Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

Seite 182 von 305

Kriegsgefahr durch Israel?

Unter dem Titel „Was gesagt werden muss“ will Grass auch in die Diskussion eingreifen über das geheime, keiner „Kontrolle und keiner Prüfung“ zugängliche israelische Nuklearpotenzial; er wendet sich gegen einen möglichen Präventivschlag und die angekündigte Lieferung eines deutschen U-Boots an Israel. Eines U-Boots, „dessen Spezialität / darin besteht, allesvernichtende Sprengköpfe / dorthin lenken zu können, wo die Existenz / einer einzigen Atombombe unbewiesen ist“.
( https://www.tagesspiegel.de/kultur/schriftsteller-warnt-vor-iran-krieg-der-lyrische-praeventivschlag-des-guenter-grass/6475008.html )

ZUMINDEST DAMIT HAT GÜNTER GRASS RECHT

Wer das verleugnet, muss sich Kriegstreiber nennen lassen.
Was immer man sonst gegen Grass vorzubringen habe – wie die Welt online mit dem Titel: „Günter Grass ”“ Nicht ganz dicht, aber ein Dichter“.

Mafioses*

Aktiv gegen Stuttgart 21

Aktiv gegen Stuttgart 21

Wir Stuttgarter wissen ja wohl:
Eine Krähe kommt selten allein
und ne Schweizer Bank macht noch nichts transparent.

*ein Achtundzwanziger

Im Tal*

Die ersten Tulpen, Hoffnungen,
längst in Stuttgart verblüht sind sie ja.
Doch mächtig drängt´s aus allen Ecken hervor.

*ein Achtundzwanziger

Frühjahr*

Der Mandelblütenzauber schwebt
von Platz zu Platz und lässt sich nieder,
weissagt das schwere Violett vom Flieder.

*ein Achtunzwanziger

Freiheits-Trauma

Verloren sind, die da hungerten
nach der Freiheit, andere
hungern zu lassen.

Verloren sind, die da dürstet
nach dem Kick, über andere
herrschen zu können
nach der Nacht
der Demütigung.

Verloren sind, die es gelüstet,
ihre Macht endlich
ausleben zu können
nach der durchlebten
Ohnmacht.

Verloren sind,
die an die eigene Freiheit
nur denken können,
weil sie sich endlich
befreien konnten.

Das Erbe,
das wir nicht durchschauen,
tragen wir schwer,
auch wenn wir uns
seiner gerne rühmen.

Und der Ruhm,
der uns blind macht
für die Ruhmlosen,
treibt eine ganze Gesellschaft
in Sklaverei.

Alteuropa*

Buchsbaum, Kaktus, Kapern,
Kastanie, Kirsche, Kresse,
Narzisse, Oregano, Thunfisch,
Petersilie, Rose, Rübe,
Veilchen, Zichorie, Zypresse.

Sie alle künden von einer Zeit,
einer immer besser erforschten,
in der diese Wörter bereits
(in ihren alten Formen, versteht sich)
lebten im Munde der Menschen
in europäischen Regionen,
als unsere indoeuropäischen
Vorfahren noch nicht heimisch
waren in Europa.

Das goldene Zeitalter?
Eine hierarchiefreie Kultur?
Eine Zeit, in der hartes Metall
noch unbekannt war.
Eine Zeit der Mütterlichkeit,
nicht der Härte?
Eine verlorene Chance?

*Siehe: Harald Haarmann: Das Rätsel der Donauzivilisation (Die Entdeckung der ältesten Hochkultur Europas). C.H. Beck. München 2011

« Ältere Beiträge Neuere Beiträge »

© 2026 Maier-Lyrik

Theme von Anders NorénHoch ↑