Lyrisches von Helmut Maier

Schlagwort: Neue Maier-Lyrik (Seite 149 von 165)

Legende

Der Mont Saint Michel.
Umschleiert.
Ganz in der Ferne.
So weit entfernt
Von dem Sandstrand,
Wo die jungen Liebenden sich kosen,
Wie Cotentin.

Näher ist mir der Menhir,
Neun Meter hoch,
Wenn auch
Entrückt meinem Blick,
Aber gegenwärtig
Dem Traum
Eines vernünftigen Morgen.
Kriegerischer Mordlust entgegen
Vom Himmel gefallen,
Die massakrierenden
Streitenden
Zu trennen.

Grau – schon eine Woche alt – als Unterbrechung der Pause

Grau ist nicht
eine Farbe.

Das Grau der Wolken,
deren Himmelsfeuer
sich dem Grau
der bretonischen Hausdächer
angeglichen hat.
Das schwarze Grau
der Hügel und Bäume,
sobald die Sonne
versunken ist
in den Wellen.
Das dunkelblaue Grau
des Himmels
im Osten.
Das hellblaue Grau
der zurückweichenden Fluten,
von innerem Licht illuminiert.
Der rosige Grauton
des Schlicks,
der rötliche Grauglanz
des Sandes.

Vielfältig ist es,
das Grau,
abgestuft die Farbtöne
des Graus.
Grau ist ein Strauß
vieler Farben.
Friedlich versammelt.
Und kein Grausen.

Sommer 2 (Blogpause)

Die erste Hibiskusblüte dieses Jahres
in unserem Garten,
ein Zeichen des Sommers,
ich konnt´s kaum erwarten.

Bald sind von Blüten
die Sträucher bedeckt,
jetzt noch ist die erste
zwischen Blättern versteckt.

Mit dieser im Folgenden genauer zu sehenden Hibiskusblüte verabschiede ich mich für ein paar Wochen vom Bloggen und mache Pause.

Bußfertige Hoffnung

Ihr setzt eure Hoffnung
Auf den Vater im Himmel
Und euer Wettermacher
Ist Petrus.

Auf der Mutter Erde jedoch
Wird die globale Erwärmung
Inszeniert, die uns katastrophale
Jahrhundertregen beschert
Alle zwei Jahre.

Ihr müssen wir
Abbitte tun.

Russischer Chor von EsslingerInnen in der Aichwalder Feldkirche

Der klare Geist,
der zwar Religionen zulässt
in den Köpfen der Menschen,
wie liebt er
die musica
ohne verstandene Worte.

Sie ist so stürmisch, so sanft,
eine tolle Geliebte.
So unreflektiert
vom Inhalt der Worte.
Töne tragen die wie Butter
Aromen.

Auch ich liebe sie,
liebte sie sicher noch mehr,
die Worte,
wenn sie statt
Vaterunser im Himmel
Mutter Erde besängen,
sogar ohne Musik.

Doch
Alle Lust ist jahrlang,
so klingt´s für mich,
wenn
die Butterworte
ertönen.

Zynik unmöglich

Ketten werden
Zu Mitteln der Befreiung
Militärs benützen die List
Der Gewaltfreiheit
Rebellen vermissen
Die Geisel
Die sich für sie
Eingesetzt hatte
Wird sie es weiterhin tun?

Sehnsucht

Die Zahlenkombination
Meines Postfachs
Im Internet
Wieder und wieder
Getippt
Und doch keine
Neue Mail
Wie früher
Der ständige Gang
Zum Briefkasten
Im Hausflur

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