Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

Seite 50 von 301

Vom Glück

Vom Glück sind wir genommen,
vom Glück!
Und haben das Recht
glücklich zu sein! Bloß manchmal
nehmen wir zu viel uns
vom Glück
und nehmen’s vom Glück
der andern.
Und vielleicht haben wir
unverdientes Glück,
dass uns der Raub
nicht auf die Füße fällt
und wir dann
erst recht klagen müssen,
wir hätten zu wenig Glück,
weil wir uns nicht gut genug
kennen.

Lesen

Hurra, ich habe es geschafft: Ich habe das Buch mit 732 Seiten fertig gelesen: „Noch eine Runde auf dem Karussell . Vom Leben und Sterben“. Tiziano Terzani, ein früherer Asien-Korrespondent des Magazins Der Spiegel hat es in einer Art Einsiedelei im Himalaya vor seinem Tod geschrieben und darin sein Leben nach einer Krebserkrankung und der zunächst gelungenen Heilung durch Operation, Chemotherapie und Bestrahlung, dann die Suche nach anderen Heilmethoden, aber vor allem die Suche nach der Erkenntnis des eigenen Selbst geschildert – und damit unter anderem seine Erfahrungen mit Heilern und spirituellen Lehrern und Lehren vor allem aus der Kultur Chinas und Indiens verdeutlicht. Er hat damit der Leserin oder dem Leser (wahrscheinlich eher ihm) einen Weg gewiesen, der zur eigenen Selbsterkenntnis führen könnte. Ich habe bei der Lektüre viel erfahren und gelernt.

Aufräumen!

Ich sah gerade eine gesponserte Nachricht (Werbung?) auf Facebook, in der unter dem Titel „Simplify your life“ ein kostenloser Ratgeber fürs schnelle Aufräumen angeboten wird. – Und dann liegt der Ratgeber wieder wie vieles irgendwo rum und wird dann irgendwann viel später vielleicht doch weggeworfen, weil ja die Zeit fehlt, ihn zu lesen (weil man doch so viel aufzuräumen hat) …?

Frieden

Recht für alles, was lebt:
Freude erleben können
im Gleichklang mit allen.
Unmögliches Wunder?
Nein, angenähert
an Möglichstes
muss das Ziel unsres
friedlichen Handelns sein.
Aber Ausreden
sind Kriegserklärungen.

Regulation

Gesetzliche Regulation
fürs Ende des Winters:
Arglos unbarmherzig
drehte sie an der Uhr.
Gewohnte Zeit gab sie in Zahlung
für angeblich längere Abende
bei Helligkeit.

Dem Winter,
dem wir noch hin und wieder
durchaus begegneten,
spielte das in die Karten:
später am Morgen
wurde es wieder hell
und verleidet
wurde manchen
die Tatkraft,
die ausblieb ohne Sonnenlicht
in der aufgezwungenen
Uhrzeit.

Passt’s?*

Schön wollen wir’s immer haben:
immer so, wie’s uns gerade passt.
Ob es überhaupt passt, ist uns fast egal.

*ein Achtundzwanziger

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 Maier-Lyrik

Theme von Anders NorénHoch ↑