Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Beziehungsstruktur

Am langen Tisch, da sitzen
beim Raclett der Enkel,
seine Mutter,
die Kusine des Enkels,
die Schwester der Mutter
des Enkels,
die Großeltern auch,
die zwei Mitbewohner,
einer davon der Freund
der Mutter;
dessen Tochter mit
der zweiten Kusine
und deren Eltern,
adoptiert, angeheiratet:

eine Struktur aus Patchwork
und Wohngemeinschaft gemischt:
Vielfalt.

Vater und Mutter?

Mit dem Vaterunser
ist es
wie mit dem Paternoster:
Immer im Kreis,
aber dem der Ziege am Pflock,
der auf der Stelle treten bedeutet.
Nicht im fruchtbaren Zyklus des Werdens
von Winter und Sommer.
Immer auf und ab,
börsengleich,
das heißt letztlich doch: ab:
mit Stellenabbau,
ohne lebendige Entwicklung.
Aber er ist
ja vielleicht
überfordert,
der Alleinerziehende.

Ähnlichkeit

Ganz unten um die Krone rum
trägt diese alte, ehrwürd´ge Linde
noch einen gelben Ring.
Und kahl darüber ragen ihre Äste
ins Blau.

So einen trage ja auch ich,
nur ist der meine grau.

Radtour em Herbschd

Han i meine Gnocha g´schonda,
han d´rfihr an Schdrauß mir bonda
von dem scheena Herbschd-Laub äba.
Jo, so isch des halt em Läba:

Ohne Miha griagsch des net,
was m´r von dem Herbschd gern het.

Heimat und Fremde

Wie schön ist doch das Bloggerleben.
Da kommen nur freundliche Leute eben.
Ganz anders ist es in manchen Foren.
Da meldet sich häufig ganz unverfroren
Arroganz und Sarkasmus zu Wort und erklärt,
warum man dann blöd ist,
wenn man meint, dass man Anerkennung erfährt.
Außer man gehört zu einer eingespielten Clique;
die mobbt Fremde raus und hält das für chique.

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