Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Der Achtundzwanziger

Ihr Lieben alle! Mein Achtundzwanziger hat in vielerlei Varianten Anklang gefunden. Ich meine n i c h t wirklich m e i n e Achtundzwanziger, sondern die von Freund*innen meines Blogs, die ich in der Website zum Achtundzwanziger aufgeführt habe und die ich euch besonders ans Herz legen möchte.

Schaut doch einfach mal hier vorbei:

https://www.maierlyrik.de/blog/der-dreizeiler-mit-dem-namen-achtundzwanziger/ – (Rechts, gleich bei den „Seiten“: Der Dreizeiler mit dem Namen „Achtundzwanziger“ anklicken!)

und klickt die entsprechenden Links einfach mal an:

  • vor allem mal die letzten 12 oder mehr in der Liste dort!

							
	

Wunder

Stehe ich nachts im Dunkel,
so dass ich grade noch vor mir die Birke habe
im Blick, sehe ich plötzlich
im Laub dort runde, gelbe Farbtupfer,
sehe dann
runde, gelbe Früchte.
Sie könnten mir munden.
Dann sehe ich
Goldgehänge zwischen den Zweigen.
Gold kann man nicht essen,
aber wertvoll ist es schon.

Farbtupfer, süße runde Früchte,
Goldgehänge oder doch wertvolle
Glasarbeiten, die mich ergötzen,
wenn ich sie sehe, gemacht
in handwerklicher Kunst,
oder auch sonstige Fantastereien
aus Künstlerhand?

Ein Wunder jedenfalls
meine ich zu sehen
zwischen den nächtlichen Zweigen,
wogend im Nachtwind
und ich vermag nicht
näherzutreten.

Am nächsten Tag
sehe ich in den Zweigen
hier mit Künstlerhand
des Zauberers Herbst gemacht
das gelbe Blätterwerk, hergezaubert
neben dem immer noch frischen Grün.
Und ich sehe auch am Tag:
Es ist ein Wunder
im Birkenbaum geschehen.

Der Herbst

Der Himmel zeigt sich schon so herbstlich,
dass ich mir meinen Optimismus
fast verkneifen könnte:
dass der Herbst so schlimm nicht wäre,
nicht so sehr sommerlich,
sondern vom Winter schon geprägt,
dem bitterkalten.

Doch ach, was soll”˜s:
Ich will den neuen Wein genießen,
will mir die Herbst-Suppe
nicht vermiesen lassen,
will die Früchte all verspeisen,
will auf Durchfall pfeifen
und auf Magenblähen
und will ”¦
und will ”¦
und will …

Vögel

Die Vögel sammeln sich.
Sie üben wohl noch
seit ein paar Tagen.
Auf einem hochgewachsnen Baum
versammeln sie sich.

Mit Zwitschern
sprechen sie sich Mut zu,
zwitschern sie sich ab?

Es ist ein weiter Weg
nach Süden.

Dann schwingen sie sich wieder
ganz hoch in die Lüfte,
verdecken den Sonnenschein gar.
Sind’s Stare,
die zu hundert und mehr
den Himmel bevölkern?

Nur wenige Kraniche
in einer Linie
hintereinander
scheinen das Treiben
unbeeindruckt
zu durchqueren.

Unten auf der Erde
hör ich Hufgeklapper.
Autos gibt es hier
fast nicht
auf dem autofreien Langeoog.
Aber Fahrräder.
Tausendweise.


Spätsommer

Oben – am tiefblauen Himmel – der Mond.
Abnehmend, fast halb.
Grad fliegt ein Flugzeug vorbei.

Die Brüstung des Balkons:
auch blau gestrichen.
Aber was für ein Kontrast!

Unten die fast letzten Rosen.
Nur noch wenige Knospen
sind vielversprechend!

Die leeren Triebe ragen in den Himmel.
An den Herbstastern: die ersten roten Spitzen.
In der Birke zilpt
eine Blaumeise ihr einsames Lied.

Spätsommer-Idylle!

Von der besten Seite


Was ist die beste Seite?
So wie ich sein will?
So wie ich wirklich bin?
So wie du mich gern hättest?

Ich will doch immer meine beste Seite zeigen.
Was hättest du davon,
wenn ich nicht so sein wollte,
wie du mich haben möchtest?

Ein Macho, wie er im Buche steht?
Ein Schwächling, der nach dem Wind sich dreht?
So einer, wie er den andern gefällt?
Einer, so wie er passt in die Welt?

Oder nimmst du mich einfach
so wie ich bin?
Dann immerhin
muss ich nicht immer
meine beste Seite dir zeigen.

Denn du liebst mich
so wie ich bin.

Morgen*

Morgen gibt´s Temperatursturz.
Heute noch haben wir die Hitze.
Das war es dann wohl mit dem heißen Sommer.

*ein Achtundzwanziger

Luther verehren?

Ich weiß wohl,
er würde heute noch
ein Apfelbäumchen pflanzen.

Werde ich ihm
heute noch
nacheifern wollen?

Bin ich dafür nicht zu alt?
Oder gilt das für immer:
„Wenn morgen die Welt unterginge …“

Jedenfalls werde ich heute noch
ein Gedicht schreiben:
„Was kann ich noch tun? ”¦

Was kann ich noch tun?
Ich kann
den Hiroshima-Tag
mitgestalten in Esslingen.
Ich kann
Petitionen auch unterschreiben.
Ich kann
einem Bundestagsabgeordneten
einen Brief schreiben.
Ich kann
felsenfest darauf vertrauen,
dass das Gute doch endlich siegt.

Und ich bin
wieder getrost!

Und ich weiß,
dass ich Luther
wieder bewundern darf
für seine Courage:
Hier stehe ich.
Ich kann nicht anders.
Mein Visions-Glaube
helfe mir!

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