Du wirst viel zu wenig bedichtet.
Die Engel im Schlaf ham´s berichtet.
Dabei hätt”˜ ich viel Grund
und das Stund”˜ um Stund”˜.
Da war ich wohl unterbelichtet.
Schlagwort: Neue Maier-Lyrik (Seite 130 von 165)
I griag jå
Wirglich gern
Kopfweh ”“
Wann i mi
Z´arg ahstreng.
Also duan e halt
A weng schdät.
Es ist der Mikulas kein and´rer
als ein männlich”˜ Abbild nur
der Percht oder Frau Holle,
der Göttin der Mittwinterzeit,
die hinter sich gelassen
den Tod, das Elend, lauter Missgestalt
und Freude, Jauchzen, Wohlfahrt, Leben
ankündigt, proklamiert und zeigt.
Er ist der Mikulas, der mehr mich ja gewahrt
an Michael als an den Nikolaus,
den er verkörpert.
Ich weiß, da ist der heil´ge Martin noch,
der spendende. Pelzmärte heißt er auch
und kommt schon manchmal
vor dem Weihnachtsfest
oder ist der, den man den Weihnachtsmann dann nennt.
Die Barbara mit ihrem Zweig,
dem Hoffnung machenden,
die Lucia, die Licht verkündet,
sie sind noch vor den Männern
Vertreterinnen von der Percht,
von deren Namen am Ende nichts mehr bleibt
als dann des Niklas”˜ Knecht,
der Ruprecht, der noch nebenher
das Elend präsentiert, dem dann
der Nikolaus mit holder Stimme
widerspricht. Und der ist eben auch
heute in Tschechien
der Mikulas, begleitet von dem Engel und dem Teufel.
In globalisierter Musik:
Blues und Pentatonik
in der Poem Symphony
Tran Manh Hungs
Würdigung Nguyen Trais,
des Gelehrten, Strategen und Dichters
aus Blütezeiten des Reiches.
Der schrieb zum ersten Mal ein
literarisches Werk
in der klassischen Schrift
der vietnamesischen Sprache.
Er zeichnete auf die vietnamesische Strategie
zur Erringung der Unabhängigkeit
von dem alles verschlingenden China.
Ungerechterweise beschuldigt,
beteiligt gewesen zu sein
an der Ermordung des Königs,
wird er wie seine geliebte Konkubine
Thi Lo zu Tode gebracht.
Bevor Thi Lo noch ermordet wurde,
schrie sie (sie schrie ja sonst nie)
den Schergen entgegen:
Uns wollt ihr töten?
Uns die Erfinder des Satzes
„Besser die Herzen erobern
als die Zitadellen.“?
Menschen, die Menschlichkeit lieben,
tretet ihr nun in den Staub!
Die schöne Thi Lo
Zarter Gesang der Geige
Und sie ersteht schon
Pentatonische Klänge
Gemischt in Heroisches
Menschenrecht:
Niemandes Knecht.
Niemandes Magd.
Zum Teufel jagt
die Herren der Welt,
welche die Freiheit bestellt
zum Rapport,
als Diener am Ort,
um die Vogelfreiheit zu garantieren,
den bittersüßen Vogel Freiheit,
für die andern.
Sie haben doch nichts
anderes gelernt,
die Militärs,
als Krieg.
Also:
Abschaffen!
Die Silbersichel
am farbkaleidoskopischen Himmel,
Zeitansagerin
im kreisläufigen Kosmos;
die geheimen Schriftzeichen
der winterlich-nackten Äste
versucht sie
zu entziffern.
Und sie souffliert
die Möglichkeiten
den Glücklichen.
Der Geschmack von den Gipfeln.
Schon erklommen habe ich sie.
Nun, in den Niederungen,
eine andere Sicht der Dinge.
Bei gleichem Anblick der Tatsachen.
Ich mag mich wohl ängsten.
Kommentargedicht zu Petros‘ „Nächtebuch (184. Eintrag)„
Geheime Schriftzeichen
von irgendwoher
bilden sich ab vor dem Himmel:
die knorrigen Äste des Winters.
Kommentargedicht zu Syntaxias „Was der Herbst geschafft“