Es dämmert mir, dass „Dämmerung“
nicht mathematisch aussagen kann,
welche Uhrzeit wir denn nun wirklich haben.
*ein Achtundzwanziger: https://www.maierlyrik.de/blog/der-dreizeiler-mit-dem-namen-achtundzwanziger/
Lyrisches von Helmut Maier
Es dämmert mir, dass „Dämmerung“
nicht mathematisch aussagen kann,
welche Uhrzeit wir denn nun wirklich haben.
*ein Achtundzwanziger: https://www.maierlyrik.de/blog/der-dreizeiler-mit-dem-namen-achtundzwanziger/

Vielleicht hat die eine oder der andere zu Weihnachten auf dem Gabentisch schon das Lyrikbändchen „Innenwände“ von Wolfgang Schulze mit einem fruchtbaren Zusammentreffen von seinen Gedichten und Bildwerken von Annelies Jaminon vorgefunden. Wer es nicht geschenkt bekommen hat, der oder dem ist etwas entgangen, was man sich aber selber noch schenken kann.
Mir selber gefallen die Bilder zunächst als Illustration zu den Gedichten sehr gut. Aber manches von ihnen erschließt sich mir durch die poetischen Texte oft ganz unerwartet mehr, als es mein ungeschulter Blick auf bildende Kunst allein vermocht hätte.
Obwohl ich Wolfgang Schulze als Blogpartner im Internet schon längere Zeit kenne und schätzen gelernt habe, sprechen mich die Texte in diesem Bändchen oft ganz neu an. Und ich kann gar nicht sagen, wo mein lesendes Auge rascher verweilt, bei den Dreizeilern ”“ vom Haiku- oder Senryu-Artigen oder ganz freien zu den zum fünfzeiligen Tanka erweiterten ”“ oder den freirhytmischen Texten oder gar den mehrstrophigen, fast balladenhaften Gedichten, die poetische Geschichten erzählen. Jedenfalls kann ich mich auf meiner eigenen „Reise zum Selbst“in einer wunderbaren Leichtigkeit in jeweils neue lyrisch nachzuvollziehende Welten „an die Quelle des Lebens“ führen lassen und mich fragen lassen: Wo „bin ich (mir dabei) im Weg“? Kurz gesagt: es ist ein Leckerbissen, den man sich nicht entgehen lassen sollte!
Das angesprochene Leckerli hier ganz:
„Die Reise zum Selbst,
An die Quelle des Lebens.
Noch bin ich im Weg.“
Bestellmöglichkeit hier: https://blogpoesie.de/?page_id=6175
Das Überreiche
zur Genüge genießen:
gelingt mir oft nicht.
Die Harmonie gibt’s nur im Prinzip, im statistischen Durchschnitt, außer wir finden sie in der Polarität.
Yin und Yang
sind wie Tag und Nacht.
Eins gibt’s nicht
ohne das andre.
Was grade vorherrscht,
macht den Unterschied.
Nicht mehr Betrug
muss gekennzeichnet werden,
sondern Nicht-Betrug.
Also gibt´s neuerdings
keine Kennzeichnung mehr.
Das Weihnachtsfest sei überstrahlt
von der Wintersonnwende-Hoffnung,
die keines dogmatischen Glaubens bedarf.
*ein Achtundzwanziger: https://www.maierlyrik.de/blog/der-dreizeiler-mit-dem-namen-achtundzwanziger/
Wintersonnwende
Hinuntergestiegen in die Nacht.
Den Trost des Dunkels hab”˜ ich erlebt.
Ablegen konnt”˜ ich, was sich überlebt hat.
Der große alte Mann der deutschen Friedensbewegung, der Psychoanalytiker und Mitbegründer der Ärzte gegen den Atomkrieg IPPNW Horst Eberhard Richter ist am Montag im Alter von 88 Jahren gestorben. Ohne ihn ist die deutsche Friedenbewegung entschieden ärmer.
Vom Himmel gefallen der Schnee.
Trüb brennt sie, die Straßenlaterne.
Ich seh”˜ es verschnupft von meinem Zimmer aus.
*ein Achtundzwanziger: https://www.maierlyrik.de/blog/der-dreizeiler-mit-dem-namen-achtundzwanziger/
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