Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Das Geheimnis

Das leere Schneckenhaus.
Ich halt‘ es in der Hand.
Leer ist es?
Gewiss:
Die Schnecke ist
nicht mehr drin.
Gewiss:
Nichts ist mehr drin
außer der Luft,
die auch draußen ist.
Aber was war in dem Fleisch
der Schnecke?
Was dehnte sich aus
von einem Ende der Spirale
zum andern
im Fleisch der Schnecke
und ist noch nicht
verschwunden?

Das Geheimnis ist es,
das im Leben war,
als die Schnecke noch lebte,
das andere Lebewesen erfüllt,
solange sie leben;
und wenn sie verschwinden,
das Geheimnis bleibt
im Leben
und nach dem Sterben
von einer Spirale
hin zu der andern.

Das Geheimnis,
es bleibt.
Und ich rufe es an
und es hört mich
und die Hoffnung auf Leben,
sie bleibt.

Zuversicht*

Aktiv gegen Stuttgart 21

Zu Lichtmess erfahr ich bereits,
was die Wintersonnwende versprach:
Das Licht feiert Triumphe jeden Tag mehr.

Selbst wenn Schnee noch liegt auf den Fluren,
erschüttert’s die Zuversicht nimmer.

*ein Janka

Doomsday

Noch fünf vor zwölf –
das ist vorbei.
Die Wissenschaftler sehen es
gefährlicher nun an:
nur drei vor zwölf
geben sie noch Zeit.
Die Doomsday clock,
sie tickt. Die Kombination
von Klimawandel und Atomgefahr,
gefährlich ist sie, wie sie selten war:
Doch ruhen wir,
als wäre nichts.
Was hilft das Warnen?

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