Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Aphorismus 4/09

Miteinander schweigen können ist die intensivste Art der Kommunikation.


– angeregt durch das HAI-RYU (Blick in den Spiegel) von Petros

Das Kommentargedicht von Paul Spinger mit seinen Differenzierungen möchte ich der Leserschaft, die nicht oder weniger auf die Kommentare achtet, nicht vorenthalten:

Sie schweigen. ”“ Schweigen gegen sich,
Und zeigen nicht, wie fürchterlich
Das Schweigen selbst auf ihnen lastet,
Weil Leben nur vorüber hastet.

Sie schweigen. ”“ Schweigen inniglich;
Sie zeigen ´s nicht, sie lieben sich.
Und während alles um sie eilt,
Ist es die Liebe, die verweilt.


Und Uta fühlt so mit:

miteinander schweigen können
die Stille aushalten
sie gar genießen
den anderen neben sich spüren
und dann sind da die gemeinsamen Gedanken

Vergangenheitsbewältigung

Ganz unschuldig
schauen die zaghaften Spitzen
von Schneeglöckchenknospen
und denen der Märzenbecher,
von Schneeflächen umgeben,
aus dem Boden des Gartens
am Waggerlhaus in Wagrain,
während in unserem tiefer
gelegenen Gärtchen
die Blüten in Fülle schon prangen.

Was soll´s auch
mit Waggerl sich zu vergleichen?
Man käme vielleicht ja doch
in Verdacht …

Beharrlicher Winter

Noch verharren
manche Zeiten und Orte,
windumtost,
bei kurz nur angeknipstem
milchigem Licht
der Sonnenlampe,
zwischen Schnee- und Wolkendecke
auf den Gipfeln meiner Gedanken.

Fern ist der Ruf
des Frühlings.
Doch noch kann ich warten.

Das Kommentargedicht von Paul Spinger lautet:

Der Frühling als die Zeit zum Hoffen ”“
Fast jedes Wesen ist betroffen
Und hat mal mehr, mal nie Geduld.
Nimm als Metapher Jahreszeiten,
Dann können viele dich begleiten.
Das Bild zeigt niemandem die Schuld.

Österreichisch lernen im Maier-Lyrik-Blog ;-) ;-)

Was las ich da im Salzburger Land im Fenster des Sportgeschäfts statt ”šAusverkauf”˜? „Abverkauf“ stand da (was ich als Duden-gerechte Version für Österreich verifizieren konnte).
Da wunderte es mich kaum mehr, dass ich am Ausgang vom Sessellift „Abgang“ las statt ”šAusgang”˜ ”“ obwohl mir das ziemlich theatralisch vorkam.
So weit wird das mit der Ersetzung von ”šaus”˜ durch „ab“ aber wohl nicht gehen, dass schon die pure ”šAbsicht”˜ eine gute „Aussicht“ verspricht?

Fastnachtsfreude

Freude aus sich heraus gebären
hilft Vieles in der Welt zu klären.
Da braucht es keine Allgewalt,
aus der allein die Wahrheit schallt.
Wenn Fastnacht wirklich es gelingt,
Hebammendienst zustande bringt,
dann ihr ein dreifach Jipp Hurrah
und alle Jecken sind schon da
und Narren auch, die munter springen.
Lasst alle ihr ein Liedlein singen.

Wahrheitssuche

Hineinwachsen, unberechtigt
eigentlich, als Dichter
in die Familie der Griots,
sich des Erbes der Ahnen
vergewissern, als Erbe der Kleio,
der die Griots so ähneln,
und was an Wahrheit geborgen
in den Traditionen der Alten,
die Lizenz erwerben, unbezahlbar,
und ritzen es in den Runenstab,
welche Verantwortung:
Worte verschenken
an Wortlose.

Paul Spinger hat folgendes Kommentargedicht dazu geschrieben:

Wahrheit ist nicht Wirklichkeit,
Sie bedeutet noch viel mehr.
Manchmal schläft sie lange Zeit,
Darum wiegt sie auch so schwer.

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