Die Staatsform, die nicht auf das Gemeinwohl zielt, kann ich nicht als demokratisch bezeichnen, auch wenn alle gängigen Regularien der demokratischen Willensbildung eingehalten werden.
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Ha Donder aber au:
Horch, was i iberleg:
Wenn i ned leaba däd,
wär i scho dood.
Odder i wär no net,
no gar net gebora,
wär no a Traum,
vo meine Eltra a Traum.
Ob i a Alptraum wär
odder a Fraid,
des wär no gar et klar
vielleicht sogar.
Abber was soll’s au scho,
s’isch halt net so
Ben i no gar net dood,
leab i halt no.
Das Kretische Tagebuch kann hier an einem Stück gelesen und – für den privaten Gebrauch – auch heruntergeladen werden:
https://www.maierlyrik.de/blog/kretisches-tagebuch/
Kreta,
lebendiges Artefakt,
quicklebendiges,
ans Herz gehendes,
mich verwöhnendes,
mit deiner Musik, deinem
Die-Sinne-Erwärmen,
deiner Schönheit und
deinem schroffen
Erstaunen-Machen,
ja, und deinem Echo auf uralte Kulturen,
die mich erschüttern im Innersten,
und dann dein Sein.
Ich habe Abschied genommen.
Bis womöglich
irgendwann wieder
als Ziel meiner Sehnsucht!
Abschluss der Reise: Vor etwa einer Viertelstunde ist unser Condor-Flugzeug in Heraklion gestartet (18.55 Kreta-Zeit nach Plan). Wir fliegen in Richtung Athen. Rechts von uns hat meine Frau unten Santorin entdeckt ”“ die Überreste einer minoischen Dependence oder so.
Auf der Fahrt von Paleochora nach Heraklion haben wir in Rethymno am Venezianischen Hafen Pause gemacht und „venezianische“ Pasta gegessen.
Gestern haben wir noch ein Stück E4 bezwungen: von Souya bis oberhalb von Lissos (das also ein noch offenes Ziel ist) und zurück. Die Wanderung führte durch eine großartige Schlucht, die manchmal der Samaria-Schlucht gleichkommt ”“ allerdings zur Zeit ohne wasserführenden Bach.
Vorgestern haben wir eine Fahrt durch die Berge unternommen und uns an den prächtigen Oleander-Reihungen in den Tälern und den wunderbaren Ausblicken von den Höhen erfreut. In Elos habe ich das erste Mal in meinem Leben Okra-Gemüse (Bamies: Gemüse-Eibisch) gegessen. Es sei gut gegen Krebs, las ich im Internet.
Am Eingang zu unserem Domizil in der zweiten Hälfte des Kreta-Aufenthalts
Ich schaue liegend
ins azurblaue Wasser
des Himmels oben.
*ein Senryu (oder so)
Zivil, nicht bourgeois gezähmt,
bürgerlich, dem militärischen Denken fremd,
friedliebend, aber durchaus militant
dem Massenmord mich mit andern
selber entgegenstellend,
einer von zwanzig:
ziviler Ungehorsam vor den Toren
des Bücheler Fliegerhorsts
mit seinen zwanzig todbringenden
Atomsprengköpfen.
Dazu bringt mich ihre Machtpolitik.
Mit Blessuren die Zeit leben.
Wie erfreulich, wenn es sich ergibt,
dass eine Ärztin zur rechten Zeit da ist.
*ein Achtundzwanziger
Ich transpiriere
fontänenreinigergleich
im Schmetterlingshaus.
*ein Senryu
(Übersetzung ins Schwäbische: I schwitz wia a Bronnabutzer – em Schmeddrlingshaus)
So schön der Tag auf der Mainau:
Ein Himmel sich drein zu verlieren.
Blumenparadies im gräflichen Garten.
*ein Achtundzwanziger