Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Zynik unmöglich

Ketten werden
Zu Mitteln der Befreiung
Militärs benützen die List
Der Gewaltfreiheit
Rebellen vermissen
Die Geisel
Die sich für sie
Eingesetzt hatte
Wird sie es weiterhin tun?

Sehnsucht

Die Zahlenkombination
Meines Postfachs
Im Internet
Wieder und wieder
Getippt
Und doch keine
Neue Mail
Wie früher
Der ständige Gang
Zum Briefkasten
Im Hausflur

Sollt‘ ich zum Augenblicke sagen …

Nicht aufhalten
können wir sie,
die Momente.
Aber bewahren
im Sinnen und Trachten
und uns schon längst
vor der Erfüllung
herholen aus der Erinnerung
künftiges Glück.
Unglück müssen wir dulden,
aber niemals
kann es aufwiegen
das dankbar Genoss´ne.
So sag ich,
solange ich Glück
noch genieße.

Wunder dauern nicht mehr lange

Parzival soll es erfahren haben.
Denen mit den Siebenmeilenstiefeln
Kann es nicht
Fremd gewesen sein:
Der prächtig sich erhebende Burgberg,
Innerhalb von Sekunden
Verschwindet er
Hinter dem bewaldeten Hügel
Vollkommen.

Vom Auto aus gesehen
Auf der vierspurigen Bundesstraße:

Alltag.

Das hochstaplerische Wunder von Baden-Württemberg

Oettinger erklärt s i c h zum Flughafen“ (Meldung der EZ vom 19.6.08)

Heißt das, dem Ministerpräsidenten des Landes ist es nicht mehr wichtig, dass er bei anderen landen kann, sondern bloß noch die bei ihm?

Oder erklärt erst dieser Satz der EZ die Lage?:

„Ministerpräsident Günther Oettinger hat für den kommenden Mittwoch eine Erklärung zum Thema ‚Flughafen‘ im baden-württembergischen Landtag angekündigt.“

Zur Sommersonnenwende

Den Gipfel haben wir erklommen.
Nun lasst uns Ausschau halten
In die Ebenen und Täler,
Wohin der Abstieg führt,
Darin zu leben.

Die Bilder sollen wir
Ganz im Gedächtnis speichern
Und bewahren,
Damit da unten wir dann wissen,
Wo wir stehen.

Übereinkunft

Willkommen heißen
auf meinem Planeten,
in die Autonomie entlassen
von Mutter Erde,
würde ich Dich so gerne,
wenn Du Erdgeborene
meine Herrschaftsansprüche
anerkennen wolltest,
ihn Dir zu erklären,
seine Sprache,
seine Riten,
seine Gebräuche,
seine Meerlosigkeit
– und Deine Bereitschaft
zu  erkennen wäre,
dass Du deren Selbstverständlichkeit
akzeptierst
in dem Arrangement
mit den Himmelsrichtungen,
in denen sich mein Planet
wiederfindet
auf der Erde.

Was aber, wenn
wir uns wirklich mögen?
Dann kann ich doch
nur noch verzichten
auf meine Voraussetzungen.

Neue Regelungen
müssen wir
dann finden.
Wir müssen uns finden
im Willkommen
unsres Planeten.

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