Jeden Tag hoffe ich auf besseres Wetter; das kann auch Regen sein, weil das Land dürstet nach Wasser. Hoffen ist schön. Aber es ändert hier gar nichts.
Das Hoffen auf eine bessere Welt bringt da vielleicht mehr. Wenn ich durch mein Gedicht Menschen dazu bringe anders zu wählen oder einen Leserbrief an die Zeitung zu schreiben: Vielleicht kann das etwas ändern.
Also lasst mich hoffen! Vielleicht liest ja auch ein Entscheider oder eine Entscheiderin mein Gedicht und wird belehrt.
Ich will weiter hoffen. Wer glaubt mir? Ich hoffe, jemand, der etwas tut wird sich verändern, wenn er liest: das Gedicht.
Vielleicht ist ein Mensch auf dem Boot im Mittelmeer, vielleicht auch eine Wildbiene dort im Dost, vielleicht sind die Bonobos in der Wilhelma, vielleicht sind sie alle auf mich angewiesen, mich wenigstens auch.
Und kann ich allen gerecht werden? Ich versuche es hier und auch dort und wieder woanders. Aber ich weiß: gerecht werden kann ich nur wenigen.
Ich weiß: In meinen Träumen entdecke ich manche wieder. Ich weiß: sie strecken die Hände aus um Hilfe und wenn ich ihnen helfen kann, sind sie so glücklich, so froh.
Nun ist doch Sommer, wohl mindestens eine Woche lang. Ich liebe ihn, auch wenn er manchen doch zu heiß wird. Aber er ist es endlich: überwiegend trocken. Oh, wie ersehnt er war und ist, noch ist.
Drei solche Pflanzen sind in unserem Gärtchen. Jede hat seit gestern abend eine Blüte. Es waren zusammen also drei. Wie ihr vielleicht wisst: Jeden Tag so etwa um neun Uhr des Abends kommen jeweils neue Blüten hervor.
Und e i n e davon schaute genau (und schaut immer noch) zu den Fenstern unseres Wohnzimmers. Und ich möchte schwören: Sie lachte mich immerzu an (und tut es heute immer noch) und bereitet mir eine große Freude.
Sie hat ein so volles Gelb, dass sie mir fast überirdisch vorkam. Sie bezauberte (und tut es noch) so lieblich, dass ich völlig verzaubert sie immer wieder nur anschauen kann (und es immer wieder konnte seit heute Morgen).
Sie ist wie ein Stern am Tag, auch wenn sie noch in der Nacht aufblühte und strahlte wie ein Zauber aus TausendundeinerNacht.
Und heute Nacht hängt sie dann da, völlig erschöpft, weil ja vielleicht dann eine neue Blüte (oder zwei, oder drei) an ihre Stelle tritt (oder treten). Aber ihr Glanz bleibt in meinem Leben die ganze Zeit!