Maier-Lyrik

Lyrisches von Helmut Maier

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Kleiner Kommentar zum Auftritt der Bundeskanzlerin bei Anne Will:

Angela Merkel hat sich gut geschlagen. Sie hat ihre Linie in der Flüchtlingsfrage sehr passabel vertreten. Was sie wirklich meint mit der Ansage, dass die Fluchtursachen angegangen werden müssten, blieb im Wesentlichen ungeklärt Die dafür allerdings notwendige grundsätzliche Wende der deutschen (und europäischen) Außenpolitik gegenüber den kapitalistisch nicht so ‚erfolgreichen‘ (haha) Ländern der Welt kann sie natürlich nicht fordern, weil das ihre eigenen Versäumnisse (und die der CDU – und eigentlich aller Verantwortlichen) in der Vergangenheit bezüglich mehr Gerechtigkeit zu deutlich herausstellen würde. Nun hat sie halt Erdogan an der Backe. Ohne ihn ist eine Verringerung der Zahl der Flüchtlinge nach Europa nicht zu machen. Dass es ihn gibt, hat auch mit der ganz persönlichen Abwehrhaltung der Bundeskanzlerin gegenüber der Türkei in der Vergangenheit zu tun. W i e sie solche Klippen im Gespräch mit Frau Will zu umgehen verstand (auch weil die nicht danach fragte), ist bewundernswert.

Qual-Wahl-Qual

Qual-Wahl-Qual
Qual-Wahl-Qual
Qual-Wahl-Qual
Aalglatt Glattaal
MerzMärz
Schwermut
Schwerer Mut
Den richtigen Link setzen
Links Links Links Links
gegen Kommerz
Komm Merz
Komm März
Oder bleib wo
Oder bleib wo
Bleib wo der Teufel schon bleibt
Bleib wo der Teufel schon bleibt
in Vergessenheit
Vergessen
vergessen
vergessen
vergessen

oder doch links?
(aber dann wirklich links)

Vorgestern*

Orangegolden der Horizont
mit wolkenfreiem Himmelsstreifen.
Vom Wolkenrand lösen sich schon Leuchttupfer.

Fliehend reißen sie Orangefarbe mit sich.
Hoffnungsfroher Kontrast zum Wolkendunkel.

*ein Janka

Daniel Ellsberg – der Vater der Whistleblower geehrt

Der Vater der Whistleblower, der Friedensaktivist Daniel Ellsberg, hat am Sonntag den Dresdner Friedenspreis erhalten.
Er veröffentlichte 1971 geheime Pentagon-Papiere und enthüllte, wie die US-Bürger über den Vietnam-Krieg belogen wurden. Dadurch wurde in Amerika klar, dass der Vietnam-Krieg nicht gewonnen werden konnte und dass alle weiteren Todesopfer auch unter militärischen Gesichtspunkten völlig sinnlos waren.

Die Laudatio hielt der Verleger Jakob Augstein, der die Wochenzeitung Der Freitag herausgibt.

Das Clausnitz-Syndrom

Wir sind das Volk.
Wie gut, dass das gerufen wurde einmal
gegen ein menschenverachtendes Regime.
Eines, dem die Menschenrechte
letztlich egal waren.
Wie schrecklich,
wenn jener Satz missbraucht wird,
um hilflose Menschen
einzuschüchtern,
zu demütigen.
Von der stolzen Forderung
nach Herrschaft des Volkes
zur völkischen Verblendung.
Wie nur war der weite Weg
vom einen zum andern
überhaupt möglich?
Wie engstirnig müssen Leute da sein
und wie wenig verstehend,
dass es auch noch ein Draußen gibt,
eine Welt, mit der sie offenbar
nichts zu tun zu haben
gewillt sind!

Droben stehet die Kapelle …

 -

Nach Wikipedia: „Mit fast 75 Jahren nahm er [Ludwig Uhland] an der Beerdigung seines besten Freundes Justinus Kerner teil, der am 22. Februar 1862 [in 4 Tagen jährt sich das] in Weinsberg gestorben war. An dem eisigen Wintertag zog er sich eine Erkältung zu, von der er sich nicht mehr richtig erholen sollte.“

Aphorismus 7/16

Will ich nicht in den Verdacht des Moralisierens kommen, darf ich moralische Forderungen nur an mich selbst richten und höchstens noch an die Gemeinschaft, zu der ich gehöre.

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