Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Flüchtlingsschicksal

Vor Gewalt geflohen sind sie.
Sie begegnen nicht nur Gefahren.
Nein, auch noch neuer Gewalt begegnen sie,

erfahren sie dort, wohin sie geflohen,
wo sie doch Hilfe erwarteten.
Unverständnis hier wie auch dort.

Und das ist das Schlimme dabei:
Menschlichkeit bleibt auf der Strecke.

Aha!

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Blühender Widerstand einer Sonnenblume
(ein Achtundzwanziger)

Sie trotzt allen Widrigkeiten:
„Abgeknickter Stengel? Kein Problem!
Wenn ich zum Blühen kommen will, dann tu ich’s!“

Staffa als Ossian-Traum erlebt

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Von Delfinen begleitet
führte das Boot uns
zu Fingals Höhle,
die das Meer in die Insel
aus Basaltsäulen erstellt
gefressen hat, die wiederum
das Echo freigab,
das Mendelssohn Bartholdy
in die Hebriden-Ouvertüre gebannt hat.

Weiter ab brüteten die Papagaien-Taucher
an den Klippen und boten ein köstliches Bild
allen Betrachtenden, welche das Schauspiel
aufs vorzüglichste entzückt dort genossen:
Die Farben der Schnäbel, sie leuchteten bunt
und gaben ein Leben wie keines ansonsten
den Felsen des meerumbrandeten Eilands.

Leider blieb wenig Zeit
dort so etwas wie heimisch zu werden.
Das Boot trug schon bald uns zurück
auf das Festland der größeren Insel
und ließ nur Erinn’rung noch zu.
Aber auch diese war so stark verankert
im Innern wie die gefälschten Verse des Ossian
in den verwirrten, begeisterten Köpfen Europas
damals hafteten und ewig diese umfingen.

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Tröstung*

Wird die Kerze nicht mehr gebraucht,
was macht’s, erlöscht der glimmende Docht?
Tageslicht erstrahlt doch so hell wie noch nie!

Aber wie rührt’s, wenn es dann plötzlich erklingt
wie am Vorabend noch: He did it his way!

*ein Janka

Harlech

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Die Burg sah ich gerne
von weit oben im Hinterland:
mir zu Füßen,
mit Mäuerchen im Vordergrund,
welche hier Hecken ersetzen
oder gar Zäune,
oder ich sah sie vom Dünenrand:
oben ein Ziel,
zu erstreben
Owain Glyndwr im Gefühl.
Men of Harlech
in the hollow;
Merched, unbekannt den Fremden,
wohl zu erinnern.
Dass das Meer einst
bis an den Rocksaum euch reichte,
eines der vergessenen Mirakel
dieser Schicksalsstadt.

In weitläufigen Dünen:
Schmale Sandpfade führen manchmal
mitten durchs Strandgras,
rosadurchzogenes Weiß der Winden,
farbigglühende Orchideen,
Distelsterne und hier und da Hahnenfuß
grüßen die Strandgängerinnen.

Die Wasserflächen,
von der Ebbe hinterlassen,
spiegeln die Wolkenhaufen
mit Blauumrandung.
Welch eine Verbundenheit
mit den Elementen
beim Barfußlaufen
durch das abziehende Wasser,
das doch immer wieder anbrandet.

Harlech, Erinnerungsort!
Mit lieben Menschen war einst ich schon da.
Liebe Menschen traf ich hier.
Die walisischen Wörter flossen mir
aus dem Mund und lösten
Erstaunen aus und Bewunderung.
Der Llwybr Cyhoeddus:
damals ganz neu beschildert:
heut ist er verschwommen nur noch
auf einzelnen Schildern zu sehen,
gealtert wie ich.

Harlech, Erinnerungsort!
Ich meine, ich fühle Dich
abrufbar nun noch
in meinem Innern.

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