Vom Wind verweht
zum Tanzen gebracht,
Schneeflockensterne.
Sie werden gleich schmelzen
auf meiner Haut.
Auf meinem Haar
und auf flachen Dächern
bleiben sie liegen.
Es sei Winter,
sagen sie
mit Bestimmtheit im Ausdruck.
Lyrisches von Helmut Maier
Vom Wind verweht
zum Tanzen gebracht,
Schneeflockensterne.
Sie werden gleich schmelzen
auf meiner Haut.
Auf meinem Haar
und auf flachen Dächern
bleiben sie liegen.
Es sei Winter,
sagen sie
mit Bestimmtheit im Ausdruck.
Caschpar, mogsch a Bier?
Odder doch die drei Nothelferinna?
Odder Wilbeth, Ambeth und Borbeth?
Welches Erbe scheint durch,
wenn die heiligen drei Könige erscheinen,
neuerdings Mädchen darunter;
oder treten bald nur noch diese auf?
Und wenn sie C+M+B notieren?
Wie lange schon gibt es Fake News?
Und wie lange noch?
Ich weiß nicht, was kommt.
Das ist gewiss.
Ich kann planen.
Ich kann mich einsetzen
für was Gutes.
Auch wenn mir Brecht
nicht besondere Hoffnung macht:
Gehn tun meine Pläne nicht,
jedenfalls nicht wie gedacht.
Ich kann auch versuchen,
zu verhindern das Doofe,
erst recht das Schlimme.
Aber vielleicht kommt es doch
und ich pfeife
womöglich darauf
oder auf dem letzten Loch.
Doch
ich weiß wenigstens
ich kann
den andern wahrscheinlich
ins Gesicht sehen,
ohne mich zu schämen.
Die ersten Schneeflocken fallen.
Der Eibenbaum streckt ihnen empor
und willkommend seine Zweiglein entgegen.
.
Bald ist alles ganz weiß bedeckt.
Neuschnee endlich im neuen Jahr.
*ein Janka
Wenn wir vom Neuen Jahr diesmal
nichts erwarten, als dass es wieder
zwolf Monate haben wird wie schon gewohnt,
dann werden wir mit sehr großer Gewissheit
zum ersten Mal im Leben nicht sehr enttäuscht.
Schäfchenwolken im Kreis gemalt.
Angenehme Bläue drum herum.
So zeigt sich der Himmel nach dunklen Tagen.
*ein Achtundzwanziger
Nebel am Ende des Waldwegs.
Beim Näherkommen löst er sich auf.
Sonnenschein beleuchtet die Dächer im Tal.
*ein Achtundzwanziger
König mag ich dich gar nicht nennen,
oh Jesus,
auch wenn dich Bach so
so wunderbar preist,
dass ich zerschmelze.
Aber ich preise dich damit,
dass ich dich niemals
zum Establishment
irgend einer Zeit rechne,
zu denen da oben
(ich meine nicht: im Himmel,
nicht einmal metaphorisch;
dafür ist er mir oft zu blau
oder ersehnt als Wasserspender
genauso wie der Platz
für wundervollen Sonnenschein,
für trauliche Sterne).
Ich bin ja kein Monarchist,
bin Republikaner
der besseren Sorte,
bin Demokrat,
Freund der Freiheitskämpfer
mit deinen Waffen:
Gewaltfreiheit und Liebe:
leidend tausendmal eher
als daherkommend im Pomp
und in Rechthaberei.
Die Kirchen,
die sie dir bauten,
sie sind mir zu herrschaftlich
meistens
in althergebrachter
Tradition,
so wie die Gebete dort,
die dich preisen als Herr,
weit mehr als als Freund.
Und doch schmelze ich dahin,
wenn Bach dich preist,
wenn Kinderaugen glänzen,
wenn sie im Christbaumglanz
gedenken deiner Geburt.
Und wahrlich, dass du geboren wurdest,
nicht für Machterhalt steht das,
nicht für sich von allem andern
abgrenzende Identität,
nicht für Recht, das Privilegium heißt;
wenn sie das lernen, die Kinder,
von deiner Lehre,
und nicht sie alleine,
dann liebe ich dich
gerne mit ihnen.
Selig sind sie dann,
sie und deine Jüngerinnen
und Jünger.
Todo cambia, wie wunderbar dieses,
wenn Proteste nichts scheinen
zu bewirken, ins Leere
laufen, ungehört verhallen.
Wenn dann der Ruf ertönt:
Todo cambia!
Wenn dann das Paradies
doch kommt auf Erden,
wenn sich erfüllt,
was immer wir erhofft,
wenn wundervolle Träume
Wahrheit endlich werden,
ach, wie wünschte ich mir dann,
dass diese Worte schwinden
aus unsrer Welt:
Todo cambia …
Ich ärgere mich
über Rechthaberei, ja!
Die von anderen!
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