Auch der alte Krieg geht weiter,
als hätten wir nicht genug zu tun,
den neuen alternativlos zu nennen.
*ein Achtundzwanziger (https://www.maierlyrik.de/blog/der-dreizeiler-mit-dem-namen-achtundzwanziger/)
Lyrisches von Helmut Maier
Auch der alte Krieg geht weiter,
als hätten wir nicht genug zu tun,
den neuen alternativlos zu nennen.
*ein Achtundzwanziger (https://www.maierlyrik.de/blog/der-dreizeiler-mit-dem-namen-achtundzwanziger/)
Als ich dich wählte
und du mir die Gewissheit gabst,
dass du dich wählen lässt,
war mir gewiss,
dass ich damit auch wählte,
mit dir zu wachsen,
Neues zu entdecken,
Wagnisse einzugehen,
ich selber zu werden.
Ich wusste, ich könnte
nur zusammen mit dir
alles das tun,
Stolpersteine
zu Bausteinen umformen,
Hände zum Handeln bewegen,
nicht irre zu werden am Leben,
auch wenn es gegen den Strich
der majorisierten Ungerechtigkeiten
ginge, wenn auf diesen Weg
endlich wir gingen.
Noch heute danke ich dir,
dass es uns so erging.
Der Himmel hat zwischen sich
und die Sonne
eine Milchglasscheibe gezogen.
Zu strahlend rot
hatte die Morgensonne
auf diesen eher tristen
Tag geschaut.
Doch ganz verschwinden
zu lassen
die Leuchte der Hoffnung
traute er sich noch nicht,
der Überirdische.
Hinreißend
ist das Leben.
Bleibt ebenso wenig stehen
wie das Meer.
Hinreißend
und wieder zurück?
Sandschicksal?
Mondgesteuert,
voller abgeschauter
Rundungen
erotischen Verlangens,
hingebungsvoll,
willenlos,
widerspenstig,
hingerissen wunderbar.
Nicht zu fassen!
(Kommentargedicht zum Gedicht „Wie das Meer“ von Bruni [ https://wortbehagen.de/index.php/gedichte/2015/dezember/wie_das_meer ]
Auf festem Boden wünsch ich mir die Grüße.
Ich wünsche mir Sinn und Vernunft,
So wenig hat noch alles Herz und Füße.
Kaputt fahr’n sie den Karren mit Inbrunst.
Ach, alles kommt mir voreinander!
Die Folgen bleiben unbedarft.
In schlimme Zeiten ich hinwander;
Ach, gäb’tet ihr auf unsre Zukunft acht!
Nach der Winterepisode*
Kleine Schneehäufchen hier und dort:
übriggeblieben vom ersten Schnee,
sonst vom Novemberregen ganz aufgeschleckt.
*ein Achtundzwanziger
Ein Ziel?*
Warum an meinem Ende dann
schließlich ein Ziel mir winken soll, ich
weiß es nicht. Ich hab‘ gelebt und das war schön.
*ein Achtundzwanziger
Ein epischer Reziprok-Achtundzwanziger
mit drei Schlagzeilen aus der Esslinger Zeitung
(Syrien ist in zwei Silben zu sprechen: Syrjen),
dann dem ins Deutsche übersetzten Transparent-Text
auf dem Titelbild vom selben Tag, dem 16.11.2015,
und meinem hilflosen Kommentar:
Gemeinsam dem Hass begegnen
„Es darf nicht sein, dass der Terror siegt“
Frankreich greift Terrormiliz in Syrien an
„Nein zum Terrorismus“. Das ist leicht gesagt.
Aber Feuer mit Öl zu löschen?
Fällt uns denn nichts anderes ein?
Bunte Teppiche
dort auf den Flusstal-Hängen
schön ausgebreitet.
… und die Anschläge in Beirut, in Syrien, in der Türkei, in Afghanistan, in … ?
Vergessen?
Verdrängt?
Versandet?
Sich vermehrend?
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