Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Scham oder Schande

Ich schäme mich
meiner Gefühle nicht,
sagt sich so leicht.
Ich fühle das Leid.
Was mir wehtut
oder Geschöpfen um mich.
Ich schäme mich nicht,
auch zu weinen
vor Zorn oder Mitleid.
Aber die Schande,
die mich bedrängt,
versuche ich gerne
zur Seite zu drängen.
Beschämt zu werden
drängt mich in Abwehr.
Mitgefühl stirbt gar ab.

Scham ist Beschämtwerden nicht.
Aktiv zu fühlen
und passiv zu leiden
an beschämendem Vorwurf
passen so schlecht
zueinander.

Unsre Ehre muss sein,
uns schämen zu können
von uns aus
und dann zu wirken.

Scham

Die Scham,
der Menschheit
anzugehören,
die schreckliche Schicksale
hervorbringt,
sie ist unausrottbar,
wenn sie trifft

auf Sensibilität.

Wie viel leichter
lebte es sich doch
ohne sie.

(Nach meinem Kommentargedicht zu Pauls Gedicht „Die Bettlerin – Boulevardskizzen 8  – 

Bitte dort erst im Kontext mit dem Gedicht und den anderen Kommentaren nachlesen, bevor die Neigung zu schimpfen anfängt!)

Wir sind Papst ”“ in zwei Chören zu singen*

Chor 1: Entlasset ihn,
entlasset ihn,
entlasset ihn
aus allen seinen Schulden.

Chor 2: Den Kirchenfürst,
den Kirchenfürst,
den Kirchenfürsten
wollen wir wohl dulden.

Chor 1: Entlasset ihn!
Chor 2: Den Kirchenfürst!
Chor 1: Entlasset ihn!
Chor 2: Den Kirchenfürst!

Den Kirchenfürsten müssen wir wohl dulden.

* nach der Melodie von „Oh hängt ihn auf ….

Barbara hat mit einer schönen Kommentarstrophe reagiert und viel Spaß beim Singen gewünscht:

Oh rüttle nicht,
oh, rüttle nicht,
oh, rüttle nicht
an alten grauen Mauern.

Auch heute noch,
auch heute noch,
wird, der es wagt,
erstaunlich schnell bedauern.

Oh, rüttle nicht,
auch heute noch (Wiederholung)

wird der es wagt, erstaunlich schnell bedauern.

Hoffnungslos

Hoffnungslos
ist das Schwelgen
im Jammern.
Mund und Nase
leiten das Wasser
des Ertrinkens
dir in die Lungen

gegenwehrlos.

Kommentargedicht von Paul Spinger :

Ach wie schön ist ´s melancholisch
Vor dem Kerzenschein zu sitzen,
Während andre diabolisch
In der guten Laune schwitzen.

Kommentargedicht von Petros :

Ich schreib so gern Satire.
Das ist, weil ich mich ziere.
Und in verzerrten Bildern
Lässt sich so manches schildern.
Ganz ohne ein Betroffen
Mit und mit ohne Hoffen.

Aphorismus 3/09

Die Plausibilität sollte die Realität verändern können und nicht umgekehrt.

Siehe Curts Kommentar zum Aphorismus 2/09 !

Paul Spingers Kommentargedicht dazu:

Welche Wirkung hat ein Grund?
Was ist nur ein Zufallsfund?
Was ist Wissen, was ist Glauben? ”“
Lasst das Menschsein euch nicht rauben!

Denn im Grunde wisst ihr nicht,
Ist das Wissen nur Gesicht.
Und in Wahrheit wisst ihr auch,
Vor dem Denken kommt der Bauch.

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