Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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1. September

Noch ist Sommer. Noch ist nicht Herbst.
Auch wenn noch kühl’re Tage kommen,
die Sommerferien schließen den Sommer nicht.

Der Herbst kommt noch mit seinen Gaben.
Der Herbst kommt noch mit seinen Stürmen

Alleine vor dem Deich

Alleine vor dem Deich,
das Meer vor mir
mit seinem Strand.

Ich sitze an einem Tisch
mit vier Stühlen,
kommt noch ein fünfter hinzu?

Das Wasser der Elbe
ist nicht weit.
Rechts auf dem großen Schiff
zwei Riesenleute.
(So sehe ich sie;
noch sind meine Augen nicht operiert.)

Ich bin glücklich.
Meine Frau sitzt inzwischen
schon bei mir.
Und drei weitere kommen auch noch.
Den fehlenden Stuhl kriegen wir leicht.

Hochzeit

Hochzeit in Bergedorf,
in Hamburg-Bergedorf,
Feier weit draußen
auf dem Biohof,
völlig ländlich,
völlig abgeschieden,
inmitten eines Trubels
von Wochenend-Gästen,
die hier ein Bio-Wochenende feierten.
Hochzeit!
Herzlichen Glückwunsch Euch drei

mit dem frisch geborenen Mädchen!

Noch ganz lange?

Noch ganz lange
ist noch gar nichts gut.
Es braucht ja eine große Glut.
Noch ist nicht jeden Tages Ende;
noch können wir’s schaffen mit der Wende.
‚Fridays for Future‘ zeigen uns die Strecke;
doch Schwierigkeiten lauern an jeder Ecke.

Hätt‘ nicht die Jugend noch genügend Kraft,
ich würde es aufgeben, bevor es beginnt.
In meinem Alter ist der Glaube gut, dass man es schafft;
hinein jetzt in den Kampf, bevor zerrinnt,
was zaghaft schon begonnen,
was noch nicht ist zerronnen.

Wie sagte Brecht?
Wer kämpft, kann verlieren,
wer nicht kämpft, hat schon verloren.
Also wag‘ ich’s
und wag es mit geringer Kraft,
die mir geblieben,
und spreche laut:
Es wird gelingen!

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