Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Trugbild

Felsen der cornischen Küste,
Starr steht ihr da, Ewigkeit zeigend
wie das ewige Anbranden der Wellen.

Sandflächen, gelagert in Buchten,
wo Muschelbänke warten auf die Flut.

Cornische Küste

Oben jubiliert die Lerche.
Bruthöhlen der Seevögel unten,
von wo der Blick stürzt die Klippen hinunter.

Hinunter ins tobende Meer.
Sonnenspiegelungen verfangen sich dort.

Die Mappus-Legende

Damit es dem Volke gefällt,
damit es gewiss auf den Leim geht:
Mit schlichten Sprüchen in Konflikten schlichten.

Das muss der Staatsmann beherrschen;
das gehört zu seinem Know-how.

Kommunizieren: das ist es!
Das Volk und auch seine Vertreter:
Hinters Licht führen kann man sie allemal.

Wenn einer der wirklich Mächtigen
vorschlägt, „wie folgt zu kommunizieren“.

Vorschlagen nennt er´s: Befehl ist´s.
Er gibt sich als Freund, der´s nur gut meint.
Und der Lakei versteht es und er gehorcht.

Die wirklich Mächtigen spielen;
sie spielen ihr Spiel mit den Leuten.
Und es kuscht der Lakai und kommuniziert.

Alles Käse? – aus älterem Archiv – erstmals hier auf dem Blog wieder veröffentlicht am 17. November 2008

Wenn ich melke aus dem,
was hinter den Dingen liegt,
wie fasse ich diese Milch?

Sie zerrinnt mir
schon beim Erwachen,
schon wenn ich nüchtern
wieder geworden,
schon wenn ich in der Hand
die Dinge selber wieder fühle.
Dann zerrinnt sie mir
zwischen den tastenden Fingern.

Oder ich trinke sie
und versinke in der anderen Welt
und finde mich nimmer.

Am Käse nehme ich mir
endlich ein Beispiel.
Statt zu zerrinnen,
gerinnen in Festes
soll mir die heilige Milch.
Und wenn schon
aus Saurem geronnen,
so soll´s doch kein Quark sein.

Also in Form gebracht
reife der FORMATICUS,
der formaggio
der fromage
meiner Eingebungen
zum Gedicht

und sei eine köstliche Speise.

Sommer*

Stolz stehen die Ähren im Wind,
blicken froh der Reifung entgegen.
Vor uns noch sommerlich fruchtende Wochen.

*ein Achtundzwanziger

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