Noch ist Sommer. Noch ist nicht Herbst.
Auch wenn noch kühl’re Tage kommen,
die Sommerferien schließen den Sommer nicht.
Der Herbst kommt noch mit seinen Gaben.
Der Herbst kommt noch mit seinen Stürmen
Lyrisches von Helmut Maier
Noch ist Sommer. Noch ist nicht Herbst.
Auch wenn noch kühl’re Tage kommen,
die Sommerferien schließen den Sommer nicht.
Der Herbst kommt noch mit seinen Gaben.
Der Herbst kommt noch mit seinen Stürmen
Ein Schwarm von Möwen
dort auf der Binnenalster,
Blesshuhn dazwischen.
Es sucht schließlich das Weite
und schwimmt zur andern Seite.
Alleine vor dem Deich,
das Meer vor mir
mit seinem Strand.
Ich sitze an einem Tisch
mit vier Stühlen,
kommt noch ein fünfter hinzu?
Das Wasser der Elbe
ist nicht weit.
Rechts auf dem großen Schiff
zwei Riesenleute.
(So sehe ich sie;
noch sind meine Augen nicht operiert.)
Ich bin glücklich.
Meine Frau sitzt inzwischen
schon bei mir.
Und drei weitere kommen auch noch.
Den fehlenden Stuhl kriegen wir leicht.
Ein Blick aufs Meer – oder aufs Watt;
mit strahlender Meerfläche hinten
und feinem Meergras im linken Vordergrund.
*ein Achtundzwanziger
Arshak Makinchyan demonstriert,
Seit dem fünfzehnten März alleine
im Sokolniki-Park weitab von Moskau.
Fridays for Future unterstützt er.
Nach dem Gesetz alleine tut er’s.
*ein Janka
Hochzeit in Bergedorf,
in Hamburg-Bergedorf,
Feier weit draußen
auf dem Biohof,
völlig ländlich,
völlig abgeschieden,
inmitten eines Trubels
von Wochenend-Gästen,
die hier ein Bio-Wochenende feierten.
Hochzeit!
Herzlichen Glückwunsch Euch drei
mit dem frisch geborenen Mädchen!
Noch ganz lange
ist noch gar nichts gut.
Es braucht ja eine große Glut.
Noch ist nicht jeden Tages Ende;
noch können wir’s schaffen mit der Wende.
‚Fridays for Future‘ zeigen uns die Strecke;
doch Schwierigkeiten lauern an jeder Ecke.
Hätt‘ nicht die Jugend noch genügend Kraft,
ich würde es aufgeben, bevor es beginnt.
In meinem Alter ist der Glaube gut, dass man es schafft;
hinein jetzt in den Kampf, bevor zerrinnt,
was zaghaft schon begonnen,
was noch nicht ist zerronnen.
Wie sagte Brecht?
Wer kämpft, kann verlieren,
wer nicht kämpft, hat schon verloren.
Also wag‘ ich’s
und wag es mit geringer Kraft,
die mir geblieben,
und spreche laut:
Es wird gelingen!
Die Hitzewelle ist vorbei.
Es regnete wieder und füllte
erneut das Regenfass zum Überlaufen.
Die kalte Luft füllte die Zimmer;
man kann jetzt wieder gut schlafen.
*ein Janka
Harald Lesch verkündet das Ende.
Wir Alte werden es nicht mehr erleben.
Ende oder Wende?
Ist das noch die Frage?
Ist das nicht die Frage
von vorgestern?
Lesch verkündet das Ende.
Natürlich n u r das Ende
der jetzigen Generation
der Jüngeren.
Aber das Ende!
Denn kann man das noch denken,
was nötig wäre?
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