wer nicht glaubt, dass es gerechter zugehen könnte,
wird ja nicht aufsässig werden.
Freiheit ist ja für vieles gut:
Freiheit, die Einkommensschere
weiter klaffen zu lassen.
Freiheit, die Daten der Menschen
zu erwerben als Waren,
kostengünstig möglichst,
freiwillig hergegeben,
weil das mit billigen Gratisgeschenken
verbunden wird.
Freiheit, berechtigte Kritik
veralbert zu wissen
oder verschwiegen.
Freiheit,
so viele Informationen schlucken zu lassen,
dass nichts wirklich hängen bleibt
außer den lancierten Sensationen.
Freiheit,
den Menschen so viel Freiheit zu lassen,
dass sie Manipulation
nicht mehr erkennen
und lieber sich selbst ausbeuten
als offen ausgebeutet zu werden.
Freiheit!
Was sind menschliche Werte?
Unmenschliches nicht,
auch wenn’s von Menschen kommt.
Lug und auch Trug,
Raub und Erpressung,
Folter und Mord,
wer davor flieht, sollte der
Unmenschliches
ganz selbstverständlich
gar schätzen?
Sich
über-nehmen
over-take
oneself
Pensionierung*
Auf den Herbst hin ausgehalten.
Berufliche Zwänge ertragen.
Nun sollen es sonnige Tage werden.
.
*ein Achtundzwanziger
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