Hellblau: Himmel im Gegenlicht.
Ein Kältesee liegt unten im Tal.
Doch hier oben herrschen Frühlingsgefühle.
*ein Achtundzwanziger
Lyrisches von Helmut Maier
Hellblau: Himmel im Gegenlicht.
Ein Kältesee liegt unten im Tal.
Doch hier oben herrschen Frühlingsgefühle.
*ein Achtundzwanziger
Der Segen, den ein Menschenleben stiftet, wird nicht ins Grab gelegt, er wirkt auf spürbare Weise weiter.
(modifiziert nach einem Satz in der Predigt zu Galater 5 von Martin Kruse beim Trauergottesdienst für Richard von Weizsäcker)
Die überreifen Äpfelchen:
niemals gepflückt oder geschüttelt.
Zwischen den Schneeflecken liegen sie im Gras;
die Kreisfläche füllend mit Tupfern:
Ungenutzten Reichtum zeigen sie.
*ein Janka
Der Ipf: Hoch erhebt sich der Berg.
Tief hinein in Geschichte führt er.
Dorthin, wo griechische Importe galten
zur Keltenzeit. Zu den Keltoi
unterwegs waren die griechischen Händler.
Den Namen, den sie ihnen gaben,
nur kennen wir heute, sonst keinen.
Hoch erhebt sich der Berg. Und so
tief führen Brunnenschächte hinab,
überlebenswichtige einst in Gefahr.
Tiefer hinein in die Vorzeit
führt uns wohl der Anstieg zum Gipfel:
hinein in die frühe Zeit schon der Gleichheit?
Wohl die Lindenallee hinauf
zieht’s uns zur Urzeit unsrer Kultur:
An Wacholderhängen vorbei
zur Aura der früheren Äcker
und der Weiden erster sesshafter Menschen.
Oh, erste sesshafte Menschen
auch in unsrem Land. Welcher Anteil
der Donauzivilisation war ihrer?
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Im alten Löwen,
im Traditionsrestaurant,
Sonne und Winde.
Durch die Dachsparren pfeift’s.
Fortgeschritten der Abriss.
Wenn gegen Moralapostel generell geuzt wird, scheint mir immer das gewünschte Alibi der Unmoralischen nicht weit.
Auch die beste Intuition,
damit sie nicht in die Irre führt,
bedarf der Besinnung mit wachem Verstand.
*aphoristischer Achtundzwanziger
Das leere Schneckenhaus.
Ich halt‘ es in der Hand.
Leer ist es?
Gewiss:
Die Schnecke ist
nicht mehr drin.
Gewiss:
Nichts ist mehr drin
außer der Luft,
die auch draußen ist.
Aber was war in dem Fleisch
der Schnecke?
Was dehnte sich aus
von einem Ende der Spirale
zum andern
im Fleisch der Schnecke
und ist noch nicht
verschwunden?
Das Geheimnis ist es,
das im Leben war,
als die Schnecke noch lebte,
das andere Lebewesen erfüllt,
solange sie leben;
und wenn sie verschwinden,
das Geheimnis bleibt
im Leben
und nach dem Sterben
von einer Spirale
hin zu der andern.
Das Geheimnis,
es bleibt.
Und ich rufe es an
und es hört mich
und die Hoffnung auf Leben,
sie bleibt.
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